Drogensüchtiges Pärchen nach Schmuggel von Crystal verurteilt
Mit Drogen in Vagina erwischt

Beim Schmuggeln von Methamphetamin erwischte die Polizei das schwer drogensüchtige Pärchen. Das Crystal verbarg die 41-Jährige in ihrer Vagina. Nun legte das Gericht offen, was das für Folgen hat.

Zusammen mit einem in einem anderen Verfahren bereits zu 21 Monaten auf Bewährung verurteilten Komplizen schmuggelte ein schwer drogensüchtiges Pärchen über eineinhalb Jahre monatlich mindestens zehn Gramm Methamphetamin aus Tschechien nach Weiden. Erwischt wurde das Trio im Oktober 2015, als es knapp 20 Gramm, vaginal abgesteckt bei der 41-Jährigen, über die Grenze bringen wollte.

Nun ahndete das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl die Taten mit dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe für den Mann und zweieinhalb Jahren für die nicht ganz so häufig an den Schmuggelfahrten beteiligte Frau. Das sind jeweils drei Monate weniger, als Staatsanwaltschaftsgruppenleiter Christian Härtl gefordert hatte und ein bzw. ein halbes Jahr mehr als die Verteidiger Markus Nähr und Dr. Georg Karl beantragt hatten. Zudem verhängten Heindl und die Schöffen die Unterbringung der Verurteilten in der psychiatrischen Klinik zur Therapie ihrer Sucht.

Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder hatte den Angeklagten schwere Abhängigkeit bescheinigt und eine Drogentherapie empfohlen. Die Dauer der Maßnahme hatte der Mediziner auf eineinhalb bis zwei Jahre geschätzt. Trotz der langen Abhängigkeit der beiden berufslosen, aus der ehemaligen Sowjetunion stammenden Weidener sei die Therapie erfolgversprechend, sagte Dr. Rieder.

Im Plädoyer stellte Rechtsanwalt Nähr fest, dass sein Mandant eine sehr lange Drogenkarriere hinter sich habe, aber trotzdem bisher nicht straffällig geworden sei. Rechtsanwalt Dr. Karl bemerkte, dass so schwer abhängige Täter meist auch Handel mit den Drogen treiben würden. Hier liege dies jedoch nicht vor. Selten habe er eine so einsichtige Mandantin erlebt. Ihr eigenes Bemühen um einen Therapieplatz und die Kostenzusage der Krankenkasse möge das Gericht würdigen, so Dr. Karl.

In seiner Urteilsbegründung widersprach Richter Heindl der geäußerten Ansicht, dass "kein Schaden für die Allgemeinheit entstanden" sei, weil ja mit dem Rauschgift nicht gehandelt worden sei. Die 41-Jährige und der 33-Jährige hätten seit vielen Jahren von staatlichen Leistungen gelebt. Die Kosten für zahlreiche Aufenthalte in Wöllershof habe die Krankenkasse übernehmen müssen. Und auch die Kosten für die nun folgende, langwierige Therapie blieben an der Allgemeinheit hängen.
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