Dritter Wettbewerb "Turmbau zu Weiden"
Klötzchen statt kleckern

Die Jury staunt über das Bauwerk von Nicolai Kummer, Tobias Schramek und Karim Haydari aus Afghanistan. Sie wurden Baumeister in der Kategorie "Freie Gilde". Ihre Aufgabe: eine bauhistorische Sehenswürdigkeit. Bild: uz

Architekt Stefan Kunnert staunte Bauklötze: Vor allem über die Baukunst von drei syrischen Flüchtlingen, die sich beim Kunstverein an einen Museumsbau herangewagt hatten. "Die haben sehr massiv angefangen, hatten den höchsten Klötzchenverbrauch. Haben aber dann ganz geschickt begonnen, das Ganze nach oben hin aufzulösen."

Ja, die Bauingenieure, die am Samstagnachmittag beim von der Jugendkunstschule organisierten, dritten "Turmbau zu Weiden" innerhalb von knapp zweieinhalb Stunden ganze Gebäude hochzogen, waren allesamt sehr talentiert. Der diesjährige Wettbewerb stand unter dem Motto "Weltbaustelle", und die aus den Bauklötzchen gestaltete Architektur sollte städtebauliche Ideen erfüllen. "Es geht nicht um höher und besser, sondern auch darum, welche Funktion mein Gebäude hat", erklärte "Bauleiterin" Irene Fritz.

16 000 Steine verbaut


Es gab Körbe für die Bausteine und Tipps für interessante Details wie Fensteröffnungen oder Bögen, Auffahrten und Tore. Und den Hinweis, dass man sich möglichst ruhig an der Baustelle bewegen sollte, damit die Bauwerke nicht einstürzen. Zum Ende der Bauzeit sollten alle Gebäude aus den restlichen der 16 000 Bausteine mit Straßen verbunden werden.

Eingeladen zum Turmbau waren auch junge Asylbewerber. Bei der Organisation arbeitete die Jugendkunstschule mit dem Koordinator "Asyl-Ehrenamt", Manfred Weiß, zusammen. Neun Teams traten an. Allein drei davon mit jungen Baukünstlern aus Syrien und Afghanistan stellte dabei das "Netzwerk Asyl". Als Übersetzer half Muhammad Khalil.

Es ging um spannende Variationen. Die Jury bildeten Schirmherrin Maria Seggewiß ("Miteinander bauen verbindet Freundschaften"), Stefan Kunnert und Wolfgang Herzer. OB Kurt Seggewiß nahm's mit Humor: "Ihr wisst ja, wir bauen ein Kaufhaus, eine Dreifachturnhalle und haben vor, den Naabwiesenparkplatz zu gestalten. Ich hol' mir da die entsprechenden Ideen."

Beim Bauen mit den Holzsteinchen kann es manchmal knifflig werden. Einer Familie aus Syrien fiel das sechseckige Sternhaus in sich zusammen, so dass das Gebäude am Schluss nur noch drei Ecken hatte. Hier half eine gemeinsame Sanierung weiter. Die Baumaßnahmen erforderten bei allen Teilnehmern Vorstellungskraft, Balance und Feingefühl. Es mussten Sportarenen, Museen, Gotteshäuser und Universitäten gebaut werden.

Baumeister in ihren jeweiligen Klassen wurden Paul Forster und Bastian Zötzl, Gideon und Coletta Landgraf, sowie das Team mit Karim Haydari (Afghanistan), Nicolai Kummer und Tobias Schramek. Den Preis für den besten Baustil bekamen Mohmand Ghamgin und Mahmoud Suliman (Syrien). Einen Preis für Improvisation erhielten Alaa und Duaa Al Souadi aus Syrien. Ein Stadtpreis wurde Julian Weis, Adrian Schraml und Linus Winter zugesprochen. Einen Nachwuchspreis bekam Nuno Dünne. Der Klötzchenpreis für komplizierte Baukonstruktion ging an Andi Dünne.
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