Drogenkauf mit Falschgeld
Metamphetamin: Pärchen vor Gericht

Symbolbild: dpa

Wieder einmal haben die Schleierfahnder den richtigen Riecher. Als sie Mitte letzten Jahres ein Pärchen kontrollieren, finden sie im Motorraum des Autos ein Plastiktütchen. Der Inhalt: über 200 Gramm Methamphetamin.

Im Verhör gab die 27-jährige Frau zu, dass ihr Freund das Rauschgift für 3000 Euro auf dem Asia-Markt gekauft hatte. Seit gut einem Jahr habe er monatlich etwa 90 Gramm aus Tschechien geholt. Zuletzt sei es immer mehr geworden. Nach einiger Zeit in U-Haft wurde auch der Mann redselig. Er gestand, drei Mal Crystal geholt zu haben. Von den 3000 Euro, die er dem Vietnamesen bezahlt hatte, seien 1400 Euro echt gewesen. 1600 Euro hätten aus selbst hergestelltem Falschgeld bestanden.

Am Verhandlungstag berichteten mehrere Polizisten von den Ermittlungen und der Wohnungsdurchsuchung bei den Beschuldigten. Dort habe man weitere Kleinmengen Crystal im Wohn- und im Badezimmer sicherstellen können. Bei der Schmuggelfahrt habe der Mann auch einen Elektroschocker dabei gehabt. Staatsanwaltschaft Christian Härtl klagte ihn deswegen wegen "bewaffneter" Einfuhr und Handeltreibens mit Rauschgift an.

Die wegen Beihilfe angeklagte Komplizin berichtete, wie sie den Drogensüchtigen Ende 2013 im Internet kennengelernt hatte. Er sei ja "kein richtiger Junkie", und sie werde ihm nach seiner Entlassung aus der Drogentherapie zur Seite stehen. Landgerichtspräsident Walter Leupold machte ihr klar, dass sie sich dafür lange in Geduld üben müsse. Zwischen dem Gericht, Staatsanwalt Härtl sowie den Verteidigern Rouven Colbatz und Dr. Georg Karl (Regensburg) war für ein vollständiges Geständnis eine Freiheitsstrafe zwischen sieben und acht Jahren für den Mann und eine solche von eineinhalb bis zwei Jahren für die Frau in Aussicht gestellt worden.

Da beide nicht vorbestraft sind, kann die Haftstrafe für die Frau zur Bewährung ausgesetzt werden. Falls Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder am 24. Juni die Unterbringung ihres Freundes in einer drogentherapeutischen Klinik empfiehlt, muss er noch ein knappes Jahr im Gefängnis verbringen. Anschließend geht es auf Therapie, aus der er - bei Erfolg - nach zwei Jahren auf Bewährung entlassen werden kann.
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