Eiche muss weichen
Fällung bei Autohaus bringt Nachbarn in Rage

Von einer bis zu 80 Jahre alten Eiche blieb nur Kleinholz übrig. Der andere, größere Baum auf dem Areal eines Autohauses in der Leimbergerstraße durfte dagegen nicht gefällt werden. Bild: Schönberger

Autos und Bäume sind so was wie natürliche Feinde. Um so ungewöhnlicher war das Bild in der Leimbergerstraße: Auf dem Freigelände eines Autohauses, inmitten geparkter Neuwagen, ragten zwei stattliche Eichen in die Höhe. Seit Dienstag ist es nur noch eine. Und die andere Kleinholz. Geräuschlos verlief diese Fällaktion nicht: Einige Nachbarn liefen Sturm.

Heiß liefen nicht nur die Drähte im Umweltamt des Neuen Rathauses - auch beim NT riefen Bürger an, um über das Treiben im Gewerbegebiet zu berichten. So mir nichts, dir nichts müssten stattliche Bäume weichen, klagte eine Frau: "Sie waren kerngesund." Dieser Einschätzung widerspricht Martin Scheidler vom Umweltamt, der selbst mit den Beschwerdeführern gesprochen hat. Bei der Bebauung des Bereichs vor zehn Jahren, so Scheidler, seien wohl Wurzeln der 60 bis 80 Jahre alten Bäume verdichtet bzw. beschädigt worden. Als Spätfolge nehme der Totholzbestand zu. "Bei Eichen erkennt man das erst spät im Laufe der Zeit." Beim jetzt gefällten Baum habe auch die Standfestigkeit gelitten.

Der andere, größere, sei zwar nicht gesund, er könne aber durch verschiedene Pflegemaßnahmen erhalten bleiben. Die Stadt genehmigte folglich nur eine der beiden Fällungen, die der Betrieb beantragt hatte. Mit den Arbeiten war das Technische Hilfswerk beauftragt. Laut Scheidler war auch ein Gärtner der Stadt vor Ort. Seine Erkenntnis: "Es ging alles mit rechten Dingen zu." Nun hofft Martin Scheidler ebenso wie die Nachbarn, dass sich der andere Baum erholt. "Er hat dort durchaus Bedeutung für das Stadtbild."
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