Ein besonderes ferienprogramm für Flüchtlingskinder im Camp Pitman
Helfer kommen aus Tschechien

Die ehrenamtlichen Helferinnen Alzbeta Matysová (links), Judita Cermáková (Vierte von links) und ihre Kollegen bemalen zusammen mit den Kindern T-Shirts. Organisatorin Alena Fendrychová (Fünfte von rechts) unterstützt sie dabei. Bild: ppzi

Sie spielen Fußball, aber auch Puppentheater. Sie helfen beim Basteln und beim Malen. Das Ferienprogramm im Camp Pitman kommt bei den Flüchtlingskindern gut an. Interessant: Die Organisatoren sind keine Deutschen.

Noch bis zum 26. August kommen Jugendliche aus Tschechien, um hier vor Ort eine oder sogar mehrere Wochen zu helfen. Die Schüler und Studenten unterstützen ehrenamtlich. Sie opfern ihre Freizeit, um sich für die Flüchtlinge zu engagieren.

Untergekommen sind die meisten im Martin-Schalling-Haus wo Matratzen, eine Küche und Sanitäranlagen zur Verfügung stehen. Für Verpflegung, Fahrtkosten und Versicherung kommen sie selbst auf. Andere leben bei privaten Familien, mit denen während der Flüchtlingsarbeit Freundschaften entstanden sind. "Ich bin so stolz, dass so viele Studenten zum Helfen kommen wollen," schwärmt Alena Fendrychová von ihren Schützlingen.

Die Frau aus Marienbad ist die Hauptorganisatorin. Die Mitarbeiterin der Diakonie in Prag koordinierte schon in Tschechien die Flüchtlingsarbeit. Da Tschechien jedoch fast keine Flüchtlinge aufnahm und sie gerne direkt mit den Flüchtlingen arbeiten wollte, musste eine andere Lösung her. Sie half deshalb schon damals in der Mehrzweckhalle bei der Erstaufnahme der Flüchtlinge mit. Dort entstand auch der Kontakt zu Manfred Weiß von der Diakonie Weiden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Zusammenarbeit, die immer weiter ausgebaut wurde. Schon in Tschechien wurden für die Flüchtlingskinder fleißig Gelder gesammelt. Insgesamt kamen 900 Euro zusammen. Mit dem Geld wurden vor allem Spielsachen für die Kinder gekauft.

Motivierte Helfer


Judita Cermáková ist 17 Jahre alt und kommt aus Tschechien. Sie spricht perfekt Deutsch und macht in zwei Jahren Abitur. Ihre Mutter ist Deutsche, der Vater Tscheche. Sie geht in ein kirchliches Gymnasium. Zweieinhalb Wochen von ihren Sommerferien verbringt sie ehrenamtlich in Weiden, um Flüchtlinge zu unterstützen. Durch ihren örtlichen Pfarrer wurde sie auf das Projekt der Diakonie aufmerksam. Schon jetzt weiß sie, dass sie später gerne in einem Beruf arbeiten möchte, der mit Kindern zu tun hat. "Die Verständigung hier klappt sehr gut. Die Kinder lernen schnell Deutsch und sind sehr lieb. Man kann einfach sich selbst sein, wenn man mit ihnen arbeitet," erzählt sie über die Arbeit.

Die 22-jährige Alzbeta Matysová studiert soziale Arbeit an der Universität in Prag. Bereits vor drei Wochen war sie schon einmal hier um zu helfen. Die Stadt Weiden, die Menschen hier und die Arbeit im Flüchtlingsheim gefallen ihr gut. "Ich will ein Vorbild sein für meine Freunde und die Menschen in Tschechien, da man dort gegenüber Flüchtlingen nicht so tolerant ist wie in Deutschland. Am meisten Spaß macht es mir, mit den Kindern draußen zu spielen. Auch nach meinem Studium will ich weiter mit Kindern arbeiten," sagt sie.

Solidarität zeigen


Mehrere Sachen sind Initiatorin Fendrychová besonders wichtig: "Wir wollen den Deutschen zeigen, dass wir auch helfen können. Junge Menschen in Tschechien sollen sensibilisiert werden und ihre Einstellung überdenken. Wir wollen ihnen zeigen, dass es nichts Schlimmes ist, mit Flüchtlingen Kontakt aufzunehmen und ihnen zu helfen."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.