Das Programm für die Sommerserenaden in Weiden steht
Goldene Knallbonbons

Bei strömenden Regen präsentierten sie das Programm der 33. Sommer-Serenaden. Für die Open-Air-Reihe erhoffen sie nun gutes Wetter (sitzend von links): Gertrud Wittmann, Thiemo Lacher (alias Johnny Gold), Heiner Nachtmann, das "Neisteder Zoiglduo", Sissy Schneider. Stehend von links: Reinhold Wildenauer, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Claudia Höllriegl, Bürgermeister Lothar Höher und Kulturamtschefin Petra Vorsatz. Bild: Porsche
 
Hits von Fendrich, Falco und Co. serviert die Band "Austria 7", die am 27. Juli zum zweiten Mal bei den Serenaden gastiert. Bilder: Wilck (29
 
Das Highlight: Der "Italienische Abend" mit "I dolci signori" begeisterte 2015 rund 4500 Zuhörer und bildet auch heuer den Abschluss.

OB Kurt Seggewiß nahm es als gutes Omen: strömender Regen zur Vorstellung des 33. Serenadenprogramms. "Wir haben es heute bewusst regnen lassen", scherzte er, "damit es sich bis zum Start der Open-Air-Reihe ausregnet."

Die Stimmung jedenfalls war bestens bei dem Pressegespräch, das diesmal im Pavillon des Max-Reger-Parks stattfand. Kein Wunder: Das "Neisteder Zoiglduo" spielte zünftig auf. Heiner Nachtmann von der Brauerei Gambrinus kredenzte Organisatoren und Akteuren süffiges Zoigl dazu. Und Sissy Schneider hatte wieder ein Programm vorbereitet, das keine Wünsche offen lässt. "Es gibt keine kulturelle Veranstaltung in Weiden, die so beliebt ist, wie die Sommerserenaden", hatte der Oberbürgermeister eingangs festgestellt.

Dass Kulturamtschefin Petra Vorsatz dennoch Anlass zur "Trauer" fand, hatte einen speziellen Grund. "Es tut mir in der Seele leid", betonte sie. "Aber Sissy Schneider wird 2017 unser Amt verlassen. Sie befindet sich jetzt schon in Altersteilzeit, hat das Programm aber noch zum größten Teil vorbereitet." Gemeinsam mit Eventmanagerin Gertrud Wittmann wird die langjährige Organisatorin der Sommerserenaden die Open-Air-Reihe in diesem Jahr noch durchführen. 2017 übernimmt Gertrud Wittmann dann allein die Regie.

Wie beliebt die Serenaden sind, zeigt die Zahl von 15 000 Besuchern im Jahr 2015. Rund 4500 lockte allein der Italienische Abend mit den "I dolci Signori" an. "Da träumt die SpVgg davon", witzelte Seggewiß. Doch nicht nur der Andrang belegt den Erfolg der Open-Air-Reihe, die Alt und Jung, Einheimische und Auswärtige beim Pavillon im Park vereint. Auch die großzügige Unterstützung ist Beweis dafür. "Über 19 000 Euro haben wir 2015 durch Sponsoren, Paten und den Verkauf der Serenadenherzen eingenommen." Sissy Schneider dankte allen Gönnern, dass somit für die Stadt "nur ein kleiner Rest an Kosten bleibt."

Mit einem bunten Mix an Stilrichtungen - von A-cappella-Gesang bis Volkstanz, von Beat bis Ukulele - dürfte auch heuer wieder für jeden etwas dabei sein. Die Serenaden beginnen wie immer sonntags um 16 Uhr und mittwochs um 19 Uhr.

Für einen beschwingten Auftakt sorgt das "Salonorchester Neustadt" am Sonntag, 12. Juni , mit Walzermelodien, Märschen und Polkas. Die 55 Musiker unter Leitung von Heribert Bauer haben aber auch Arien aus Opern und Operette im Gepäck.

Mit Beat und Rock entführt "Back Beat" die Zuhörer am Mittwoch, 15. Juni , in die 60er und 70er Jahre. Neben Hits von den Beatles, Monkeys und Manfred Mann wird die Band natürlich auch Songs von Elvis präsentieren: eine Steilvorlage für den amerikanischen Frontsänger Rick Britton.

Ihre beliebte Truppe - ergänzt um neun neue Tänzer und ausstaffiert mit neuen Kostümen - kündigte Claudia Höllriegl für Sonntag, 19. Juni , an. Die "Tanzschule Höllriegl" ist bereits von Anfang an dabei und wird neben Standard- und lateinamerikanischen Tänzen auch Rock 'n' Roll- und Stepptänze aufs Parkett legen.

"Der kleine grüne Kaktus" wird bei dieser Gruppe sicher nicht fehlen: Denn die "Bertomijos" - erstmals bei den Serenaden - unterhalten am Mittwoch, 19. Juni , mit A-capella-Musik im Stil der Comedian Harmonists und der Wise Guys. Im Gegensatz zu ihren Vorbildern bringen sie allerdings von der putzigen Flöte bis zum großen Kontrabass auch Instrumente "wohldosiert" zum Einsatz.

Auf "Conny und die Sonntagsfahrer" fuhr das Publikum im vergangenen Jahr so gut ab, dass Sissy Schneider die Truppe, die mit Schlagern von Caterina Valente, Peter Alexander und Conny Froboess begeisterte, am Mittwoch, 29. Juni , erneut anreisen lässt. Mit Liedern wie "Komm' ein bisschen mit nach Italien" laden sie ein zu einer Reise in die Wirtschaftswunderzeit der 50er Jahre.

Dank Rock 'n' Roll und Rockabilly dürfte auch bei der Band "The Satellites" im Reger-Park musikalisch die Post abgehen. "Die fünf Jungs aus dem Raum Amberg-Sulzbach erinnern auch optisch an das Amerika der 40er und 50er Jahre", verspricht Sissy Schneider. Davon überzeugen können sich die Zuhörer am Sonntag, dem 3. Juli .

Jetzt werden viele Weidener jubeln: "Wild Boy Heinz & The Ponitacs" kehren am Mittwoch, 6. Juli , zu ihren Wurzeln zurück. Und die liegen bekanntermaßen in der Max-Reger-Stadt, auch wenn die Band inzwischen in München beheimatet ist. Bei Soul, Disco-Funk und Chicago-Blues dürften die Serenaden-Fans heftig abtanzen. "Wir freuen uns jedenfalls wieder mal in der Heimat spielen zu können", hat Oliver Seibert, bekannt von der "Schicksalscombo", angekündigt.

Welch' große Wirkung kleine Instrumente entfalten, das haben die Jungs vom "Endow County Ukulele Orchestra" schon häufig bewiesen. Die Auftritte der fünf Stiftländer sind mittlerweile eine Seltenheit. Das dürfte ihnen am Sonntag, 10. Juli , ein großes Publikum sichern.

Die vier Männer der "RockConnection" haben "die Musik der 60er im Blut", sagt Reinhold "Bocki" Wildenauer. Nach acht Jahren "Connection2Rock" hat sich die Band wieder neu formiert und ist gleichzeitig zu ihrem ursprünglichen Namen zurückgekehrt. "Wir wollten eigentlich zu viert weitermachen", erzählt Wildenauer über das Ausscheiden der Sängerinnen Silke und Sandra. Doch dann habe er sich an Angie Daniel erinnert. Die gebürtige Weidenerin mit der ungewöhnlichen und sehr variablen Stimme "ist die richtige Ergänzung für unsere Band". Die hat jetzt etwas mehr Blues und Boogie Woogie im Programm. Zu hören am Mittwoch, 13. Juli .

Er ist wieder da: Johnny Gold, "der Bühnengott, der gekrönte Kaiser des erregenden Hüftkreisens. Begehrt von schönen Frauen ...", heißt es in der Ankündigung. Was OB Kurt Seggewiß zu der Frage an Bürgermeister Höher veranlasste: "Lothar, was machen wir falsch?" Alles richtig macht jedenfalls Thiemo Lacher, alias Johnny Gold. Er wird am Mittwoch, 20. Juli , allein auf der Bühne im Max-Reger-Park stehen. "So ein Solo-Auftritt ist wie eine Wundertüte", sagt er und verspricht: "Ich habe auf jeden Fall ein paar Knallbonbons reingepackt."

Der für Sonntag, 24. Juli , geplante Auftritt von "Lower Market" fällt laut Sissy Schneider leider krankheitsbedingt aus. Dafür hat sie gemeinsam mit Gertrud Wittmann eine neue Band aufgetan. "Rock'n Rodeo" feiert mit Country-Rock, Bluegrass und Honky Tonk bereits seit 22 Jahren europaweit Erfolge. "Wir rechnen damit, dass viele Linedancer an diesem Tag antanzen werden."

Austro-Pop von den erfolgreichsten österreichischen Liedermachern - damit trumpfen die Jungs von "Austria 7" am Mittwoch, 27. Juli, auf. Songs von Rainhard Fendrich, Wolfgang Ambros, Georg Danzer und Falco haben sie als Asse im Ärmel. Damit dürften sie auch bei ihrem zweiten Serenadenauftritt die Herzen der Zuhörer gewinnen.

Vier Gruppen gestalten die beliebte "Serenade der Volksmusik" . Die "Dagesteiner Musikanten" , die "Neisteder Zoiglmusi" , die "Louher Kirwaleit" und "Auer Gsox" lassen am Sonntag, 31. Juli, die Bretter beben. Letzteres eine Band von fünf Mädel um Liesl Weapon - den Weidenern ebenfalls bekannt durch die "Schicksalscombo" -, die in München aktuell angesagt ist. Moderiert wird das Ereignis von - so OB Seggewiß - "Starmoderator Lothar Höher". Die Serenade beginnt wie üblich mit einem Festzug vom Alten Rathaus, wird von OTV aufgezeichnet und später in der Reihe "Volksmusikstammtisch" ausgestrahlt.

Den krönenden Abschluss des Serenadensommers bildet wieder der "Italienische Abend" mit den "I dolci Signori" , der schon 2015 das Highlight war. Zu italienischen Hits aus Vergangenheit und Gegenwart werden am Mittwoch, 3. August, italienische Weine und Leckereien geboten. Eines ist damit garantiert: mediterranes Flair im Max-Reger-Park.

Wenn - und das gilt für alle Serenaden - "das Wetter mitspielt", wie Veranstalter und Akteure schwer hoffen. Denn das ist, wie der Blick auf die ausgezeichnete Besetzung zeigt, die einzige Unbekannte bei den 33. Weidener Sommer-Serenaden.
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