Digitales Gründerzentrum für die Oberpfalz
Tür für digitale Zukunft offen

Die OTH (hier Amberg) wird "Hauptsitz" des Digitalen Gründerzentrums in der Oberpfalz. Bild: Steinbacher

Das Digitale Gründerzentrum bedeutet nicht nur für die Wirtschaft Zukunftschancen: Es "vernetzt" auch den Norden mit dem Süden der Oberpfalz. Unter der "Schirmherrschaft" der OTH kommt das Projekt nun offiziell auf den Weg.

München/Weiden. In der Oberpfalz entsteht an vier Standorten ein gemeinsames digitales Gründerzentrum. Die Einrichtung wird zunächst auf die Städte Regensburg, Weiden und Amberg verteilt, später soll noch Cham dazukommen. Diesen Beschluss fasste am Dienstag der Ministerrat in München. Bei der Entscheidung für Regensburg, Weiden und Amberg folgte er der Empfehlung einer Expertenjury. Den zusätzlichen Standort Cham fügte die Kabinettsrunde aus strukturpolitischen Gründen dazu.

Bayernweit werden 12 digitale Gründerzentren eingerichtet, der Freistaat fördert sie mit insgesamt 80 Millionen Euro. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner geht davon aus, dass die Zentren noch heuer ihren Betrieb aufnehmen. Die konkreten Umsetzungskonzepte sollen in den nächsten Wochen erarbeitet werden.

Getragen werden die digitalen Gründerzentren von den Standortkommunen unter Beteiligung örtlicher Unternehmen und in Anbindung an die dortigen Hochschulen. Ziel der Einrichtungen ist es, durch die Bereitstellung von Infrastruktur und Know-how Unternehmensgründungen im Bereich der digitalen Wirtschaft zu unterstützen. Die enge Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft, von jungen Gründern mit bestehenden Unternehmen und Kapital aus allen Regionen Bayerns sei ein "Erfolgsrezept für Innovation". Man schaffe damit "digitale Öko-Systeme". "Wir wollen im globalen Wettbewerb zu den Gewinnern gehören und möglichst viele Unternehmen in Bayern halten", erklärte die Wirtschaftsministerin.

Regionale Allianz


Über einen "Schulterschlusses für die digitale Zukunft der Region," freut sich OTH-Präsidentin Andrea Klug. "Wir können in der Oberpfalz ein kreatives Klima für Start-Ups voranbringen, das in die gesamte Hochschulregion ausstrahlen wird." So sollen an der OTH Amberg-Weiden und für die Region die Themen IT-Sicherheit, Industrie 4.0 und Digital Business eingebracht werden. Dr. Wolfgang Weber von der OTH Amberg-Weiden - federführend bei dem 80-Seiten-Antrag für ein Digitales Gründerzentrum - sprach von einem "Meilenstein" und "Ritterschlag". "Ich kann mich an nichts Vergleichbares erinnern, das die gesamte Oberpfalz derart verbindet", sagte der für OTH-Grundsatzangelegenheiten zuständige Weber.

Das auf fünf Jahre angelegte Projekt (mit Option auf Verlängerung um weitere zehn Jahre) umfasst zunächst ein Finanzvolumen von drei Millionen Euro. Dazu kommen die Drittmittel aus der Wirtschaft in Höhe von 66 000 Euro im Jahr. Nach Auskunft von Weber werden im neuen E-House am OTH-Standort Weiden knapp 300 Quadratmeter für das Digitale Gründerzentrum und die Kooperation mit Fraunhofer angemietet; weitere 200 Quadratmeter sind an der OTH in Amberg geplant.

"Passgenauer Antrag"


Mit im Boot ist eine "Tochter" der Stadt Regensburg, die R-Tech. Alexander Rupprecht, Geschäftsführer der R-Tech, erklärte: "Unser gemeinsames Ziel, ein Gründer-Ökosystem mit entsprechender Infrastruktur und Netzwerkaktivitäten in der Oberpfalz weiter auszubauen, haben wir damit erreicht." Er verspricht sich einen enormen Schub bei Digitalisierung und Existenzgründung in der Region. Professor Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, sagte: "Bei unserem Antrag haben sehr viele Partner aus der gesamten Oberpfalz an einem Strang gezogen.

"Digitalisierung bedeutet auch regionale Vernetzung", betonte Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, der den Antrag wesentlich initiiert hatte. Dieser Zuschlag für die Oberpfalz falle nicht einfach vom Himmel: "Er ist die Folge professioneller Zusammenarbeit in der Region." In vielen Arbeitssitzungen hätten hier die politisch Verantwortlichen der Region gemeinsam mit der Hochschule einen passgenauen Antrag entwickelt. (jum/cf)
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