Ein Jahr nach den Anschlägen in Paris
Mehr Zeit für Kontrollen

Thierry Pontoux stammt aus Paris. Dort sind er und seine Tochter Emilie beim Cafébesuch misstrauischer als vor den Anschlägen. Bild: hfz

Weiden/Paris. Die Terroranschläge in Paris am 13. November 2015 haben das Leben vieler Franzosen verändert. Wie sich die Attentate ein Jahr danach auf den Alltag der Menschen auswirken, berichtet Thierry Pontoux. Der 50-Jährige stammt aus Paris, wohnt seit vielen Jahren in Weiden. Seine Mutter Yvette (87 Jahre) lebt noch immer in der französischen Hauptstadt, in der Nähe von Bastille.

Wie hat sich das Leben in Paris nach den Attentaten verändert?

Thierry Pontoux: Man ist misstrauischer. Ich war im Sommer in Paris und saß in einem Café in der Straße, in der die Attentate vor einem Jahr geschahen. Da denkt man: "Ich muss vielleicht aufpassen, dass ich nicht zu nah an der Straße sitze." Man denkt mehr darüber nach, welche Leute vorbeigehen. Die Cafés sind aber nach wie vor voll. Das Leben geht weiter.

Haben die Franzosen Angst, wenn sie zu großen Veranstaltungen mit vielen Menschen gehen?

Angst nicht, sondern Misstrauen, wenn zum Beispiel Leute mit großen Taschen vorbeigehen. Bei den Fan-Meilen der Cafés zur Europameisterschaft war trotzdem alles voll. Aber die Security in Frankreich hat stark zugenommen, es sind bei Veranstaltungen viel mehr Security-Männer unterwegs als früher.

Unternimmt ihre Mutter weniger als vor den Anschlägen?

Nein. Sie geht immer noch spazieren. Das ist für sie wichtig. Sie fährt auch mit der U-Bahn. Dort gibt es mehr Polizisten als zuvor. Das Leben hat sich nicht radikal verändert, aber man muss mehr Zeit für Kontrollen der Polizei einplanen. Zum Beispiel auf den Eiffelturm zu gehen, wird immer schwieriger. Die Taschen werden genau kontrolliert. Auch bei öffentlichen Gebäuden ist das so.
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