Die Forschergruppe aus Regensburg erklärt Namen
Woher kommt eigentlich Würschinger? [Aktualisierung]

Bild: Huber
Woher stammen die Ortsbezeichnungen und Familiennamen, und was bedeuten sie? Das erklärt die „Forschergruppe Namen“ der Universität Regensburg in unserer wöchentlichen Serie:

Scharnagel


Scharnagel ist ein Berufsübername für jemanden, der mit dem Bauen von Dächern seinen Lebensunterhalt verdiente. Vermutlich handelte es sich dabei um einen Zimmermann oder Dachdecker. Mittelhochdeutsch bedeutet „scharnagel“ „Nagel zur Befestigung von Schindeln“.

Biersack


Der Familienname „Biersack“ ist der Übername für einen Menschen mit Bierbauch. Im Mittelhochdeutschen bedeutete „sack“ auch „Bauch“. Ein Übername ist ein sogenannter „Beiname“: Damit wird jemandem ein bestimmtes Merkmal zugeschrieben. Zum Beispiel eine körperliche Besonderheit, ein bestimmtes Aussehen, eine charakterliche Eigenschaft oder auch Gewohnheiten oder Verhaltensweisen.

Dienstbier


Ebenfalls ein Übername ist „Dienstbier“. Er hat zwei Bedeutungen: Im Spätmittelalter bezeichnete er jemanden, der für bestimmte Dienstleistungen der Untertanen eine bestimmte Menge Bier abgeben musste. Ebenfalls „Dienstbier“ genannt wurden Dünnbierbrauer. Auch ein Schankwirt wurde früher spöttisch „Dienstbier“ genannt.

Rewitzer


Der Familienname „Rewitzer“ ist (nach Telefonanschlüssen) hauptsächlich im Kreis Neustadt an der Waldnaab verbreitet. Er ist ein sogenannter Herkunftsname und leitet sich vom heutigen Ortsnamen Marktredwitz (Kreis Wunsiedel, Oberfranken) ab. „Marktredwitz“ wird in der Mundart „Rawetz“ genannt. Die ältesten Nennungen des Orts sind „Radewize“ um das Jahr 1135 und „Redwitz“ um 1271. Von der Form Redwitz – zur Aussprache erleichtert in Rewitz – leitet sich der Familienname Rewitzer ab. Der „Rewitzer“ war also jemand, der aus Marktredwitz stammte. Der Ortsname (Markt-)Redwitz wiederum ist ein slawischer Name, der rekonstruiert „Radovici“ lautete. Er ist vom slawischen Personennamen „Radu“ abgeleitet und bedeutet „Siedlung der Leute des Radu“.

Bodelschwingh


Der Name Bodelschwingh bezeichnet jemanden, der aus dem Ort Bodelschwingh bei Düsseldorf stammte – im Mittelalter auch Bodensvenge, Bodelswenge, Budenswenge genannt. Der Ortsname ist ursprünglich eine Zusammensetzung
aus den mittelhochdeutschen Begriffen „buode“ („Bude“, „Hütte“) und „schenke“ („Ausschenker“, auch „Gastwirt“, „Schankwirt“). „Bodenswinge“ wird durch regressive Dissimilation der beiden Nasale /n-/ zu „Bodelswinge“ /l-/. Regressive Dissimilation bedeutet, dass ein Folgelaut einen vorangehenden Laut so beeinflusst, dass dieser dem Folgelaut unähnlicher wird. Der Buchstabe „h“ am Ende ist eine Schreibvariante, die konventionalisiert wurde.

Aichinger


Der Name Aichinger ist ein sogenannter Herkunftsname. Er bezeichnet eine Person, die aus Aiching, Aichach oder Aicha stammte. Dem Familiennamen kann aber auch
ein Hofname zugrunde liegen. Die Ortsnamen beziehen sich auf Eichen, die an diesen Stellen standen oder stehen. Dabei ist Aiching ein sehr häufiger bayerischer und österreichischer Ortsname. Zur Bezeichnung der Person wird „er“ angehängt, was „die Person aus Aiching“ bedeutet. Die Ortsnamen Aichach oder Aicha sind in Ostbayern und Oberösterreich ebenfalls sehr beliebt. Hier wird die Endung „-inger“ angehängt.

Schuh


Der Name Schuh geht auf mittelhochdeutsch „schuoch“ zurück – dem Schuh. Er wurde entweder als Kurzform für den Beruf des Schuhmachers verwendet, oder bezeichnete als sogenannter Übername einen Träger auffälliger Schuhe.

Dreythaler


Der Dreythaler stammte oder kam aus einem sumpfigen Tal. Mittelhochdeutsch „dreg“ oder „drag“ bezeichnet den Morast, den Sumpf oder den Schlick. Die Endung „-er“ ist typisch für die Bezeichnung einer Person.

Gold


Der ursprüngliche Namenträger hatte auf die eine oder andere Weise etwas mit Gold zu tun. Er war möglicherweise Goldschmied. Dann wäre „Gold“ ein sogenannter Berufsübername, also ein Beiname, der eine Person näher beschreibt, zum Beispiel durch eine Eigenschaft oder Tätigkeit. Der ursprüngliche Namensträger könnte aber auch reich gewesen sein und viel Gold oder Goldschmuck besessen haben. Eine weitere Möglichkeit, die gelegentlich vorkommt, ist die Herkunft von einem ursprünglichen Hausnamen – zum Beispiel „Wernher zem Golde“ im 14. Jahrhundert. Hausnamen waren vor allem in ländlichen Gegenden üblich. Ein Haus oder ein Anwesen trägt einen Namen, zum Beispiel den seines Erbauers oder seines ersten Besitzers. Alle dort lebenden Familienmitglieder wurden mit dem Hausnamen bezeichnet.

Schwingsantl


Der Name Schwingsantl gehört zu den Übernamen, die aus Sätzen gebildet werden, wie zum Beispiel Schwinghammer, was „Schwing den Hammer“ bedeutet und für den Schmied steht. Schwingsantl bedeutet demnach „Schwing das Antl (Entchen)“. Möglicherweise ist das der Name für einen Handwerker mit einem Hammer, dessen Form an eine Ente erinnert, oder für einen Metzger.

Vögele


„Vögele“ ist die schwäbische Ableitung von Vogel und kann auf einen fröhlichen, sorgenfreien Menschen (von mittelhochdeutsch „vogel“ für „Vogel“) oder auf einen Vogelfänger oder Vogelhändler zurückgehen. Der Name könnte aber auch von einem Hausnamen mit zum Beispiel einem (eingekerbten/gemalten) Vogel als Hauszeichen stamme.

Hösamer


Der nur in den Kreisen Rottal, Passau und Schwandorf vorkommende Name
„Hösamer“ ist vermutlich eine Verkürzung des Namens „Hörsamer“, der ebenfalls im Landkreis Passau vorkommt. Vermutlich wurde durch Schreib- oder Hörfehler das erste „r“ nicht geschrieben oder gehört. „Hörsamer“ entspricht dem mittelhochdeutschen Adjektiv „horsam“ für „gehorsam“, das an das Verb „hören“ als „hörsam“ angepasst wurde. „Hörsamer“ enthält wie der Namen „Schwarzer“ das Suffix Nominativ Singular maskulin der starken Adjektivflexion. Wahrscheinlich bezeichnete der Namen Hö(r)samer einen unfreien Bauern.

Puff


Für den Namen „Puff“ gibt es zwei Erklärungsmöglichkeiten: Er kann ein sogenannter Übernamen für einen rücksichtslosen oder heftigen (Schläge oder Stöße austeilenden) Menschen sein (vergleiche mittelhochdeutsch „buf“, mittelniederdeutsch „puf“ für „Stoß“, „Puff“, „Schlag“) oder eine Nebenform des Rufnamens „Boff“ oder „Böff“ sein, der von „Bodefrit“ abstammt. „Bodefrit“ setzt sich aus „bodo“ für „Gebieter“ und „fridu“ für „Schutz vor Waffengewalt“ oder „Friede“ zusammen. Zur weiteren Klärung wären frühere Schreibweisen zu berücksichtigen.

Mehler


„Mehler“ ist ein Berufsname, der für den Mehlhändler steht. Der Aufschwung des Stadtwesens und die Entstehung der Zünfte, vor allem ab Mitte des 14. Jahrhunderts, führten zu einer Ausdifferenzierung der beruflichen Tätigkeiten und zur Arbeitsteilung. Der Mehler oder Mehlmann verkaufte das Mehl. Auf rheinischem Sprachgebiet kann der Familienname allerdings auch für den einfachen Maler, oder für den Kunsthandwerker stehen, der Wand- und Tafelmalerei betrieb. Ferner kann der Mehler ursprünglich jemand gewesen sein, der aus den Orten Mehle oder Mehlen stammte.

Schloderer


Der Name „Schloderer“ stammt vom mittelhochdeutsche Verb „slotern“, „slottern“, „sluttern“ ab, das für „schlottern“, „zittern“, „klappern“ oder „schwatzen“ bedeutet. Er ist entweder ein Übername zu „sloteroere“ also „Schwätzer“ oder „Klatscher“ oder auch eine Berufsbezeichnung für jemanden, der Schloder, also (Klapp-)messer ohne Feder, hergestellt
hat.

Ebenschwanger


Der Name ist vom Geländenamen „Ebenschwang“ abgeleitet. Die Endung „-er“ bezieht sich dabei auf eine Person (vergleiche: Bäcker oder
Fischer). Der Form „Ebenschwang“ liegt eine mittelhochdeutsche Form „Ebens-wanc“ zugrunde. Wang – verwandt mit „Wange“ – bezieht sich auf ein abschüssiges Gelände (vergleiche Wangen im Allgäu). „Ebens-“ ist der Genitiv des Personennamens „Eben“ (von „Abin“, altdeutsch: „Abwin“). Der Name bedeutet demnach: „einer, der an dem abschüssigen Gelände wohnt, das dem Eben gehört(e)“

Spitzer


Der in ganz Deutschland und besonders im Kreis Regensburg und Cham vorkommende Nachname kann drei verschiedene Bedeutungen haben: 1. jemand, der an oder auf einem spitz zulaufenden Feld oder Gelände wohnte (mittelhochdeutsch spitze „Spitze, spitzes Ende, Landspitze“); 2. einer, der aus einem Ort namens Spitz oder Spitzer kam; 3. einer, der zum Beispiel eine spitze Nase oder einen spitzen Kopf hatte, oder spitzfindig war.

Schuierer


Der Name „Schuierer“ (auch Scheu(e)rer) bezeichnet jemanden, der nahe einer Scheune (mittelhochdeutsch: schiure) wohnte oder aus einem ähnlich lautenden Ort kam (Scheuer, Scheuereck, Scheuerhof, Scheuermühle). Eine weitere Herkunft ergibt sich aus dem gleichlautenden mittelhochdeutschen Wort
„schiure“ für „Becher“ oder „Pokal“. Schuirer ist dann ein Berufsübername für den Hersteller.

Staffe


Der Name leitet sich von „Staff“ beziehungsweise „Stab“ her (vergleiche mittelhochdeutsch „stap“ oder mittelniederdeutsch „staf“ für „Stab“) und bezeichnet insbesondere jemanden mit amtlicher Gewalt, zum Beispiel einen Richter.

Srp


Der Name Srp kommt aus dem Tschechischen und war ursprünglich der Name eines Serben oder Sorben.

Knieriemen


Der Name leitet sich vom Beruf des Schusters ab. Genauer von einem Gegenstand seiner Arbeit – dem Knieriemen. Der Schuster spannte einen Lederriemen um Knie und Fuß und klemmte so den Schuh auf dem Knie fest. So konnte er ihn bearbeiten. Andere Schreibformen des Namens sind Knieriem und Knierim.

Ibel


Dieser Nachname "Ibel" bezeichnete ursprünglich einen Menschen, der als übel bzw. böse oder schlecht galt. Das mittelhochdeutsche Wort dazu ist übel(e). Der Umlaut „ü" wurde entrundet und wurde zum „i".

Nordgauer


Der Name „Nordgauer“ kann zwei Bedeutungen haben: Er kann ein Wohnstätten- oder Herkunftsname zu mittelhochdeutsch „nort“ für „Norden“ für jemanden sein, der im Norden wohnte oder aus dem Norden kam. „Nordgauer“ kann aber auch eine Kurzform der Rufnamen sein, die mit dem Namenwort „nord gebildet“ werden (zum Beispiel „Norbert“ abgeleitet für „nort“ für „Norden“ und „beraht“ für „glänzend“. Der Rufname wurde später zum Familienname, wie auch bei „Herr Otto“ oder „Frau Peter“. „Gau“ kommt von mittelhochdeutsch „göu“ oder „gou“ für „Gegend“, „Landschaft“, „Gau“.

Schutzbier


Die ältere Form des Namens dürfte „Schutt-sper“ gewesen sein. Ein Abgleich mit früheren Schreibweisen wäre aber erforderlich. Dies ist ein Satzname im Imperativ (vgl. Schwing- santl), verkürzt aus: „Schutte- den-sper“ für „versetze den Speer in Schwingung“ oder „werfe den Speer“. Der Name ist die Weiterentwicklung von „Schutzper“, der zu „Schutz- bier“ umgedeutet wurde. Die Person mit diesem Namen trug bzw. verwendete ursprünglich also einen Speer (= Söldner, Krieger) oder stellte Speere her (= Waffenschmied).

Würschinger


Der Familienname „Wirsing“/“Wirsching“ kommt häufig vor. Im Fall von Würschinger ist aber (wie bei Hösamer) die Adjektiv-Endung „-er“ angefügt und das erste „i“ zwischen „w“ und„r“ zu„ü“ gerundet. Es handelt sich um einen Übernamen nach der Wesensart mit der Bedeutung „der Schlimme“, mittelhochdeutsch: „wirsic“, „wirsing“ für „schlimm“.

Völkl


Das Zentrum des bayerischen Namens „Völkl“ liegt in Weiden und im Kreis Neustadt/WN. Er ist eine Kurzform von Rufnamen, die mit althochdeutsch
„folc“ für „Leute, Volk, Schar“ gebildet sind – zum Beispiel Volker oder Volkmar. Das Suffix „-l“ oder auch „-el“ ist eine bayerische Verkleinerungsform, entweder für einen Kosenamen oder für den „kleinen“ Volker oder Volkmar, also möglicherweise für den Sohn.


Isgier


Der slawische Name stammt von slawisch „iz“, was „aus“ bedeutet, und „gor-“, dem Stamm des Verbs „goreti“ – „brennen“. Der Ort Isgier bezeichnet demnach ursprünglich eine Stelle, an der eine Brandrodung vorgenommen wurde.

Ursulapoppenricht


Der Ortsname „Ursulapoppenricht“ (Gemeinde Hahnbach, Kreis Amberg-Sulzbach) setzt sich aus Ursula und Poppenricht zusammen. Um den Ort vom nicht weit entfernten Michaelspoppenricht, jetzt Poppenricht, zu unterscheiden, wurden vor den eigentlichen Ortsnamen die Namen der Kirchenpatrone Ursula und Michael gesetzt. Der Name Poppenricht erklärt sich durch die Mundart Bobmried sowie die historische Nennung – zum Beispiel „Popenriede“ im Jahr 1519. Dabei handelt es sich um eine Zusammensetzung des mittelhochdeutschen
„riet“, was „durch Rodung fruchtbar gemachtes Land“ bedeutet, mit dem altdeutschen Personennamen „Poppo“ (im Genitiv „Poppen“). So wurde der erste Siedler auf dem gerodeten Landstück bezeichnet. Poppenricht bedeutete
also ursprünglich „Siedlung des Poppo auf gerodetem Land“. Der Familienname „Popp“ ist vermutlich ebenfalls darauf zurückzuführen. Die Besonderheit am Namen „Ursulapoppenricht“ ist die offizielle, in der Amtsstube erfundene Schreibform mit der Endung „- richt“ anstatt „-riet“. Das hängt damit zusammen, dass man dort – in Kenntnis der nordbairischen Mundart („nicht“ wird zu „niet“) – geglaubt hatte, mundartlich „-riet“ sei aus „-richt“ entstanden, und Poppenriet demnach in Poppenricht „verbesserte"

Venedig


Die Vorstadt von Nabburg war aufgrund der Nähe zur Naab der erhöhten
Hochwassergefahr ausgesetzt. Sie wurde offenbar wegen ihrer Lage mit dem Namen der seit dem Mittelalter in ganz Europa bekannten italienischen Stadt versehen.

Großkotzenreuth


Der Ortsname Großkotzenreuth (bei Eschenbach, Kreis Neustadt/WN) besteht
aus drei Wortelementen. Das mittlere Element stammt vom Personennamen
„Kotz“ ab. Ältere Formen waren „Kotze“ und „Kotzo“. „Kotzen-“ ist die Genitivform davon. Das Wort „-reuth“ geht auf mittelhochdeutsch „riute“ („Rodung“) zurück. Die ursprüngliche Bedeutung von „Großkotzenreuth“ war folglich „Rodung
des Kotz(e)“. Das Wort „Groß-“ wurde hinzugefügt, um die Siedlung vom Ort Kleinkotzenreuth zu unterscheiden.

Wurmrausch


Der Ortsname Wurmrausch (Landkreis Amberg-Sulzbach) – im Mittelalter
belegt als „Wurmriske“ und „Wurmrisch“ – ist ein zusammengesetzter Name. Er besteht aus althochdeutsch „wurm“ für „Wurm, Schlange, Drache“ und althochdeutsch „*risc-“, was „Schilf, Sumpfgras“ bedeutete. Er kann Schlangengebüsch oder ähnliches bedeutet haben. Vielleicht handelte es sich aber auch um einen Pflanzennamen, wie bei vielen anderen Zusammensetzungen mit „Wurm-“. Der Ort wäre dann nach den Pflanzen benannt, die dort wuchsen.

Speckmannshof


Speckmannshof bezeichnet ursprünglich den Hof einer Person mit
den Familiennamen Speckmann (Beleg von 1372: „Speckmanßhoff“). In
der Zusammensetzung Speckmann kann Speck entweder auf mittelhochdeutsch „specke“ – „Knüppelbrücke“, „damm“ (durch Rundholz oder Bohlen befestigte Brücke oder Weg, zum Beispiel in einem Sumpfgebiet) oder mittelhochdeutsch „spec“, also „Speck“ zurückgehen. Im ersten Fall ist Speckmann ein Wohnstättennamen, im zweiten Fall entweder ein Berufsübername für einen Fleischer oder ein Übername für einen beleibten Menschen (kurz für Speckhals oder Speckbauch) und/ oder auch für jemanden, der gerne Speck aß. Das „s“ im Namen ist ein Binde-s beziehungsweise ein Genitiv (der Hof des/der Speckmanns).

Thomasgschieß


Der Ortsname „Thomasgschieß“ setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Das Grundwort „–geschieß“ geht auf mittelhochdeutsch „geschiez“ zurück und bedeutet „Giebelseite eines Gebäudes“. Es könnte eine Siedlung oder eine Flur an oder auf einer damit vergleichbaren Geländeformation bezeichnen. Das Bestimmungswort enthält den Rufnamen Thomas, vermutlich Gründer, Besitzer und/ oder Bewohner der Siedlung.

Pfifferstiel


In Schmellers Bayerischem Wörterbuch findet sich das sehr gut zu dem Beleg „Pfiffersteel“ von 1605 passende Wort „Pfifferstil“ für den Stiel des früher recht verbreiteten Pfifferlings. „Pfiffer-“ ist eine Abkürzung des Pfifferlings. Ausgehend von der wörtlichen Bedeutung könnte eine Flur- oder eine Geländeform gemeint sein; doch kann sich die Benennung auch auf etwas vermeintlich oder tatsächlich Wertloses beziehen. Weitere Namen mit dem Element „Stiel“ – für ein lang gestrecktes, schmales Landstück – sind „Pfannstiel“ im Landkreis Rosenheim und „Bürstenstiel“ im Landkreis Weilheim-Schongau. (Die Schreibung kann mit „ie“ oder „i“ vorkommen). Erwähnenswert ist ferner der Weiler Pfifferling im Landkreis Landshut, vermutlich ursprünglich eine Bezeichnung für ein ziemlich wertloses Stück Land.

Sargmühle


Der Ort Sargmühle bezeichnete ursprünglich eine an dieser Stelle stehende Mühle. Das Bestimmungswort „Sarg“ des 1501 als „Sörgmühl“ und 1577 als „Sorgmühl“ überlieferten Namens ist von mittelhochdeutsch „zarge“, frühneuhochdeutsch „sarg“/„sarch“ abgeleitet. Es bedeutet „Seiteneinfassung“, „Seitenwand“ zum Beispiel an oder um einen Mühlstein (Zarge, Bütte Mühlbottich, meist aus Holz.), vgl. Lexers Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. Der Ort ist folglich nach dem Mühlbottich benannt.

Ameisgrub


Im bayrischen Ortsnamen kommt „Ameis-“ öfter in Ver-bindung mit „-berg“ vor (wört- lich „Ameisenberg“). Ferner gibt es den Ortsnamen Grub, dialektal „Grou“ für eine Senke. Es handelt sich bei „Ameisgrub“ vermutlich ursprünglich um einen Ort oder eine Wohn- stätte in einer Senke oder Tal- sohle, in der es viele Ameisen gab.

Radwaschen


Die Ortsbezeichnung „Radwaschen“ setzt sich aus „Rad“ – das „Rad“, „Wasch“ – die „Wäsche“ und der Dativendung „-en“ zusammen, die einen örtlichen Bezug ausdrückt: „bei der Radwäsche“. In „Radwaschen“ wurden wahrscheinlich die Räder der Fuhrwerke gewaschen, daher der Name. Möglicherweise gab es auch einen gleichlautenden Gewerbebetrieb, der diese Tätigkeiten ausführte.
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