Dekanat Weiden stellt Veranstaltung
Reformation eröffnen

Zum Reformationsjubiläum machen sie eine große Kiste voller Veranstaltungen auf: (von links) Dekan Dr. Wenrich Slenczka, Ulrich Keltsch, Susanne Götte, Thomas Vitzthum und Bettina Hahn. Anlässlich 500 Jahre Reformation rücken sie Martin Luther und seine Ideen neu ins Blickfeld. Bild: ui

Vor 500 Jahren hingen 95 Thesen an einer Tür. Im evangelischen Dekanat Weiden sollen zum Reformationsjubiläum Thesen an 95 Türen hängen.

"Knockin' on heaven's door - Wir öffnen Türen" hat die Evangelische Jugend ihr Kunst- und Kulturprojekt überschrieben. "Wir wollen viele Leute zum Mitmachen bewegen", sagt Thomas Vitzthum bei der Vorstellung des Programms für das Reformationsjubiläum im Dekanat. Gesucht seien Kinder- und Jugendgruppen, Vereine, Schulklassen, Chöre, Menschen mit und ohne Behinderung oder Familien, die Haus-, Schrank-, Küchen-, Kirchen- oder sonstige Türen gestalten. "Wir wollen damit anregen, sich Gedanken zu machen, wo Reformation in Kirche und Gesellschaft heute nötig ist", verdeutlicht der Geschäftsführer der Evangelischen Jugend die Idee für das Projekt.

Festival der Türen


Am Wochenende 1. und 2. Juli wollen die Verantwortlichen das Werk im Max-Reger-Park präsentieren. Vitzthum spricht von zwei Tagen mit Festivalcharakter, die begleitet werden von einem Freiluft-Gottesdienst zum Gemeindefest von St. Michael und einer Sommerserenade der Stadt am Sonntagnachmittag. "Wir übernehmen eine Tür", versprach Dekan Dr. Wenrich Slenczka im Namen seiner Familie. Anmeldungen nimmt die Evangelische Jugend weiterhin entgegen.

Gleich zum Start ins Jubiläumsjahr erklingt beim Gottesdienst am Montag, 31. Oktober, um 19 Uhr in St. Michael in Weiden die Bach-Kantate "Gott der Herr ist Sonn und Schild". Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser hat den musikalischen Schwerpunkt im kommenden Jahr auf Johann Sebastian Bach gelegt. Am 2. April steht die Johannespassion auf dem Programm, am 28. Juli, dem Todestag des Komponisten, die Orgelmesse. Darin vertonte Bach die Katechismuschoräle Luthers. Zum Reformationsfest 2017 leitet Kaiser die Aufführung der Kantate "Ein feste Burg ist unser Gott".

Weiterer Höhepunkt ist die Wanderausstellung "Reiches Erbe - Lebendiger Glaube" zur Reformation in der Oberpfalz, die ab März in Vohenstrauß und im September in Floß zu sehen sein wird. Vorträge, auch mit Blick auf die Ökumene und die katholische Sichtweise, runden das Angebot ab. Dazu kommen besondere Gottesdienste, Theateraufführungen wie "Play Luther" am 21. Februar, "Martinus Luther" am 20. März in der Max-Reger-Halle und Szenen aus der Flosser Kirchengeschichte am 10. und 12. Mai sowie weitere musikalische Angebote.

"Wir feiern als Jubiläum, dass das Evangelium neu zum Tragen und Leuchten gebracht worden ist", freut sich Dekan Dr. Slenczka. Ziel der Reformation sei es gewesen, die Kirche zu erneuern, nicht sie zu spalten. Und weil das nicht nur eine theologische Sache war, gibt es im Dekanat deftige Reden, Anekdoten und knackige Zitate bei den Treffen zum Lutherzoigl in der Erinnerung an die Zusammenkünfte beim Essen und Trinken im Hause Luther mit den Tischreden.

Mitschriften von Studenten


"Studenten haben das meist in einem Kauderwelsch aus Deutsch und Latein mitgeschrieben", berichtet Ulrich Keltsch, der einige dieser Lutherzitate ins Zoiglbayerische übertragen hat. Auftakt ist am Montag, 7. November beim "Stich'n" in Weiden mit Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss. Termine in dieser Reihe, die schon feststehen, sind am 25. März in Speichersdorf, am 29. April in Vohenstrauß, am 7. Juli in Neustadt am Kulm und am 28. Oktober 2017 in Püchersreuth. "Da kommen noch mehr dazu", ist sich Dr. Slenczka sicher. Das gilt ebenso bei weiteren Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum in den einzelnen Gemeinden, ergänzt Susanne Götte, die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit.

Frauen der Reformation"Frauen der Reformation" lautet der Titel einer Ausstellung, die vom 10. März bis 1. April in St. Michael zu sehen ist. Sie thematisiert die noch wenig erforschte weibliche Seite der Reformation. "Viele kamen aus Schulen, gründeten Schulen, waren durchgängig sehr gebildet und haben mit ihren Männern oft auch über theologische Fragen gestritten", sagte Bettina Hahn vom Evangelischen Bildungswerk.

Begleitend zur Schau gibt es Musik und Vorträge sowie Führungen. So spricht beispielsweise die Pfarrerin von Windischeschenbach und Thumsenreuth, Nadine Schneider am 24. März in St. Michael unter der Überschrift "Kinder, Küche, Kirche" über Argula von Grumbach und ihren Beitrag zur Reformation. Die Oberpfälzerin war Zeitgenossin von Luther und traf den Reformator persönlich. Frauen wie Auguste Sophie von Sulzbach, die durch Heirat Fürstin von Lobkowicz wurde, trugen die Ideen der Reformation weiter. (ui)
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