Das seltene Phänomen der lokalen Unwetter
Wie Popcorn in heißer Pfanne

Warum tritt das Hochwasser in Niederbayern nur an einzelnen Orten mit derart verheerender Wirkung auf? Ein seltenes Phänomen der Natur - erklärbar mit dem Popcorn-Vergleich.

Weiden/Amberg. Die derzeitige Unwetterwelle über Deutschland macht Meteorologen ziemlich mürbe, fordert aber vor allem bedingungslos und auf tragische Weise Opfer. Man kann durchaus von einer Ausnahmesituation sprechen, die in dieser Form nur selten vorkommt.

Grund für die teils gewaltigen Regenmengen, die allerdings immer nur punktuell auftreten, und eher einzelne Orte, als die große Fläche treffen ist, dass das aktuelle Tief "Frederike" (wie auch seine Vorgängerin "Elvira") lange an Ort und Stelle verharren. Umrahmt von zwei Hochs kann man sich das Ganze wie in einer Parklücke vorstellen: Wenn man eingequetscht wurde, aber dennoch vor oder zurück fahren will, "dann buscht's halt" irgendwann und das kann man ruhig wörtlich nehmen.

"Eingeparktes" Tief


Normalerweise kommt ein Tief an, zieht mit seinen Fronten durch, und verschwindet dann auch wieder. In unserem Fall liegt das Tief aber "eingeparkt" tagelang an Ort und Stelle, und somit wird auch viel länger Feuchtigkeit zu uns gesaugt, als wenn es eben nur durchziehen würde. Diese feuchte Luft muss nun nur einfach noch angehoben werden um zu kondensieren, und dann entladen sich die tagelang in der Atmosphäre angesammelten Wassermassen.

Dieses Anheben der Luft kann dann einfach durch einen Buckel, der einer Wolke im Weg steht passieren, oder durch Sonneneinstrahlung, gegeneinander laufende Bodenwinde, oder auch durch den berühmten Flügelschlag des Schmetterlings. Darum sind diese Ereignisse auch so schwer vorherzusagen: Der Atmosphärenzustand ist höchst labil, und ähnlich wie in der heißen Pfanne mit Popcorn weiß man eben erst, wo's losgeht, wenn das erste Korn aufgesprungen ist. Und durch den fast nicht vorhandenen Höhenwind stehen diese schweren Gewitterzellen dann oft stundenlang über einem Ort, während es einige Kilometer weiter ruhig bleibt. Auf die Frage, ob die Ereignisse aus Niederbayern und Baden- Württemberg, oder eben auch aus NRW die Nordoberpfalz heimsuchen können, bleibt daher nur eine Antwort: Kann, muss aber nicht. Das ist eine natürliche, wenn auch sehr schlechte Laune der Natur. In jedem Fall bleibt die gewitteranfällige und feuchtigkeitsgeschwängerte Luft noch bis inklusive Sonntag erhalten.

Der Blick in den Himmel


So bleibt auch nur der eigene Blick zum Himmel, um nahendes Unheil kurzfristig zu erkennen- und die Warnlage in den Medien aufmerksam zu verfolgen. Federführend und versicherungsrelevant zählen hierbei die akuten Warnungen des Deutschen Wetterdienstes per App, die Webseite www.dwd.de und offizielle Warnungen des Deutschen Wetterdienstes in Funk und Fernsehen.
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