Deutsche Eiche kehrt zurück

Die Bewirtschaftung von Körperschaftswald muss Vorbildcharakter haben. Dafür stehen sie gerade: Stadtförster Wolfgang Winter (links) und Moritz Neumann, Forstoberrat im Amt für Landwirtschaft, Außenstelle Pressath. Bild: ca

Keine Panik: Nadelholz wird nicht aussterben. "Aber wir wollen es runterfahren." Laut Forstoberrat Moritz Neumann werden künftig mehr Laubbäume gezogen. In 20 Jahren soll der Anteil fast bei "fifty-fifty" liegen.

(ca) Neumann vom Amt für Landwirtschaft, Bereich Forsten, stellte im Weidener Rathaus den neuen Forstbetriebsplan für den Weidener Stadt- und Hospitalstiftungswald vor, der 20 Jahre gilt. 2033 könnte sich das Bild ganz schön verändert haben. Nur zwei Beispiele: Bisher stehen zu 50 Prozent Kiefern in den Stadtwäldern. Dann soll es noch ein Drittel sein. Jetzt sind nur vier Prozent der Bäume Eichen. 2033 sollen die Eichen 16 Prozent stellen.

Wasserstress für Flachwurzler

Das alles ist eine Konsequenz aus dem Klimawandel. Auch in Weiden ist die Temperatur seit 1947 um anderthalb Grad gestiegen (auf 9 Grad Celsius im Jahresdurchschnitt). Die Regenmenge nimmt ab. Flachwurzler wie die Fichte (der "Brotbaum der Forstwirtschaft") bekommen Wasserstress: Sie wachsen nicht mehr so gut und werden anfällig für Borkenkäfer. "Wir können es nicht regnen lassen", sagt Neumann: "Aber wir können klimatolerante Baumarten anbauen."

Als da wären: Buche, Eiche, Kiefer, Birke. Sie alle kommen mit Trockenheit besser zurecht. Und sie sind ursprünglich alle in der Region zuhause. Der Raubbau in den Wäldern im Mittelalter habe die Eiche "gekillt", erinnerte Neumann. Für Erz- und Glashütten waren Unmengen Brennstoff nötig. Eiche ist schwer nachzuziehen. Nadelhölzer wachsen schneller. Und so wurde vor allem damit aufgeforstet. Dieses Rad der Geschichte wird jetzt aufgrund der globalen Erderwärmung zurückgedreht.

In der Pflicht

OB Kurt Seggewiß zweifelte an, ob die Maßnahmen Deutschlands großen Effekt auf das Weltklima hätten: "Was wir hier machen, wird doch sofort kaputtgemacht." Er führte die Abholzung der Regenwälder ins Feld. Neumann wollte das Argument, "wir sind nicht mehr als das Schwarze unterm Fingernagel", nicht gelten lassen: "Das entbindet uns nicht."

Baumbestand in WeidenInsgesamt verfügt die Stadt über 235 Hektar Wald, die Stiftung über 228, informierte Neumann. Der Holzvorrat ist in den letzten 20 Jahren um ein Drittel auf 34 500 Kubikmeter (Stiftung 60 000) gestiegen.
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