Diskothek in städtischem Wohnhaus am Festplatz beantragt und dann zurückgezogen
Wenn schon Lärm, dann richtig

Das Voit-Anwesen in der Nähe des Festplatzes bleibt weiterhin ungenutzt. Ein Diskothekenbetreiber zog sein Mietangebot zurück. Bild: gsb
Weiden in der Oberpfalz: Wohnhaus bei Festplatz |

Für eine respektable Summe erwarb die Stadt Weiden vor drei Jahren das Wohnhaus in der Conrad-Röntgen-Straße 19. Damit sparte sie sich die über eine Million teure Lärmschutzwand, die nötig gewesen wäre, um die Bewohner vom Lärm des nahen neuen Festplatzes abzuschirmen. Nun drohte das Wohnhaus selbst zu einer enormen Lärmquelle zu werden. Ein Interessent aus Parkstein beantragte einen Vorbescheid für eine ungewöhnliche Nutzungsänderung: Im Wohnhaus wollte er eine Diskothek betreiben. Alles nach dem Motto: Wenn schon Lärm, dann richtig.

Mit seinem Antrag brachte der Veranstaltungsmanager zunächst einmal die Verwaltung in Verlegenheit. Schließlich sollte zur Sitzung des Bau- und Planungausschusses am 17. März einen Beschlussvorschlag vorliegen. Und damit war absehbar auch, dass wieder eine Generaldebatte um Festplatz, Baugenehmigung, Bebauungsplan und den Stand des Flächennutzungsplanänderungsverfahrens losbricht. Die Bauverwaltung prüfte den Disco-Antrag: Vorbehaltlich eines positiven Planungsgutachtens sei die Nutzung der Anwesen als Diskothek "generell planungsrechtlich zulässig".

Am Montag überraschte der Parksteiner alle Beteiligten im Rathaus. Er bekam offenbar auf dem Weg vom Basaltkegel in die Max-Reger-Stadt kalte Füße und teilte der Kämmerei mit, dass er nicht mehr daran interessiert sei, das Wohnhaus zu mieten. Es sei für seine Zwecke ungeeignet, zu klein, lasse sich nicht umbauen. Auch sei unklar, wie die geforderten Stellplätze nachzuweisen seien.

Mit diesem Anruf ist zwar zunächst die Bauverwaltung aus dem Schneider. Nicht aber die Stadtkämmerei. Diese versucht weiter, für das Anwesen eine Nutzung zu finden, die sich mit dem Betrieb des nahen Festplatzes vereinbaren lässt.
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