Einbrecher erbeutet 2 Euro im Rathaus
Georgier nach Telefonat überführt

(rns) Auf frischer Tat konnte die Polizei einen 28-jährigen Einbrecher zwar nicht fassen. Aber Handygespräche über den Raubzug wurden dem Georgier dann doch noch zum Verhängnis.

Am 10. April 2015 um 2:19 Uhr schrillten die Alarmglocken in der Polizeizentrale. Im Neuen Rathaus war eingebrochen worden. Sofort rückten mehrere Streifen aus und kamen wenige Minuten später dort an. Die Beamten entdeckten, dass eine Glastür am Hintereingang aufgebrochen worden war. Zwei weitere Türen, eine davon mit Panzerglas, die zum Kassenraum der Ausländerbehörde führten, ebenso. Inzwischen hatten die Einbrecher das Weite gesucht. Ein Polizeihund verfolgte die Spur bis in den hinteren Hammerweg. Am Tatort stellten die Kriminaler fest, dass die Täter versucht hatten, den schweren Tresor zu stehlen. Da sie das aber nicht geschafft hatten, hatten sie aus der Kaffeekasse der Bediensteten den gesamten Inhalt entwendet: zwei Euro.

Verurteilter Tabak-Räuber


Im Oktober 2015 hatte die Polizei den 28-Jährigen gefasst. Der Berufs- und Arbeitslose hatte im März bei einem Tabakwarengeschäft in der Bahnhofsstraße eingebrochen, Zigaretten im Wert von 17 740 Euro gestohlenen und versucht, die Beute in Dortmund bei einem Hehler zu Geld zu machen. Zudem konnte ihm ein Tankstellenraub in Gunzenhausen nachgewiesen werden. Das Schöffengericht hatte den Ledigen zu drei Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Nun stand er wieder vor Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl.

Der Hintergrund: Während seiner Haft in der Justizvollzugsanstalt Bayreuth hatte er mit einem eingeschmuggelten Handy mit seinen Komplizen telefoniert. Pech für ihn, dass die Polizei mithörte. Denn im Zuge von Ermittlungen gegen organisierte Banden aus Georgien hatten die Beamten Telefonüberwachungen geschaltet. Dabei fiel auf, dass eben jenes Handy zur Zeit des Rathauseinbruchs im Bereich der Funkzelle der Innenstadt und wenig später auch in der Funkzelle Hammerweg eingeloggt war. Zudem bekannte sich der Georgier gegenüber seinen Komplizen im Gespräch auch zum Einbruch. "Wenn sie mir jetzt auch diese Tat nachweisen können, werde ich abgeschoben", hatte er gesagt.

Urteil: vier Jahre


Für Oberstaatsanwalt Rainer Lehner war auch diese Tat damit einwandfrei nachgewiesen. Auch Rechtsanwalt Tobias Konze kam nicht umhin, die Schuld seines Mandanten zuzugeben, wobei er allerdings daraufhin wies, dass die Rollenverteilung unklar sei. Sein Mandant müsse nicht unbedingt der Haupttäter gewesen sein. Auch dass dieser lange Zeit in Deutschland unter falschem Namen unterwegs gewesen war, dürfe man ihm nicht nachtragen. Dies passiere zurzeit doch "tausendfach", so Konze. Man solle den Mann unter Einbeziehung der dreieinviertel Jahre zu insgesamt drei Jahren und neun Monaten verurteilen, so dass er schneller wieder in sein Heimatland abgeschoben werden könne.

Heindl und die Schöffen verurteilten ihn, gemäß Lehners Antrag, zu vier Jahren.
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