Diakon Feil informiert über Pater Alfred Delps Leben
Stunden, die wie Blitze sind

Diakon Anton Feil. Bild: Kunz

Ein Eintrag im Terminkalender Claus Schenk von Stauffenbergs am 6. Juli 1944 wurde Pater Alfred Delp zum Verhängnis. Der Jesuit hatte in Bamberg einen Vortrag gehalten und den späteren Hitler-Attentäter aufgesucht. Die Gestapo vermutete, dass Delp in die Attentatspläne vom 20. Juli 1944 eingeweiht gewesen sei. Und solches Wissen nicht zu melden, habe als schweres Verbrechen gegolten.

Diakon Anton Feil referierte beim Katholischen Männerverein über das Leben des Märtyrers, dem Papst Johannes Paul II. die Kirche S. Bartolomeo auf der Tiber-Insel in Rom als Gedenkstätte gewidmet hat. Am 2. Februar 1945, an einem Marienfest und Herz-Jesu-Feiertag, sei der Geistliche im Alter von 37 Jahren in Plötzensee am Strang hingerichtet worden. Das Todesurteil durch Roland Freisler sei am 11. Januar 1945 ausgesprochen worden. 1939 sei er Redakteur bei den "Stimmen der Zeit" mit Schwerpunkt "Soziale Fragen" gewesen. Nach Verbot durch die Nazis wurde er Kirchenrektor von St. Georg in München/Bogenhausen. Der 1907 in Mannheim geborene Delp wuchs mit fünf Geschwistern auf. Die Mutter war katholisch, der Vater evangelisch. Als Schüler bekam Delp einmal eine Ohrfeige vom Pastor, weil er zu spät zum evangelischen Religionsunterricht gekommen sei. Er war beim katholischen Pfarrer gewesen. "Alfred fühlte sich erniedrigt und wandte sich von da an ganz der katholischen Kirche zu", sagte Feil.

1926 begann Delp die langjährige Ausbildung im Jesuitenorden. Auf das zweijährige Noviziat folgten drei Jahre des Studiums der Philosophie in Pullach. Von 1934 bis 1936 studierte er in Valkenberg (Holland) Theologie und wurde 1937 von Kardinal Michael von Faulhaber in St. Michael in München zum Priester geweiht. Anträge auf Zulassung zur Promotion und auf die Stelle eines Seelsorgers wurden abgelehnt, weil Delp Jesuit war. Später als Kirchenrektor betreute er Jugendgruppen und half in der Pfarrei Heilig Blut mit. Er half auch in den durch Bombardierungen entstandenen Notlagen und setzte sich für verfolgte Juden ein. 1942 begann seine schicksalhafte Verbindung zum "Kreisauer Kreis", dessen Ziel eine neue Ordnung war, ohne Adolf Hitler töten zu wollen.

Während der Haft wurde Delp gefoltert, doch er nannte keine Namen. Seine Hände waren fast ständig gefesselt. Dazu habe ihn eine große Verlassenheit befallen, sagte Feil. Gnadengesuche wurden abgelehnt. Die Leiche schließlich verbrannt und auf riesigen Feldern verstreut.

Übrig geblieben seien nur eine zerbrochene Brille, ein Rosenkranz und das Büchlein "Die Nachfolge Christi des Thomas von Kempis". Feil: "Weiter leben werden seine Ideen." Delp sei in Wort und Schrift mächtig gewesen. Einer seiner Worte: "Es gibt Stunden, die sind wie Blitze."
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