Die Mücke und das Biest
Ärzteverbund informiert sich über Zika-Virus

Zika-Experte PD Dr. Hans-Helmut Niller aus Regensburg. Bild: hfz

Ein Mückenstich, der rund um den Globus riesige Schlagzeilen macht und Ängste auslöst, beschäftigte nun auch den Ärzteverbund Oberfalz Nord im Café Mitte. Bei einer Fortbildung sprach PD Dr. Hans-Helmut Niller vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Regensburg über die Zika-Erkrankung, die bei Säuglingen zu Behinderungen oder gar zum Tod führen kann. Er wiederholte die dringende Empfehlung, dass derzeit Schwangere oder Frauen mit akutem Kinderwunsch nicht in die Endemiegebiete, also Mittel- und Südamerika - vor allem Brasilien -, reisen sollen.

Der Experte gab zunächst Einblick in die Entstehungsgeschichte der Erkrankung. Erstmals war sie 1947 in Uganda, im Gebiet des Zika-Waldes, beschrieben worden. Seit 2015 trat sie in Brasilien und seither in weiten Teilen Süd- und Mittelamerikas auf. Das Virus hat sich also im Verlauf von 70 Jahren von Afrika über Südasien nach Mittel- und Südamerika ausgebreitet. Im Allgemeinen wird das Zika-Virus durch einen Stich der Aedes-aegypti-Mücke übertragen, die in Europa lediglich auf Madeira und am Ostufer des Schwarzen Meeres zu finden ist. Folgen sind juckender Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Bindehautentzündung sowie Lymphknotenschwellungen. Die Erkrankung dauert selten länger als eine Woche, in Mikronesien blieben sogar 80 Prozent der Infizierten ohne Symptome.

In Brasilien wird seit Sommer 2015 über eine auffällige Häufung von Fällen der Mikrocephalie bei Säuglingen berichtet. Dabei kommt es bei den Kindern zu schwergradigen Fehlbildungen an Gehirn und Augen, die meist zu höhergradiger Behinderung, nicht selten auch zum Tode führen. Aufgedeckt wurde ein möglicher Zusammenhang zu Zika-Infektionen der Schwangeren. In jüngster Zeit konnten die Erreger im Hirngewebe Betroffener nachgewiesen werden sowie Antikörper im Blut der Gebärenden. Die Erkrankung ist im akuten Stadium auch über Blut und möglicherweise andere Körpersekrete ansteckend, die Krankheit hinterlässt lebenslange Immunität. Ein Impfstoff gegen das Virus ist noch nicht in Sicht. Der Vorstandsvorsitzende des ÄVON, Dr. Marcus Grüner, kündigte die nächste Fortbildungsveranstaltung für den 27. April an.
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