Drei Jahre und acht Monate Haft für 32-Jährigen
Crystal zwischen Rücksitz-Polstern

Symbolbild: dpa

Das Tütchen war zwischen den Polstern der Rücksitzbank versteckt: In einem tschechischen Taxi entdeckten Beamte der Polizeiinspektion Waldsassen im Juni 30 Gramm Crystal. Dafür büßen musste jetzt vor allem ein 32-Jähriger. Drei Jahre und acht Monate Freiheitsstrafe verhängten Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl und zwei Schöffen für die Einfuhr des Rauschgifts.

Der Freund des Verurteilten, ein 37-jähriger Transsexueller aus Venezuela, soll mit den Drogen nichts zu tun gehabt haben. Allerdings wiesen zahlreiche Indizien darauf hin, dass die "Dame", die im Gericht bauchfrei und mit engen Leggins auftrat, Mittäterin gewesen war.

Drogen in Model-Wohnung


In der Wohnung des 37-Jährigen in Düsseldorf, wo er mit seinem eingetragenen Lebenspartner wohnte, hatte die Polizei Kokain gefunden. Ein Jahr zuvor war er wegen Drogenbesitzes schon einmal verurteilt worden. Damals hatte die Polizei in einer Model-Wohnung in Nürnberg Rauschgift entdeckt. Auch häufige Fahrten in die Tschechei hätten auf eine Verwicklung in den Rauschgiftschmuggel hingewiesen, stellte Heindl fest.

Letztlich blieben aber Zweifel, so dass der Angeklagte, der als Beruf "Masseur" angegeben hatte, freizusprechen war. Lediglich für das Fahren ohne Führerschein sowie das Zulassen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis durch den Freund erhielt der viermal einschlägig Vorbestrafte fünf Monate auf Bewährung. Diese dürften aber durch die sechsmonatige Untersuchungshaft abgebüßt sein, die, wie Verteidiger Claudius Brenneisen (Hamburg) berichtete, "im Männerknast" ziemlich übel für seinen Mandanten gewesen sein sollen.

Bei der Verurteilung des 32-Jährigen blieb Richter Heindl nur einen Monat unter Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Christian Härtls Antrag. Rechtsanwalt Markus Schwab (Stuttgart) hatte auf zweieinhalb Jahre plädiert.

In die Entzugsklinik


Sachverständiger Dr. Thomas Wenske hatte dem Ledigen einen behandlungsbedürftigen Hang zu Drogen attestiert. Das Gericht ordnete im Urteil die Unterbringung in einer Entzugsklinik an. Bis Mitte 2018 sitzt der überdurchschnittlich intelligente Mann, der früher anspruchsvolle Jobs bekleidet hatte, jedoch wegen anderer Delikte noch in Haft.
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