Dankurkunden für Justizmitarbeiter
Bestechung und Religionsfreiheit

Landgerichtspräsident Walter Leupold dankte Andreas Greiner, Hans-Jürgen Schnappauf, Susanne Pamler, Hubert Windisch, Thomas Weiß, Josef Hartwig, Gerhard Alwang (stehend, von links) sowie Sabine Nickl, Dennis Herzog, Dr. Christoph Edler und Brigitta Biebl (sitzend, von links) für ihr Engagement. Bild: Schönberger

Weiden/Tirschenreuth 14 Rechtspfleger, Staatsanwälte und Richter aus Weiden und Tirschenreuth halten seit vergangenem Jahr "Rechtsbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber"-Kurse ab. Sie gehen in Gemeinschaftsunterkünfte und Schulen. Dort vermitteln sie den Neuankömmlingen aus anderen Kulturkreisen die in Deutschland geltenden Rechte und Werte.

900 Kurse mit 1800 Teilnehmern gab es bisher in ganz Bayern. 44 mit 960 Teilnehmern im Landgerichtsbezirk Weiden. "Das ist ein stattlicher Anteil", lobte Landgerichtspräsident Walter Leupold. Er überreichte den Referenten, die die Kurse neben ihren eigentlichen Aufgaben abhalten, Urkunden mit Dankschreiben von Justizminister Winfried Bausback. Die Kurse sollen Parallelgesellschaften verhindern und eine Chance auf Integration bieten, heißt es in Bausbacks Schreiben. Sie dienen dazu, Rechte und Werte zu vermitteln und einzufordern.

Probleme gebe es keine, berichteten die Referenten. Es werde oft deutlich, dass sich die Werte- und Rechtsvorstellungen in den Herkunftsländern gar nicht so von denen in Deutschland unterscheiden.

Ein Beispiel sei das Thema "Gleichberechtigung und Züchtigung", erzählte Richter Dennis Herzog. Auch in den Heimatländern der Flüchtlinge gebe es Gesetze, die Unterdrückung und ähnliches verbieten. "Nur wird das dort nicht mit Nachdruck verfolgt." Auffällig sei, dass Frauen oft anfangs Interesse zeigen, zu den Kursen dann aber nicht erscheinen - mit der Entschuldigung, sie müssten auf die Kinder aufpassen.

"Wir haben angeboten, dass die Kinder mitkommen können", ergänzte Susanne Pamler, die die Kurse in Tirschenreuth abhält. "Dann sind beide Elternteile zu uns gekommen." Überrascht seien die Flüchtlinge oft, dass Bestechung in Deutschland nicht üblich sei. Richterin Sabine Nickl erzählte, die Flüchtlinge und Asylsuchenden würden die in Deutschland herrschende Religionsfreiheit besonders hervorheben. "Das ist zum Beispiel für Christen in Afghanistan nicht so einfach."
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