Dr. Harald Roth erhält Max-Reger-Medaille
Garant für Sternstunden

Es ist eine der höchsten Auszeichnungen der Stadt: Für seine Verdienste um das kulturelle Leben erhielt Dr. Harald Roth (Zweiter von links) die Max-Reger-Medaille. Der Dank von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (rechts) und Bürgermeister Jens Meyer galt auch Roths Frau Elisabeth. Bild: Götz

Die Großen der Musikwelt und das kleine Weiden: Dass beides immer wieder zusammenkommt, dafür garantiert der Förderkreis für Kammermusik mit Dr. Harald Roth. Nun hat der 66-Jährige die Max-Reger-Medaille erhalten. Sein schönstes Geschenk durch die Musik hat er allerdings schon längst bekommen.

Stimmt schon, sagt Dr. Harald Roth. Andere hätten ihre neue Flamme vermutlich in die Disco eingeladen. Aber als er 1967 eine Freundin hatte, nahm er sie mit zu einem Konzert des Förderkreises für Kammermusik. Das Tremolo im letzten Satz! Das habe er immer noch im Kopf. Außerdem blieb da ja noch etwas: "Mit dieser Freundin bin ich jetzt 43 Jahre verheiratet." Dass er und seine Frau Elisabeth sich und dem Förderkreis seither treu geblieben sind, hat einige Folgen. Unter anderem die, dass der Stadtrat Harald Roth eine Festsitzung widmet.

"Für den ganzen Verein"


Für seine "großen Verdienste um das kulturelle Leben in der Stadt", so die Begründung, bekommt er die Max-Reger-Medaille verliehen. Vor Familie und Freunden, vor Politikern aus dem Stadtrat, dem Land- und dem Bundestag. Vor anderen Medaillen-Trägern wie Peter Pollinger und Hanns-Friedrich Kaiser. Und vor Mitstreitern im Förderkreis wie Hans-Robert Thomas (ebenfalls Medaillen-Träger) und Vorsitzendem Christoph Thomas. Harald Roth ist das wichtig. Denn die Auszeichnung mag ihm als künstlerischem Leiter im Förderkreis gelten. Aber "ich möchte diese Medaille ganz bewusst für den ganzen Verein entgegennehmen". Also auch im Namen von Sabine Kreutzer, Falk Knies, Christoph Skutella oder Sebastian Schwarzmeier - und überhaupt von allen Abonnementen und Mitgliedern. Er selbst habe im Kreis ja sowieso "die schönste Aufgabe". Wobei auch die mit einigem Aufwand verbunden ist: Zusammen mit seiner Frau Elisabeth hört sich der 66-Jährige jeden Musiker, der für den Förderkreis spielen soll, erst einmal im Konzertsaal an.

Eine Akribie, die sich auszahlt, wie Oberbürgermeister Kurt Seggewiß in seiner Laudatio erklärt: So organisiert der Förderkreis Konzerte "absolut hochkarätiger Künstler, die ohne dieses Engagement wohl nie den Weg in unsere Stadt Weiden gefunden hätten". Namen sind darunter, die wenig später zu den ganz bekannten in der Musikwelt zählen. Oder es sind gleich die Hochkaräter. Wie am Samstag das Symphonieorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks in der Max-Reger-Halle (siehe Kasten). Diese "Sternstunde der Klassik", so Seggewiß, gäbe es ohne Roths Einsatz nicht.

Reger? Erst mal skeptisch


Auf dem Programm steht dann natürlich Musik von Reger. So wie sie auch bei der Medaillen-Verleihung vom Weidener Streichquintett zu hören ist. Und das, obwohl Roth mit dem Komponisten, dessen Medaille er nun trägt, erst wenig anfangen konnte. Sein Musiklehrer am Augustinus-Gymnasium, Gunter Baldauf, musste ihn erst heranführen. Mit dem Ergebnis, dass der hauptberufliche Mediziner Roth nun ein wenig anders denkt: "Reger ist wirklich einer der ganz großen Komponisten gewesen." Und einer, mit dessen Namen sich Roth nun auch höchst offiziell schmücken darf.

Neuer DirigentDie Arbeit im Förderkreis bedeutet mitunter auch, mittelschwere Schocks zu verkraften. Wie Dr. Harald Roth berichtet, war diese Eigenschaft zuletzt am Freitag bei einem Telefonat gefragt. Es ging um das (nahezu ausverkaufte) Konzert des BR-Symphonieorchesters und des BR-Chors am Samstag, 7. Mai, ab 18 Uhr in der Max-Reger-Halle. Der dafür vorgesehene Dirigent Franz Welser-Möst musste absagen. "Ich wäre fast umgefallen." Allerdings fand sich eine renommierte Alternative: Nun übernimmt wohl Karl-Heinz Steffens, Chefdirigent der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, ab der Saison 2016/17 zusätzlich Musikdirektor der Norwegischen Nationaloper. Für die Qualität des Konzerts, so Roth, "ist das sicher kein Nachteil".
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