Entlassung unter strengen Auflagen
Nach Attacken aufgrund von Schizophrenie: 36-Jährige darf wieder heim – Medikamentengabe wird überwacht

Weiden/Neustadt. Unter strengen Auflagen hat die 1. Strafkammer des Landgerichts Weiden eine 36-Jährige aus der Psychiatrie entlassen. Die Frau ist für tätliche Übergriffe auf eine Radfahrerin und einen Nachbarn verantwortlich, die dabei Verletzungen erlitten. Zudem zerbrach sie einem Saunagast im Sibyllenbad die Brille. Diese drei Delikte waren "Höhepunkt" einer ganzen Kette von Attacken und Beleidigungen gegen Menschen im Umfeld ihres Wohnortes bei Neustadt. Das Gericht konnte die Frau nicht verurteilen, weil sie aufgrund paranoider Schizophrenie schuldunfähig ist. Vorsitzender Richter Walter Leupold ordnete aber die Unterbringung auf Bewährung an. Sprich: Wenn sich die 36-Jährige der Medikamentengabe verweigert oder erneut ausfallend wird, muss sie wieder in eine geschlossene Einrichtung. Die letzten sieben Monate hatte sie in einem psychiatrischen Krankenhaus in Taufkirchen verbracht. Am Donnerstag erklärte Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder das Krankheitsbild der Frau. Alle alltäglichen Handlungen von anderen beziehe die Patientin als böswillig auf sich. Sie fühle sich gemobbt, verlacht, mit Absicht schlecht behandelt und reagiert darauf heftig. Ein "klassisches Wahngebilde". Laut behandelnder Ärzte können die Symptome medikamentös beherrschbar gemacht werden. Das Gericht machte es der 36-jährigen Diplom-Ingenieurin zur Auflage, sich alle 14 Tage ihre Depot-Spritze geben zu lassen. Zudem wird sie noch vor dem Wochenende erstmals von einem Mitarbeiter einer ambulanten Wohnbetreuung besucht, den sie ins Haus lassen muss. Weiterhin stehen ihr ein Betreuer und ein Bewährungshelfer zur Seite.

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