DNA-Spuren

Bei der Aufklärung der NSU-Terrorserie könnten DNA-Spuren von zentraler Bedeutung sein. 15 Banküberfälle, zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge zwischen 2000 und 2007 werden dem Trio zur Last gelegt. Besonders rätselhaft aber: An keinem der 27 Tatorte wurde eine DNA-Spur der mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gefunden. Dafür zahlreiche anonyme Spuren, die bisher nicht zugeordnet werden konnten. Auch an den Tatwaffen waren keine Spuren von Böhnhardt und Mundlos.

Nach der Entdeckung von DNA-Spuren Böhnhardts am Fundort der getöteten Schülerin Peggy bekommt die Forderung nach weiteren Untersuchungen neuen Auftrieb. Dies war auch mehrfach Thema im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags. "Ungewöhnlich" nannte dort der DNA-Spezialist des BKA, Carsten Proff, die Tatsache, das keine Spuren der mutmaßlichen Haupttäter entdeckt wurden. Erklärbar sei es aber vielleicht doch. Handschuhe, Masken und Sturmhauben könnten das Zurücklassen von DNA-Spuren verhindern, man müsse sich dazu aber sehr anstrengen.

Ein weiteres Rätsel gibt den Ermittlern die DNA-Probe P46 auf. An einer Socke im ausgebrannten Wohnmobil des NSU-Trios wurde DNA von Beate Zschäpe gefunden sowie anonyme DNA, die nie zugeordnet werden konnte. Deshalb bleibt die Vermutung, die Terrorzelle könnte mehr als drei Mitglieder gehabt haben.
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