Dekanatstag in Neunkirchen - Vortrag mit H.H. Weihbischof Dr. Josef Graf
„Gottes Wesen ist Barmherzigkeit“

Mit Weihbischof Dr. Josef Graf (im Vordergrund) als Hauptzelebrant und vielen weiteren Geistliche feierten die Gläubigen den diesjährigen Dekanatstag der Pfarrei St. Dionysius in Neunkirchen. Bilder: R. Kreuzer
 

Noch läuft das "Jahr der Barmherzigkeit". Hintergründe dazu erfahren die Gläubigen beim Dekanatstag in Neunkirchen von einem hohen Würdenträger.

Neunkirchen. (kzr) In zwei Hälften gestaltete die Pfarrei St. Dionysius den diesjährigen Weidener Dekanatstag. Zum einen gab es den Gottesdienst in Konzelebration mit H.H. Weihbischof Dr. Josef Graf und weiteren 17 Geistlichen. Zum anderen mit einem Vortrag des Weihbischofs im Pfarrheim zum Thema "Jahr der Barmherzigkeit".

In roten Paramenten standen die Priester im Altarraum. Weihbischof Graf war Hauptzelebrant. Dessen Besuch sei "eine besondere Ehre", sagte Dekan Johannes Lukas am Hochfest des Evangelisten Lukas. Dieser gilt als Verfasser des dritten Evangeliums und der Apostelgeschichte und hat als Quelle das Markusevangelium benutzt, dem Ganzen aber sein persönliches Gepräge gegeben.

Den Gottesdienst begleitete gesanglich die Chorgemeinschaft Mantel-Neunkirchen mit den Solistinnen Sophie Böhm, Irene Köllner und Brigitte Kreuzer, die auch die Gesamtleitung hatte. Vorgestellt wurden Ordinariumsteile aus "Ettaler-Liebfrauenmesse", eine Marien-Messe, die die tiefe, volksnahe Verwurzelung des Glaubens widerspiegelt. Gemeinsam sang die Gemeinde zum Schluss "Maria breit den Mantel aus".

Sicher nicht überdrüssig


Nach dem Auszug der Geistlichkeit trafen sich Priester, pastorale Mitarbeiter und Pfarrgemeinderatsmitglieder zum Vortrag des Weihbischofs. Noch bis Mitte November läuft das von Papst Franziskus ausgerufene "Jahr der Barmherzigkeit", auf das Graf näher einging. Es gebe Augenblicke, in denen wir aufgerufen sind, in ganz besonderer Weise den Blick auf die Barmherzigkeit zu richten. So fragte der Weihbischof zu Beginn: "Sind wir der Barmherzigkeit überdrüssig? Sicher nicht, jedoch soll es ein geistlicher Impuls sein, sie auf den weiteren Weg für uns mitzunehmen."

Barmherzigkeit sei auf dem weiten Feld des Humanismus zu finden. So könne sie ein Ideal sein und weit in die Nächstenliebe reichen. Der Redner unterstrich, dass Barmherzigkeit stärker auf das Tun ausgerichtet sei. Es sei ein Lehnwort, also ein Doppelbegriff. Er nannte es: für die Armen ein Herz haben. Die Herkunft des Begriffs ordnete Graf dem Christentum zu, das sich im achten Jahrhundert durchgesetzt hat.

Kein Gegensatz


Papst Franziskus möchte christliche Grundthemen anschlagen, erklärte Graf weiter. Er zitierte: "Die Barmherzigkeit Gottes entspringt seiner Verantwortung für uns. Er fühlt sich verantwortlich, das heißt: Er will unser Wohl, und er will uns glücklich sehen, voller Freude und Gelassenheit. Das Wesen Gottes, das Gott ausmacht, ist Barmherzigkeit."

Für die Bibel seien Barmherzigkeit und Gerechtigkeit kein Gegensatz. "Jedoch muss der Aufruf zur Barmherzigkeit auch schon mal ein Kämpfen um Gerechtigkeit einbinden. Hier müssen wir die Barmherzigkeit Gottes zu seiner Gerechtigkeit sehen." Eine Diskussion schloss sich den Vortrag an.

Der Aufruf zur Barmherzigkeit muss auch schon mal ein Kämpfen um Gerechtigkeit einbinden.Weihbischof Dr. Josef Graf
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