Ein Jahr nach der Einreisewelle machen sich Flüchtlinge in der Arbeitsmarktstatistik bemerkbar
244 Syrer arbeitslos gemeldet

Ein Jahr nach der Einreisewelle machen sich Flüchtlinge in der Arbeitsmarktstatistik bemerkbar. Im Bezirk der Arbeitsagentur Weiden (WEN, NEW, TIR) sind inzwischen 244 Syrer, 92 Iraker und 26 Iraner als arbeitssuchend gemeldet.

Insgesamt blieb die Arbeitslosenquote im September unverändert bei 4,3 Prozent und verringerte sich minimal auf 5022 Arbeitslose. Der Herbst sorgte für leichten Aufwind am Arbeitsmarkt. Im Vergleich zum Vorjahr waren 160 Menschen weniger arbeitslos gemeldet, informiert Claudia Wildenauer-Fischer, Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit Weiden. Die Integration von arbeitslosen Menschen im Kontext von Fluchtmigration sei eine der großen Aufgaben. "Es hat sich gezeigt, dass eine Beschäftigung am Arbeitsmarkt auch eine schnellere Integration in die Gesellschaft bedingt."

Maßnahmen laufen


Bei den ausländischen Mitbürgern waren im September etwa 860 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Ihre Zahl ist seit September 2015 um rund 360 Personen gestiegen. Rund 380 der 860 kommen aus so genannten Asylzugangsländern. Dabei stammen 244 Männer und Frauen aus der Arabischen Republik Syrien, 92 aus dem Irak sowie 26 aus dem Iran.

"Individuell unterstützen die Vermittlungsfachkräfte der Weidener Arbeitsagentur arbeitsuchende Menschen. Insbesondere bei Personen im Kontext mit Fluchtmigration sind fehlende Sprachkenntnisse ein Hemmnis am Arbeitsmarkt. "Mit der Vermittlung von Deutschkenntnissen und beruflichen Qualifikationen steigen die Chancen, Praktika oder passende Arbeitsstellen zu finden", berichtet Wildenauer-Fischer.

Zahlreiche "Maßnahmen" wurden fortgesetzt: Agenturweit nahmen 113 Personen an Maßnahmen teil, die unter die Begriffe Aktivierung und berufliche Eingliederung fallen, darunter 86 Personen mit Fluchthintergrund. Insgesamt 241 Männer und Frauen absolvieren derzeit eine berufliche Weiterbildung oder Umschulung.

Von der insgesamt guten Entwicklung haben laut Wildenauer-Fischer verschiedene Gruppen profitiert. Bei den arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren starteten bereits viele junge Menschen in eine neue Arbeits- oder Ausbildungsstelle. Dennoch gibt es noch junge Fachkräfte, die zeitnah eine adäquate Beschäftigungsmöglichkeit suchen. Für die Betriebe die beste Möglichkeit, gute Mitarbeiter zu gewinnen. "Wir erwarten in den nächsten Wochen eine weitere Belebung am Arbeitsmarkt. Unserem Arbeitgeber-Service liegen viele interessante Stellenangebote vor."

Weniger Hartz IV


Insgesamt waren 2590 Männer und 2432 Frauen im Agenturbezirk arbeitslos gemeldet. Neu oder erneut arbeitslos meldeten sich rund 1350 Personen, gleichzeitig konnten fast 1400 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren betrug rund 710 und lag im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Personen höher. In den nächsten Wochen wird ein Rückgang erwartet. Viele Jugendliche, die eine weiterführende Schule besuchen oder demnächst ein Studium aufnehmen, werden sich erst nach dem offiziellen statistischen Zähltag im September abmelden.

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden hilfebedürftige Arbeitslose, die keinen Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur mehr haben, von den Jobcentern betreut. Etwa 2870 der etwas über 5000 Arbeitslosen werden vom Jobcenter Weiden-Neustadt und Tirschenreuth betreut. Das sind rund 140 Personen weniger als im Vorjahr.
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