Erst Waldnaab, dann Flutkanal: Zweite große Suchaktion in Weiden in 4 Wochen
Biber mit Kind verwechselt?

Bild: eyj

Ein Kind ist am Flutkanal ins Wasser gefallen. Diese Meldung löste am Dienstag um 23.04 Uhr eine großangelegte Suchaktion aus. Nach gut 3 Stunden brachen die rund 80 Rettungskräfte ab. Die Polizei vermutet, dass ein Tier die verdächtigen Geräusche im Wasser verursacht hatte. War es ein Biber?

Tatsächlich befindet sich nahe der Stelle eine Biberburg. Doch was auch immer da ins Wasser platschte: Entscheidend ist, dass auch in diesem Fall - wie bei dem Fehlalarm vor rund einem Monat beim Stadtbad - kein Mensch zu Schaden kam. Drei Jungen und zwei Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren lösten diesmal den Großeinsatz aus. Sie hatten auf dem Nachhauseweg nahe dem Mittleren Wehr am Flutkanal - dort befindet sich auch ein Fischaufstieg - verdächtige Geräusche wahrgenommen. Und sie berichteten, dass eine Person - etwa 1 bis 1,30 Meter groß - ins Wasser gefallen sei. Vermutlich also ein Kind. Ihre Eltern alarmierten die Einsatzzentrale in Regensburg. Innerhalb kurzer Zeit rückten 80 Rettungskräfte an.

Den Hauptpart übernahmen Wasserwachtler aus Weiden, Neustadt, Weiherhammer, Hirschau, Teublitz, Eschenbach und Vohenstrauß. Als Taucher, per Boot und mithilfe eines Sonargeräts suchten sie ein 200 Meter langes Teilstück des Flutkanals ab. Das war laut Stadtbrandrat Richard Schieder auch dringend nötig: "Die Klappen des Wehrs waren geschlossen. Das Wasser war etwa 3 Meter tief und trüb." Seine Feuerwehrleute und die Polizisten durchkämmten die Uferbereiche. Auch ein Polizeihubschrauber, zwei BRK-Rettungswagen, ein Notarzt und ein Kriseninterventionsteam waren beteiligt. Feuerwehrmänner und die BRK-Schnelleinsatzgruppe Technik und Sicherheit leuchteten den Bereich beidseits der Brücke der Südosttangente über den Flutkanal aus.

Nach gut drei Stunden erfolgloser Suche gingen die Einsatzkräfte nicht mehr davon aus, dass tatsächlich ein Mensch ins Wasser gefallen war. Es war auch keine Vermisstenmeldung bei der Polizei eingegangen. Die Suche wurde abgebrochen. Tags darauf ging ebenfalls keine Vermisstenmeldung bei der Polizei ein. "Die Jugendlichen waren nicht betrunken", betont Polizeipressesprecher Tobias Mattes. "Sie haben nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Sie dachten wirklich, eine Person sei ins Wasser gefallen."

Fehlalarm wie im Stadtbad


Ein ähnlicher Verdacht - ausgelöst durch am Ufer liegende Krücken - hatte erst am 31. Juli eine fast vierstündige Suchaktion in der Waldnaab beim Stadtbad zur Folge. Damals waren rund 100 Rettungskräfte im Einsatz. Ein 17-jähriger Weidener gestand wenig später, dass er die Krücken wegen eines Streits mit seiner Freundin zurückgelassen habe (der NT berichtete).

Trotz dieser beiden Fehlalarme bittet Tobias Mattes die Bürger eindringlich: "Wer den Verdacht hat, dass sich Personen augenscheinlich in Gefahr befinden, sollte umgehend die Polizei verständigen."
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