Dr. Konstantin Kirchmayr referiert beim Ärztlichen Kreisverband
Stützstrümpfe wenig effektiv

Dr. Konstantin Kirchmayr, der Amberger Facharzt für Innere Medizin und Angiologie, informierte beim Ärztlichen Kreisverband über gerinnungshemmende Substanzen. Bild: Wirtz-Roegner

Zur Thromboseverhütung drängen immer mehr neue gerinnungshemmende Substanzen auf den Markt. Doch vor allem bei Krebspatienten sind sich die Ärzte nicht einig, ob deren Einsatz sinnvoll ist.

Frisch operierte Patienten wissen es: An der sogenannten Bauchspritze zur Thromboseverhütung führt kein Weg vorbei. Niedermolekulares Heparin wird dabei weiterhin eine wesentliche Rolle spielen und den Stellenwert behalten, auch wenn in letzter Zeit neue gerinnungshemmende Substanzen mehr und mehr auf den Markt drängen. Diese Aussage machte Dr. Konstantin Kirchmayr beim Fortbildungsabend des Ärztlichen Kreisverbands im Hotel "Zur Heimat". Der Amberger Facharzt für Innere Medizin und Angiologie sagte außerdem: "Das thrombotische Risiko steigt mit dem Alter erheblich an." Und damit auch die Gefahr der Lungenembolie, die im Gefolge einer Thrombose auftreten könne.

Die häufigste Form der Thrombose gehe vom Unterschenkel sowie vom Becken aus. Bevorzugt in jenen Venen, wo das Blut langsam fließt, erklärte der Referent. Bettlägerigkeit, die Ruhigstellung eines Beines oder das Sitzen in eingeengter Lage sowie mangelnde Bewegung begünstigen den gestauten Blutfluss und damit die Entstehung einer Thrombose. Schäden im Inneren der Blutgefäße oder eine erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes, die auch angeboren sein könne, könnten ebenfalls Auslöser sein.

Bei der Behandlung sollten stets die Merkmale der jeweiligen Präparate beachtet und sie individuell angewendet werden, empfahl Dr. Kirchmayr. Eine Dosisanpassung ergebe sich auch durch die Abhängigkeit vom Gewicht oder bei einer eingeschränkten Nierenfunktion des Thrombosepatienten. Auch während der Schwangerschaft müssten Patientinnen besonders überwacht werden. Wobei die Thrombosegefahr im Wochenbett deutlich ansteige. Der Referent empfahl außerdem die leitliniengerechte Behandlung einer Thrombose. Hohes oder niedriges Gesamtrisiko sollten ebenfalls beachtet werden. Ein Patient, der schon mal eine Thrombose hatte, oder mit hohem Lebensalter müsse demnach intensiver vor einer Lungenembolie geschützt werden.

Bei Hüft-OP zugelassen


Auch bei Krebspatienten sei das Thromboserisiko deutlich höher. Das Pro und Contra für die Behandlung mit den neuen gerinnungshemmenden Substanzen werde in der Onkologie immer noch diskutiert. Zugelassen seien sie dagegen bei Hüft- und Knieoperationen. Für wenig effektiv hielt Dr. Kirchmayr den Einsatz von Stützstrümpfen.
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