Ergebnis des DNA-Tests nach tödlichem Hundebiss liegt vor
"Kampfhund" ist ein Husky

"Harras" heißt dieser Zwergterrier, der ebenfalls schon einmal im Fang eines großen Hundes landete. Er überlebte damals knapp. Ein Artgenosse in Weiden hatte im April nicht so viel Glück. Bild: ca

"Zazou", die Hündin, die im April einen Yorkshireterrier tot gebissen hat, ist wieder zu Hause bei ihrem Frauchen. Ein Gentest und die Begutachtung durch einen Züchter haben nicht ausreichend Hinweise auf Beimischungen eines Kampfhundes der Klasse 1 ergeben. Vielmehr ist "Zazou" zu 80 Prozent ein Husky.

Ganz aus dem Schneider sind Hündin und Halterin (23) damit nicht: Die Stadt Weiden hat Leinenpflicht und Maulkorbzwang angeordnet. "Am Ende bleibt ein toter Hund", sagt die Veterinärin. Sollte sich die 23-Jährige nicht an die Auflagen halten, kann ein Wesenstest angeordnet werden. Möglich sind nach Auskunft von Ordnungsamtsleiter Reinhold Gailer zudem Zwangsmittel: "empfindliche Summen".

Der Vorfall hatte einiges Aufsehen erregt. An einem Freitagabend waren im April Hinter der Bahn zwei Hundehalterinnen aufeinandergetroffen. Die 23-Jährige hatte "Zazou" dabei. Eine 40-jährige Weidenerin war mit zwei Schäferhunden und dem Zwergterrier spazieren.

Anwalt eingeschalten


Die Besitzerin von "Zazou" fühlt sich zu unrecht "als verantwortungslose Hundehalterin dargestellt". Sie hat Anwalt Werner Buckenleib beauftragt, ihre Sicht der Dinge zu schildern: Demnach sei der Zwergterrier nicht angeleint gewesen. "Zazou" dagegen sei erst nach dem tödlichen Biss aus dem Halsband geschlüpft. Es sei dann noch zu einem Gerangel zwischen "Zazou" und den beiden Schäferhunden gekommen, wobei aber kein Tier verletzt wurde.

In der Folge hatte die Stadt den Hund der 23-Jährigen von der Polizei beschlagnahmen lassen. Die Veterinärin vermutete aufgrund des Phänotyps zumindest die Beimischungen eines Staffordshire. Dann wäre "Zazou" als Kampfhund der Klasse 1 in Bayern praktisch verboten: Die Hürden für eine Genehmigung sind kaum überwindbar. Die Amtstierärztin ordnete einen Gentest an. Bis zum Ergebnis sollte der Hund beim Ausführen einen Maulkorb tragen. Als dagegen verstoßen wurde, landete der Hund im Tierheim.

Eine Blutprobe ging an ein Labor. Dort wurde das DNA-Profil von "Zazou" mit den Profilen aus den Rasselisten verglichen. Ergebnis: Es gibt keine Übereinstimmung mit den fünf Klasse-1-Kampfhunden (Pit-Bull, Bandog, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Tosa-Inu). Ab 30 Prozent wäre dies laut Veterinärin feststellbar gewesen.

Zusätzlich sah sich ein Züchter den Hund an. Dieser stellte bei "Zazou" aufgrund des Beuteverhaltens und der Optik einen sehr hohen Anteil von etwa 80 Prozent Husky fest. "Der Rest ist Mix", so die Amtstierärztin. "Da kann also durchaus ein Staffordshire drin sein."

Ein Husky, der mit einem Staffordshire verwechselt wird - wie geht das? Tierheimleiterin Jutta Böhm kennt den Hund aus seiner Zeit im Tierheim. Es sei schon ersichtlich gewesen, dass "da viel Husky" ist. "Zazou" hat ein blaues Auge. Aber: "Letztlich kann man nicht reinschauen." Einen reinrassigen Staffordshire würde man sicherlich sofort erkennen. "Wenn was anderes mit drin ist, wird's schwierig." Diplomatisch drückt sich Jutta Böhm auch über den tödlichen Biss aus: "Wenn man da nicht dabei war, kann man das schwer beurteilen." Das Gebiss eines großen Hundes könne den Druck von Tonnen ausüben. Über "Zazou" sagt sie: "Menschen gegenüber war das eine ganz liebe Hündin."

Auch Bulldog im Fokus


Unabhängig von diesem Fall hat die Polizeiinspektion Weiden im Mai den American Bulldog eines Weideners beschlagnahmt. Dabei handelt es sich unbestritten um einen Kampfhund der Klasse 2, womit in Weiden eine jährliche Hundesteuer von 615 Euro fällig würde. Zudem wäre ein Negativzeugnis nötig, das sein Herrchen auch nicht vorweisen konnte. Der American Bulldog befindet sich inzwischen wieder im Tierheim Nürnberg, wo ihn der Weidener auch geholt hatte.

Gemeldet war der American Bulldog nicht. Die Polizei kam durch einen Zufall auf die illegale Haltung: Der Weidener war auf einem Parkplatz in Bad Reichenhall kontrolliert worden. Passanten hatten die Polizei alarmiert, weil der Hund im Auto zurückgelassen worden war.
1 Kommentar
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Unbekannt Unbekannt aus Konnersreuth | 09.06.2016 | 17:06  
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