Daten, Fakten, Ansprechpartner und prominente Betroffene
Depression in Mittelpunkt rücken

Ein Randthema? Depression ist eine Volkskrankheit und gehört gerade deswegen thematisiert. Bild: epd

Die Zahl der registrierten psychischen Erkrankungen nimmt zu. Wer als Patient in der Region Hilfe sucht, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen. In der Statistik steht die Oberpfalz jedoch stellenweise als „überversorgt“ mit Therapeuten da. Wie kann das sein?

Wer aus dem Internet oder dem Telefonbuch die Nummer eines ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten heraussucht, anruft und auf schnelle Hilfe hofft, wird enttäuscht sein. Oft vergeht bis zu einem halben Jahr, bis ein Patient die Behandlung beginnen kann. Akuten Notfällen wird zwar an anderer Stelle geholfen, alle anderen müssen viel Geduld mitbringen. Die meisten Therapeuten führen seitenlange Wartelisten und können sich vor Anfragen kaum retten.

Dieser Versorgungsengpass fällt gerade in einer Zeit massiv ins Gewicht, in der vor allem Depressionserkrankungen stetig zunehmen. Die DAK-Gesundheit, eine der größten Krankenkassen Deutschlands, meldete vor kurzem für das Jahr 2013 eine gewachsene Zahl der diagnostizierten Depressionen: Insgesamt sind innerhalb von fünf Jahren die Ausgaben der DAK für die Behandlung von psychischen Erkrankungen um 15 Prozent gestiegen, die Anzahl der Fehltage wegen Depressionen hat sich in den vergangenen 13 Jahren um 178 Prozent erhöht. Der jüngste „Bundesländerreport Gesundheit“ des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BKK) macht dazu noch auf regionale Besonderheiten aufmerksam: Die meisten Depressionsdiagnosen werden laut BKK in Bayern erstellt, und gerade in Ostbayern registriert der Verband eine überdurchschnittliche Häufigkeit psychischer Erkrankungen.

Hier ein Überblick der folgenden Themenbereiche des Beitrags:


  • Daten und Fakten zum Thema Depression
  • Die seelischen und körperlichen Symptome einer Depression
  • Wie Depression definiert und diagnostiziert wird
  • Möglichkeiten, die Krankheit zu behandeln
  • Depression verusacht Kosten in Milliardenhöhe
  • Rat für Angehörige von Betroffenen
  • Prominente, die an Depression leiden oder litten
  • Blogger verraten ihre Motivation, das Thema öffentlich zu diskutieren
  • Hilfe bei Depression - Foren, Linktipps und Telefonnummern


Ein Blick auf die Karten von Faktencheck Gesundheit macht deutlich, dass Depression vor allem in Bayern ein Thema ist. Sowohl die Häufigkeit der Depressionensdiagnosen, als auch die Verteilung von schweren Depressionsdiagnosen sind im Freistaat überproportional hoch. Die Erhebungen aus dem Jahr 2011 zeigen zudem in Bayern ein Defizit bei der Behandlung schwerer Depressionen auf(Quelle: Faktencheck Gesundheit/Bertelsmann Stiftung).

"Netzwerke brechen weg, Familienverbünde lösen sich auf"


„Ein Grund ist eine Entstigmatisierung von seelischen Erkrankungen, die gerade für junge Menschen die Hemmschwelle gesenkt hat, sich Hilfe zu holen“, sagt Dr. Stefan Gerhardinger von der Caritas-Beratungsstelle für seelische Gesundheit in Weiden über den Anstieg von Depressionsdiagnosen. Für viele Menschen nähmen aber auch die Probleme in der Arbeit zu, der Druck steige. „Gleichzeitig brechen manchmal soziale Netzwerke weg, Familienverbünde lösen sich auf, die Vereinzelung nimmt zu.“

Auch Dr. Heribert Fleischmann, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Bezirksklinikum Wöllershof (Kreis Neustadt/WN), sieht den Grund für den Anstieg der Zahl registrierter psychischer Erkrankungen im Sinken der Hemmschwellen: „Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen nehmen aufgrund der geringeren Stigmatisierung eher Leistungen in Anspruch als früher.“ Dass nicht nur junge Menschen mit ihrer Depression offener umgehen wollen, statt sich zu verstecken, demonstrierte vor wenigen Wochen die junge Hamburgerin Jana Seelig auf dem Nachrichtenplattform Twitter: Unter dem Hashtag #notjustsad (Nicht bloß traurig) schrieb sie offen über ihre Krankheit, Hunderte Twitter-Nutzer schlossen sich ihr an, rund 1500 Tweets folgten.

Forderung nach zentraler Leitstelle als Anlaufpunkt für Patienten


Ein Blick in die Statistiken der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), welche die maximale Zahl der Sitze für niedergelassene Ärzte und Therapeuten mitbestimmt, erweckt den Eindruck, die Versorgung all dieser Menschen mit Psychotherapie dürfte kein Problem sein: Regionen wie die Stadt Weiden und der Kreis Neustadt/WN, die Stadt Amberg und der Kreis Amberg-Sulzbach oder der Kreis Schwandorf weisen einen Versorgungsgrad von 100 bis 113 Prozent auf, gelten also als ausreichend versorgt oder „überversorgt“. Nur der Kreis Tirschenreuth erreicht mit 70,7 Prozent laut KVB nicht den rechnerisch erforderlichen Versorgungsgrad.

Birgit Grain, Pressereferentin der KVB in München, erklärt, dass diese Werte auf statistischen Kennzahlen basieren, die zur Bestimmung des Bedarfs herangezogen werden. Regionale Anpassungen seien durchaus möglich, um auf den gestiegenen Bedarf an Therapiemöglichkeiten zu reagieren, aber: „Die Schwäche der derzeitigen Bedarfsplanung liegt darin, dass entscheidende Kenngrößen vor rund 20 Jahren festgelegt wurden“, sagt Grain. „Dass ein höherer Bedarf an psychotherapeutischen Leistungen entstanden ist, bleibt unberücksichtigt.“

Dass mehr Psychotherapeuten in der Oberpfalz die Wartezeiten für die Patienten verkürzen würden, glaubt Stefan Gerhardinger ohnehin nicht: „Das allein würde die Probleme nicht lösen. In einem halben Jahr spätestens wären die Wartelisten wieder voll.“ In der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Nordoberpfalz arbeite man daher an einer Modellregion: „Das Ziel ist ein Netzwerk, das die psychotherapeutische Versorgung in der Region optimiert“, sagt Gerhardinger. „Wir brauchen eine zentrale Leitstelle als Anlaufpunkt für Patienten, die eine erste Betreuung übernimmt und die weiteren Schritte einleitet.“ Es könne bisher nicht jeder Hausarzt so etwas leisten, daher wolle die PSAG mittelfristig Schulungen für die Mediziner anbieten. Es sei wichtig, Patienten früh an die passende Behandlung heranzuführen, „denn nicht jeder 'psychologische Schnupfen' braucht gleich eine langjährige Psychotherapie“.

Heribert Fleischmann sieht generell ein großes Ungleichgewicht im Gesundheitssystem: „Es zeigt sich, dass grundsätzlich für körperliche Belange mehr Ressourcen zur Verfügung stehen als für psychische Erkrankungen.“ Beim Blick auf die Zahlen der KVB entdeckt er zudem eine weitere Schieflage: „Es wird sichtbar, dass die psychiatrische Versorgung in der Region mittlerweile stärker gefährdet ist als die psychotherapeutische Versorgung.“ Es müssten dringend mehr Sitze für die psychiatrische Versorgung geschaffen werden – dies sei ein bundesweites Problem. Fleischmann plädiert aber ebenso für eine effizientere und schnellere Erstversorgung: „Regional müsste ein Steuerungsinstrument geschaffen werden, das den aktuellen Bedarf erfasst und die Patienten an die beteiligten Therapeutinnen vermittelt.“

Unterscheidung Psychotherapeut, Psychiater, PsychologeEin Psychotherapeut übt laut dem Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen Psychotherapie aus. Das kann ein Psychologe ("Psychologischer Psychotherapeut"), oder ein Mediziner ("Ärztlicher Psychotherapeut") sein oder ein Pädagoge oder Psychologe, der nur für die Therapie von Kindern und Jugendlichen ausgebildet ist ("Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut"). Das Gesetz schützt die Berufsbezeichnung "Psychotherapeut" für diejenigen, die eine Berufszulassung aufgrund des Psychotherapeutengesetzes oder als Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung besitzen.

Psychiater sind Fachärzte für seelische Erkrankungen oder Störungen. Psychiater gehen von der körperlichen Seite an psychische Probleme heran. Der Psychiater hat Medizin studiert. In seinem Studium hat er sich in erster Linie mit der Funktionsweise und den Erkrankungen des menschlichen Körpers - kaum mit der Psyche des Menschen - beschäftigt und gelernt, diese Krankheiten hauptsächlich mit Medikamenten zu behandeln.

Psychologen sind Hochschulabsolventen, die das Fach Psychologie studiert haben. Psychologen beschäftigen sich damit, menschliches Erleben (Gedanken und Gefühle) und Verhalten zu beschreiben, zu erklären, vorherzusagen und zu ändern. Psychologen gehen von der psychischen Seite an psychische Probleme heran.

Die Berufsbezeichnung "Psychologe" darf nur von Personen geführt werden, die über den Abschluss eines Hochschulstudiums im Fach Psychologie verfügen.

Alle Aspekte beachten


Der Klinikchef fordert eine „ganzheitliche Sichtweise“, also die Wahrnehmung der körperlichen, psychischen und sozialen Aspekte einer Erkrankung mit den zugehörigen therapeutischen Verfahren. „Nur diese integrierte Herangehensweise an komplexe psychische, insbesondere psychosomatische Erkrankungen, wird zu einer besseren Versorgung führen.“ Er sehe größere therapeutische Chancen in der Einbeziehung der Mit- und Umwelt, "also in der Regel Arbeitsplatz und Familie", sowie in der Vernetzung therapeutischer Strukturen im Gegensatz zu isolierten Einzeltherapien. "Es sollte hier in der Region mehr systemisch geplant werden", sagt Fleischmann. Außer an Versorgung mangelt es aber oft auch an Verständnis, vor allem im Umfeld der Betroffenen. „Ich habe Unverständnis für das Unverständnis“, sagt Stefan Gerhardinger. „Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO wird jeder dritte Bundesbürger im Verlauf seines Lebens mindestens einmal wegen eines psychischen Leidens behandelt, dazu zählt auch Demenz. Das ist also kein exotisches Problem.“ Trotzdem sei es für Patienten nicht in jeder Situation ratsam, offensiv mit der Erkrankung umzugehen. „Allerdings erzeugt schon das Verheimlichen der Krankheit zusätzlichen Stress.“ Die Enttabuisierung von psychischen Krankheiten ist demnach ebenso wenig abgeschlossen wie der ausreichende Ausbau von Therapiemöglichkeiten. Die Heilungschancen, da sind sich die beiden Experten einig, sind dabei nicht besser oder schlechter als bei körperlichen Erkrankungen: Eine verletzte Seele kann genauso gut verheilen wie ein gebrochenes Bein.

Daten und Fakten zu Depression


Die Gründer von "Freunde fürs Leben" haben Daten und Fakten vom Statistischen Bundesamt der Bundesrepublik Deutschland, dem Bündnis gegen Depression und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammengetragen. Die "Freunde fürs Leben" sind Hinterbliebene, die sich mit den Themen Depression und Suizid beschäftigen. Sie haben geliebte Menschen verloren oder sind betroffen durch Erlebnisse in ihrem unmittelbaren Umfeld. In einem Video stellen sich Gründer und Unterstützer vor:



Daten und Fakten sowie seelische und körperliche Symptome

  • In Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen an einer depressiven Stimmung
  • Weltweit sind schätzungsweise 121 Millionen Menschen betroffen
  • Jeder dritte Notarzteinsatz hat mit psychischen Krisen zu tun
  • Von 100 erkrankten Menschen suchen derzeit etwa 35 professionelle Hilfe
  • Bei den 15- bis 35-Jährigen ist der Suizid als Folge einer Depression die zweithäufigste Todesursache
  • In depressiven Phasen besteht ein erhöhtes Risiko für selbstverletzendes Verhalten und Suizidversuche
  • Junge Erwachsene zwischen 15 und 34 sind zunehmend von psychischen Gesundheitsproblemen wie Angststörungen und Depressionen betroffeny
  • Trotz intensiver Forschung sind die genauen Ursachen der Depression noch immer ungeklärt
  • Frauen erkranken zwei bis drei Mal häufiger an Depressionen als Männer
  • Durchschnittlich vergehen elf Monate, bevor Menschen mit Depressionen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen
  • Fast 80 Prozent der Menschen sind der Überzeugung, dass Antidepressiva süchtig machen; das ist jedoch nicht der Fall; im Gegensetz zu Beruhigungs- und Schlafmitteln


"Freunde fürs Leben" listet folgende Symptome aufSeelische Gründe:
gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, Interessensverlust, Angst und Unruhe, Schuldgefühle, Gefühle von Wertlosigkeit und Überforderung, innere Leere, Konzentrationsschwierigkeit, Todesgedanken, Verlust von sexuellem Interesse.

Körperliche Gründe:
Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Magen- und Darmbeschwerden, Gliederschmerzen, Veränderung der Essgewohnheiten, Gewichtsveränderung, Erschöpfung, Energielosigkeit, ungewöhnliche Langsamkeit

Wie Depression definiert und diagnostiziert wird


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Depression wie folgt:

"Eine Depression ist eine weit verbreitete psychische Störung, die durch Traurigkeit, Interesselosigkeit und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sein kann. Sie kann über längere Zeit oder wiederkehrend auftreten und die Fähigkeit einer Person zu arbeiten, zu lernen oder einfach zu leben beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall kann eine Depression zum Suizid führen."

Das Internet bietet viele Selbsttests. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe, und die Techniker Krankenkasse etwa. Natürlich sollten bei psychischen Problemen Ärzte zu Rat gezogen werden. Dennoch sind die Tests nützlich, um Tendenzen festzustellen.

Die Diagnose einer Depression wird anhand der Kriterien des ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten & verwandter Gesundheitsprobleme) gestellt. Dafür gibt es eine Formel.

Wie sich Depression anfühlt und wie es einer Betroffenen geht, zeigt folgendes Video:


Ein weiteres Video erklärt, wie eine Depression entsteht und wie die Gehirnregionen reagieren:

Möglichkeiten, die Krankheit zu behandeln


Es gibt mehrere Ansätze, Depressionen zu behandeln. Das hängt vor allem vom Schweregrad der Erkrankung ab. Der Bundesverband für Geshundheitsinformation und Verbraucherschutz-Info Gesundheit hat eine Übersichterstellt. Im Prinzip kommen zwei Behandlungsmöglichkeiten in Frage - eine Psychotherapie und eine medikamentöse Therapie. Oftmals führt ein Mix beider Ansätze zum Erfolg.

Depression verursacht Kosten in Millardenhöhe


Viele schlagen verbal in dieselbe Kerbe, wenn es um die Kosten geht. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe schreibt auf ihrer Hompeage von "steigenden Kosten für die Wirtschaft".
In Deutschland lägen die Kosten in Folge depressionsbedingter Frühberentungen bei circa 1,5 Milliarden Euro jährlich. An Arbeitsunfähigkeit werden nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit pro Jahr etwa elf Millionen Tage durch über 300.000 depressive Erkrankungsfälle verursacht: Tendenz steigend. Fazit: Depression verursacht der Wirtschaft erhebliche Kosten.

Die Allianzschreibt auf ihrer Homepage: "Die direkten und indirekten Kosten, die Depression jährlich verursacht, liegen in Deutschland zwischen 15,5 und 22 Milliarden Euro. Allein zwischen 2002 und 2008 sind die direkten Krankheitskosten um ein Drittel auf 5,2 Milliarden Euro gestiegen. Die indirekten Kosten sind mit 10,3 bis 16,7 Milliarden Euro sogar ungleich höher: 9,3 Milliarden Euro davon sind darauf zurückzuführen, dass depressive Menschen zur Arbeit gehen, anstatt zuhause zu bleiben und sich behandeln zu lassen." Die durch verminderte Produktivität depressiver Arbeitnehmer am Arbeitsplatz verursachten Kosten würden damit den mit Abstand größten volkswirtschaftlichen Schaden darstellen (sogenannter Präsentismus).



Rat für Angehörige von Betroffenen


Nicht nur Depressive leiden an der Krankheit. Auch das Umfeld ist betroffen. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe hat folgenden Rat für Angehörige:

  • Akzeptieren Sie die Depression als Erkrankung
  • Ziehen Sie den Arzt zu Rate
  • Bleiben Sie geduldig
  • Überfordern Sie sich nicht
  • Seien Sie zurückhaltend mit gut gemeinten Ratschlägen
  • Treffen Sie keine wichtigen Entscheidungen

Prominente, die an Depression leiden oder litten


Depression ist eine Krankheit, die auch vor Prominenten nicht Halt macht. In den vergangenen Jahren wurden einige Fälle bekannt. Der ehemalige deutsche Nationaltorhüter Robert Enke nahm sich aufgrund seiner Depression 2009 das Leben. Auch Schauspieler Robin Williams litt unter der Kranheit und begang 2014 Suizid. Sebastian Deisler bekannte 2003: „Ja, ich bin krank, ich leide an Depressionen.“ Er setzte mehrere Monate mit dem Fußballspielen aus. Seine Karriere beendete er schließlich 2007 im Alter von 27 Jahren. Auch Sven Hannawald sprach 2004 offen über seine Krankheit. Schlagersängerin Michelle litt einige Zeit unter schweren Depressionen. Sie unternahm nach eigener Aussage einen Selbstmordversuch.


Robin William galt nicht zuletzt wegen seiner vielen komödiantischen Rollen als lebensbejahender Typ. Der Schein trügte. Der Schauspieler litt unter Depressionen. Bild: dpa

Blogger verraten ihre Motivation, das Thema öffentlich zu diskutieren


Tobi Katze schreibt zum Beispiel: "Depressionen werden immer noch mit viel zu spitzen Fingern angefasst, immer noch lieber in die Stille der Schande geschoben als sie einfach mal ganz offen als das thematisieren zu können, was sie sind: Eine Krankheit." Als Anlass, den Blog zu betreiben, nennt er den Suizid einer ebenfalls depressiven Freundin an den Weihnachtstagen 2013. Katzes Ziel deshalb: "Ich möchte Depressionen Gesichter geben." Dabei betont er, dass es sich dabei um "kein Jammerforum" handle.

Der sowohl humorvolle, als auch ernsthafte Umgang mit dem Thema hat Erfolg. So sehr, dass er mit seinem ursprünglichen Blog auf den Internetauftritt von stern.deumzog. Katze tritt auch bei Poetry Slams mit Texten über Depression auf:



Auch Dennis Will, der bekennt, dass er schon seit seiner Kindheit depressiv ist, hat einen Blog: "Ich habe sehr lange gebraucht, um meine Gefühle und Gedanken einordnen zu können. Heute stehe ich dazu, dass ich depressiv bin." Er mache daraus kein Geheimnis mehr. "Im Gegenteil, ich gehe damit bewusst an die Öffentlichkeit, weil ich aufklären möchte. Ich denke, dass die Krankheit Depression von vielen immer noch nicht akzeptiert, geschweige denn verstanden wird."

In seinem Blog und auf seinem Twitter-Accountschreibt er über seine Psychotherapie, seine Erfahrungen mit der Krankheit und gegen eine Verharmlosung von Depression.

Hilfe bei Depression - Foren, Linktipps und Telefonnummern


Prinzipiell gilt: Diese Angebote sind kein Ersatz für eine Behandlung durch einen Arzt oder Psychotherapeuten. Im Notfall sollte man sich mit einem Arzt, der nächsten psychiatrischen Klinik oder dem Notruf in Verbindung setzten.

Foren:
Forum Depression
Diskussionsforum Depression
Forum der Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Forum des Bündnisses Depression
Seelenschmerz-Forum

Linktipps und Telefonnummern:

Im akuten Notfall ist das Bezirksklinikum Wöllershof(Kreis Neustadt/WN) unter Telefon 09602/78-0 rund um die Uhr zu erreichen.

Ansprechpartner für Kinder- und Jugendpsychiatrie findet man in Weiden unter Telefon 0961/39167-0, in Amberg unter Telefon 09621/916668-10 (jeweils Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr).

Die Therapieplatzvermittlung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns(KVB): Telefon 0921/787765-40410; Fax 0921/78776540411; Montag bis Donnerstag 9 bis 17 Uhr und Freitag 9 bis 13 Uhr.

Beratungsstelle für seelische Gesundheit(Selbsthilfegruppe Depression in Weiden): 0961/389050.

Selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch Kranker in Tirschenreuth: 09631/70760.

Anlaufstellen in Regensburg

Weitere Anlaufstellen in der Region

Die Telefonseelsorgeist unter der Nummer 0800/1110111 erreichbar. Ausgebildete Helfer sind rund um die Uhr im Einsatz. Aus Deutschland ist die Nummer vom Handy und Festnetz aus kostenlos.

Es gibt außerdem ein Kinder- und Jugendtelefon mit der Nummer 0800/1110333. Dort können Betroffene von Montag bis Freitag von 14 bis 20 Uhr anrufen und mit einem Berater sprechen. Samstag von 14 bis 20 Uhr gibt es das Angebot "Jugend berät Jugend". Die Nummer ist kostenfrei.

Das Info-Telefon der Deutschen Depressionshilfe hat die Nummer 0800/3344533. Betroffene und Angehörige können sich dort über mögliche Anlaufstellen im Versorgungssystem informieren. Sprechzeiten sind Montag, Dienstag und Donnerstag von 13 bis 17 Uhr sowie Mittwoch und Freitag von 8.30 bis 17 Uhr.

Außerdem gibt es eine Onlinestory zum Thema Telefonseelsorge Nordoberpfalz.

Alle Artikel zum Thema "Depressionen" finden Sie unter www.onetz.de/themen/depressionen.html

Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.