Das ändert sich am Kepler-Gymnasium, weil es Kompetenzzentrum für Begabtenförderung ist
Einfach genial

Sigrid Bloch, Chefin am Kepler-Gymnasium (rechts), freut sich mit den Lehrerinnen (von links) Susanne Kirchner, Verena Hauke und Tamara Lax über die neue Aufgabe, ein Kompetenzzentrum für Begabtenförderung an der Schule etablieren zu dürfen. Bild: Götz

Sie sind Mathegenies, Sprachkünstler oder leisten in einem anderen Fach Herausragendes. Deshalb besuchen sie die Hochbegabtenklasse am Kepler-Gymnasium. 88 Genies tummeln sich dort derzeit in den Jahrgangsstufen fünf bis elf. Die erste Hochbegabtenklasse macht nächstes Jahr Abitur. Auf dem Weg dorthin haben aber auch die Lehrer viel von diesen besonderen Schülern gelernt. Das meint jedenfalls das Kultusministerium. Und so wünscht es sich vom "Kepler", dieses Wissen um die Förderung begabter und leistungsstarker Schüler auch in den eigenen Regelklassen sowie in denen anderer Gymnasien weiterzugeben - und zwar oberpfalzweit.

Die Folge: "Wir sind auf dem Weg zum Kompetenzzentrum für Begabtenförderung", erklärt Schulleiterin Sigrid Bloch bei einem Pressegespräch. Eines soll es in jedem Regierungsbezirk geben. Im Oktober folge die hochoffizielle Statusverleihung in München. Doch mit dem Status ist auch viel Arbeit verbunden. Sie hat im Januar 2015 mit der Zusage durch das Ministerium begonnen. Es geht um die Förderung besonders begabter und leistungsstarker Schüler an allen (!) Oberpfälzer Gymnasien. Etwa durch Beratung, Hospitation von Lehrern anderer Schulen am "Kepler", Änderungen am Stundenplan oder durch Infoabende. Das erklären die Mitglieder des Kompetenzteams, Tamara Lax, Verena Hauke und Susanne Kirchner. Die Lehrerinnen verfügen über viel Erfahrung in Hochbegabtenklassen - und zwischenzeitlich über diverse Fortbildungen im Bereich Begabtenförderung.

Die Folgen klingen konkret: So soll es etwa bereits im nächsten Schuljahr am "Kepler" sogenannte Coaching-Stunden für Siebtklässler geben. Einmal wöchentlich werden hierzu gleich vier Lehrer in einer Unterrichtsstunde für die Schüler und für ihre persönlichen Anliegen da sein - und ganz andere Fragen stellen. Zum Beispiel: Warum tust du dich in diesem Fach so schwer? "So bekommt ein Schüler einen ganz anderen, einen besseren Bezug zu einem Lehrer", erklärt Tamara Lax. Der Sinn dahinter: Nur, wer seine Schüler besser kenne, könne auch eine personenorientierte Förderung bieten.

Zudem werden ab 2016/2017 Lernsprechstunden - eventuell in der Mittagspause - angeboten. Lehrer aller Kernfächern stehen dann für Rückfragen zur Verfügung. Eine Stärkung sozialer Kompetenzen in extra dafür eingeführten Wochenstunden soll es zudem geben. Und alles stets in Absprache mit den anderen Kompetenzzentren in Bayern.

Konzeptionell könne sich zwar noch einiges ändern. Fest steht aber, was Schulleiterin Bloch von der zusätzlichen Förderung leistungsstarker Schüler hält: "Früher hat sich die Politik eher um die Schüler am unteren Ende der Leistungsskala bemüht. Nun ist ein grundsätzliches Umschwenken erfolgt. Das ist gut so. Denn Klassen sind heterogen."
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