Dr. Leon Weintraub (90) berichtet an FOS/BOS von den Gräueln des Holocaust
Überleben als Sieg

Noch gibt es sie, die Zeitzeugen des Holocaust. Dr. Leon Weintraub ist einer von ihnen. Was der polnische Arzt, Jude und ehemalige KZ-Gefangene über die Gräuel der NS-Zeit zu erzählen hatte, machte die Schüler der FOS/BOS Weiden sprachlos.

"Ich winkte meiner Mutter zu und sagte: Wir sehen uns drinnen." Leon Weintraub sah seine Mutter nie wieder. Noch am selben Tag wurde sie im Konzentrationslager Auschwitz vergast. Er hingegen hat die Selektion an der Todesrampe überstanden. Doch der 17-Jährige merkte schnell, dass "das Lager kein Ort zum Leben, sondern zum Sterben" war. Durch einen Trick gelang es ihm, dem Tod in Auschwitz zu entkommen. Nach Deportationen ins Außenlager Groß-Rosen und in die KZ Flossenbürg und Natzweiler-Struthof erlebte Weintraub 1945 seine Befreiung. Damals wog er noch 35 Kilo. "Ich gehörte eher zu den Toten als zu den Lebenden." Sein Drang, "etwas werden zu wollen", rettete ihm das Leben. Als Antwort auf den Holocaust studierte Leon Weintraub Medizin.

Der heute in Schweden lebende 90-Jährige sieht sich nicht als Opfer. "Ich fühle mich als Sieger, denn ich habe ja überlebt." Diesen Optimismus hat Weintraub seinen Kindern weitergegeben. "Mein Vater hat kein Geheimnis aus seiner grausamen Vergangenheit gemacht. Doch sein Blick war immer in die Zukunft gerichtet", erklärte Michael Weintraub, der seinen Vater an die FOS/BOS begleitete. "Wer schweigt, macht sich mitschuldig", gab er den jungen Leuten mit auf den Weg.
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