Dr. Jörg Schedel referiert bei der Rheuma-Liga
Kirschen gegen Gicht

Mit gesunden Lebensmitteln und Blumen dankten zweiter Vorsitzender Dr. Manfred Heining, Vorsitzende Marion Happach (von links) und Kassier Franz Happach (rechts) Dr. Jörg Schedel für seinen Vortrag. Bild: rdo

Die rheumatologische Arthritis ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke. Kein Wunder, dass das Thema auf großes Interesse stieß. Der Bürgersaal im Café Mitte war voll besetzt.

Anfangs sind meist die kleinen Finger- und Zehengelenke von der Arthritis betroffen. Gicht greift die Gelenke an, diese entzünden sich und schmerzen. Ein Thema, das viele betrifft. Marion Happach von der Rheuma-Liga Weiden-Neustadt/WN hatte den Rheumatologen Oberarzt Dr. Jörg Schedel von der medizinischen Klinik I Weiden als versierten Referenten gewonnen.

Dr. Schedel bezeichnete die rheumatoide Arthritis als chronisch-entzündliche Erkrankung des Gelenkapparates und angrenzender Strukturen, wobei auch innere Organe beteiligt sein können. Charakteristisch für den Verlauf seien zunehmende Gelenkstörungen, die letztlich sogar zum Funktionsverlust der Gelenke führen können und die Lebensqualität somit erheblich einschränken. Hinzu komme eine erhöhte Sterblichkeit durch daraus resultierenden Herz-Kreislauf-Komplikationen.

In Deutschland gebe es etwa 800 000 erkrankte Patienten. Frauen seien zwei bis drei Mal häufiger betroffen als Männer und das Lebensalter der Betroffenen liege meist zwischen 40 bis 60 Jahren. Im Durchschnitt könne die Lebenserwartung sogar um sieben bis zehn Jahre verkürzt werden, falls die Krankheit nicht diagnostiziert oder nicht ausreichend behandelt werde. An Therapiemöglichkeiten nannte der Arzt Krankengymnastik ebenso wie Physiotherapie, Ergotherapie, medikamentöse Behandlung mit Schmerzmitteln, die Lokaltherapie einzelner betroffener Gelenke sowie Operationen zur Entfernung der verdickten Gelenkbindehaut. Letztes Mittel sei ein künstlicher Gelenkersatz.

Die Gicht werde auch als Wohlstandkrankheit bezeichnet und sei früher nur in "besseren Kreisen" wie dem Adel bekannt gewesen. Bei Gicht bilden sich Harnsäurekristalle in den Gelenken und lösen Entzündungen aus. Der Harnsäurespiegel sollte deshalb kontrolliert werden. Männer sind meist ab dem 30. Lebensjahr betroffen, Frauen ab dem 50. Lebensjahr. Auslöser für einen akuten Gichtanfall können ein plötzlicher Anstieg der Harnsäure durch Nahrungs- oder Alkoholexzess, Trauma bei Operationen aber auch Medikamente oder zu geringe Flüssigkeitszufuhr sein.

Gut: Kaffee und Milch


Vorbeugend riet Dr. Schedel zu einer gesunden Ernährung mit wenig Fleisch, moderatem Fischkonsum und wenig Alkohol. Ein Gläschen Rotwein dürfe man sich eher gönnen als Weißwein. Bier und Schnaps sollte man meiden. Wasser sei gesund für die Niere. Als Geheimtipps gegen die Gicht nannte der Rheumatologe Milch- und Kaffeekonsum, Kirschen und viel Bewegung.
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