Dr. Gert Steinwender referiert über Haie
Wertvolle Räuber

In seinem Vortrag brach Dr. Gert Steinwender (links) im "Injoy" bei Hausherrn Gerd Paulus eine Lanze für die intelligenten und für das Ökosystem wichtigen Haie. Bild: Dobmeier

Ein Film wie "Der weiße Hai" kann eine Tierart in Verruf bringen. Und das völlig zu Unrecht. In einem Vortrag zeigte Dr. Gert Steinwender überraschend sanfte Seiten der Haie.

Der Titel brachte es schon auf den Punkt: "Haie - faszinierende Tiere haben ein Imageproblem", so hatte der gebürtige Wiener und in Weiden praktizierende und lebende Mediziner Dr. Gert Steinwender sein Referat im "Injoy" überschrieben. Dabei brach er eine Lanze für diese Tiere und erklärte, dass sie eben keine mörderischen Ungetümen seien.

Haie haben den Ruf, brutale und unberechenbare Fressmaschinen zu sein. Steinwender hielt dem persönliche Erlebnisse und Erfahrungen bei Haiseminaren entgegen. Außerdem hatte er seinen zahlreichen Zuhörern sehenswerte Tieraufnahmen und Geschichten von Begegnungen unter Wasser mitgebracht. Die Tiere stünden an der Spitze der Nahrungskette und sorgten für das ökologische Gleichgewicht im Meer. Ohne sie wäre beispielsweise die Vielfalt des Lebens in den Korallenriffen nicht möglich. Eine große Gefahr für Haie sind natürlich die Menschen. Weltweit würden jährlich mehr als 200 Millionen Haie getötet. Häufig verendeten sie auch als Beifang in den Netzen. Das sei umso fataler, da sich die Meerestiere nur sehr langsam fortpflanzen. Trotzdem könnte ein Schutz schwer sein: Eine Haifischflosse wird mit bis zu 5000 Dollar gehandelt. Wer die Tiere schützen will sollte keine Haifischsuppe oder -steak essen, riet Steinwender.

Der Weidener Mediziner verdankt seine Bindung zu den Tieren nicht zuletzt dem Biologen und Haiexperten Dr. Erich Ritter. Dieser bietet Haiseminare in einer Shark-School auf den Bahamas an. Dort lernte Steinwender zusammen mit seiner Frau Conny die Meeresriesen unter Wasser beim Tauchen kennen. Ritter, der an der Universität Zürich im Fachgebiet Verhaltensökologie promovierte, sei der weltweit einzige Spezialist für Hai-Mensch-Interaktion. In den Gewässern um seine School lebten Tiger-, Hammer- und Zitronenhaie. Diese, berichtete Steinwender, hätten nichts mit den furchterregenden Schilderungen zu tun.

In den Seminaren unter Wasser erfuhr Familie Steinwender vielmehr, dass ein Hai einen Menschen in der Regel nicht angreift, nur unter Stressbedingungen wehrten sich die Fische. Die Tiere seien intelligent, neugierig und eher scheu gegenüber dem Menschen.
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