Deutschland im Finale
Spannende Endrunde bei Physik-Weltcup

Im russischen Jekaterinburg kann sich die deutsche Physik-Nationalmannschaft ein Denkmal setzen. Mit dabei: Fabian Eller (links) und Jonas Landgraf (Sechster von links) aus Weiden. Bild: Felix Wechsler

Mit dem Physik-Weltcup verhält es sich schon mal wie mit dem DFB-Pokal: Der Wettbewerb hat seine eigenen Gesetze. Weshalb der schon sicher gewähnte Finaleinzug des deutschen Teams ins Wanken geriet.

Weiden/Jekaterinburg. Sicher glaubte sich das deutsche Team mit Kapitän Jonas Landgraf (18) und Fabian Eller (18) aus Weiden im Finale. Doch der vierte Wettkampftag zeigte, dass der Physik-Weltcup IYTP nach seinen eigenen Regeln verläuft: Sowohl die Teilnahme von Deutschland als auch von der Schweiz war plötzlich fraglich. Grund war ein ganz starker Auftritt der Schülergruppe aus Taiwan. "Heute lief es leider nicht so gut, aber zum Glück noch gut genug", sagt Kapitän Jonas Landgraf.

Zum Auftakt wirkte Fabian Eller etwas nervös, in seiner mit Videos gespickten Präsentation konnte er aber gut zeigen, wie Schallwellen eine Gasflamme stören. Intensiv diskutierte er das Phänomen mit den Schülern aus Großbritannien und Taiwan. "Das war schon sehr nervenzehrend", sagt Fabian. Es folgte Sören Selbach, der sich kompetent den chaotischen und nicht vorhersagbaren Schwingungen eines Doppelpendels widmete. Aus diesen beiden Wettkämpfen ging das deutsche Team zwar mit guten, aber nicht überragenden Bewertungen heraus. Der eigentlich komfortable Vorsprung zu Taiwan schrumpfte.

So lag es nun an Kapitän Landgraf, nochmals deutlich zu zeigen, dass Deutschland dieses Jahr zu Recht zu den Favoriten zählt. Fachlich fundiert und taktisch geschickt deckte er einige Schwächen im Vortrag aus Taiwan über tanzende Wassertropfen auf einer vibrierenden Schale mit Seifenlauge auf. Mit der höchsten Punktzahl für das deutsche Team an diesem Tag machte er das Finale endgültig klar. Taiwan lag weiter hinter Deutschland, zog aber wegen fünf gewonnener Wettkämpfe in der Vorrunde als vierter Teilnehmer ebenfalls ins Endspiel ein. Nach dieser Zitterpartie machte sich Erleichterung im deutschen Team breit. Es belohnte sich mit einem Ausflug ins Zentrum von Jekaterinburg. Nun gilt es, sich intensiv auf das Finale vorzubereiten. Mit Singapur, der Schweiz und Taiwan warten starke Gegner. "Es wird hart", meint Jonas. "Aber ich erwarte, dass wir nicht Letzter werden."

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