Donum Vitae stellt Jahresbericht 2015 vor
Es gibt noch Hürden für Eltern

Den Jahresbericht der Beratungsstelle Donum Vitae präsentierten (von links) Leiterin Elisabeth Schieder sowie die beiden Bevollmächtigten Andrea Lang und Nicole Punzmann. Bild: Götz

Es sind Zahlen, hinter denen oft entscheidende Fragen zum Leben stecken. Zu finden sind sie im Jahresbericht von Donum Vitae. Dessen Vorstellung nutzten die Verantwortlichen, um auch auf Probleme hinzuweisen.

Eine Gesetzesänderung brachte Hochbetrieb bei der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen Donum Vitae: Mit der Einführung des "Elterngeld Plus" erhöhte sich die Zahl der Klienten in der allgemeinen Schwangerenberatung. Es gab 457 Kontakte, im Vorjahr waren es nur 400. Das berichtet Leiterin Elisabeth Schieder bei der Vorstellung des Jahresberichts 2015. "Hier war die Beratung problematisch, weil Schwangere sich schon vor der Einführung im Juli darüber informieren wollten, wie sie die Elternzeit finanziell gestalten können. Frühere Informationen zu den Ausführungsbestimmungen zum Gesetz wären wünschenswert gewesen."

Ebenfalls schwierig sei die Gestaltung der Elternzeit. "Auch Väter wollen sich für die Familie engagieren und sich Elternzeit nehmen. Doch die Realität sieht oft anders aus als das Gesetz", klagt Schieder. So hinderten Unternehmen Väter oft daran, Elternzeit zu nehmen. Ähnlich sehe es mit Teilzeitstellen für Mütter nach der Elternzeit aus. Zwar öffnen immer mehr Kinderkrippen, diese seien in Weiden aber "gut ausgebucht". Der Ansatz sei verbesserungswürdig. "Oft müssen sich die Eltern nach den Arbeitsgegebenheiten richten. Wünschenswert wäre es allerdings umgekehrt", stellt Schieder fest.

Sorgen wegen Finanzen und Beziehung werden in der Schwangerschaftskonfliktberatung thematisiert. Mit 126 Kontakten wurden 5 Klienten weniger als 2014 beraten. Eine besondere Herausforderung sei der Übergang vom Paar zum Elternsein. "Frauen geben häufig alles auf und sehen sich schlussendlich nur noch als Mutter. Dies stellt eine Belastung für sie da, über die sie mit jemandem sprechen müssen", weiß Schieder.

Nach der Geburt kann es zu Depressionen kommen. Durch eine Beratung werden die Frauen entlastet, ein Arzt kann ergänzend Medikation verordnen. Besonders wichtig ist Schieder, dass Eltern bei pränataler Diagnostik den Weg in die Beratung finden. Betroffenen wird aufgezeigt, wie sie mit der Diagnose umgehen können. Auch für Paare, deren Kinderwunsch bislang unerfüllt blieb, ist Donum Vitae Ansprechpartner. Dazu haben zwei Beraterinnen eine Fortbildung abgeschlossen und werden vom Beratungsnetzwerk Kinderwunsch Deutschland zertifiziert. Übrigens dürfen sich auch Männer allein beraten lassen. Wie schon im Vorjahr kamen 13 zu einer Beratung. In 207 von insgesamt 980 Fallen waren Männer als Begleitung dabei.

Das Angebot von Donum Vitae geht aber noch weiter, wie Andrea Lang, geschäftsführende Bevollmächtigte, verdeutlicht. Kostenlos, anonym und unabhängig von Konfession und Nationalität bekommen Schwangere und deren Partner, Mütter, Väter und Familien Hilfe. Die Lage der Beratungsstelle im City-Center sei besonders geeignet für Ratsuchende, die anonym bleiben wollen. Außenstellen befinden sich im Landratsamt Tirschenreuth und am Kemnather Stadtplatz. Die Beratung erfolgt in Zusammenarbeit mit Ärzten, Hebammen, Geburtskliniken, Frühförderstellen und Selbsthilfegruppen. Ein weiterer Aufgabenbereich ist die Prävention und Sexualpädagogik. So gibt es auch Schulprojekte. Außerdem existiert seit 2013 das Projekt "Ich will auch heiraten", das sich an Menschen mit Behinderung richtet.

Helfen, um Hilfe zu ermöglichenEine Herausforderung für Donum Vitae ist die Finanzierung. Zwar beträgt die staatliche Förderung 95 Prozent. Die restlichen 5 Prozent, ein fünfstelliger Betrag, müssen aber selbst aufgebracht werden - durch Spenden. Unterstützt wird die Beratungsstelle durch den Förderverein Donum Vitae Weiden mit Benefizveranstaltungen. Spenden kamen unter anderem vom Ladies-Circle Weiden und der Frauen-Union Tirschenreuth sowie aus dem Erlös des Benefizkonzerts mit dem Vokalensemble "ChorDiSono". Tradition hat der eigene Infostand am Kathreinmarkt. In einigen Edeka-Filialen profitiert Donum Vitae von einer Pfandbon-Aktion. Spenden sind möglich unter Sparkasse Oberpfalz Nord, IBAN DE11 7535 0000 0620 1055 36, BIC BYLADEM1WEN.
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