Es wird wieder wärmer
Ende der Zitter-Zeit

Top-Bedingungen herrschen derzeit an den Skiliften in der Region wie hier in Mehlmeisel. Bild: gis

Weiden/Amberg. Um es gleich vorweg zu nehmen: Diesel tankt sich derzeit ja traumhaft günstig, friert einem aber erst einmal nicht mehr unter dem Hintern ein. Das hätte am Freitag allerdings durchaus passieren können, denn die offiziell gemessenen Temperaturwerte muten gar arktisch an. In der bundesweiten Hitliste der Tiefsttemperaturen hat sich vor allem der Landkreis Tirschenreuth bis auf Platz vier der Wetterstationen vorgearbeitet.

Das Prädikat "am gesäßkältesten" erhält dabei Mähring mit minus 23,1 Grad, gefolgt von Tirschenreuth-Lodermühl mit minus 22,8 Grad. Neustadt am Kulm im Landkreis Neustadt/Waldnaab brachte es auf -20,5 Grad. In Weiden und Schwandorf wehte da mit minus 16,2 und minus 15,5 Grad dagegen schon fast ein "laues" Lüftchen, und Amberg hatte noch minus 15,2 Grad zu bieten. Solche Werte gab es in der Oberpfalz zuletzt Anfang Februar 2013, also vor knapp drei Jahren!

Geschickte Kombination


Um solche Temperaturen zu "erzeugen" braucht es eine geschickte Kombination: Klaren Himmel, Windstille und eine Schneedecke. Schnell erklärt: Bei klarem Himmel kann sich die Luft besonders gut abkühlen, weil eine Wolkendecke die Abstrahlung von Wärme in den freien Weltraum hindert. Wenn dann eine Schneedecke vorhanden ist, funktioniert diese Abstrahlung noch besser.

Kalte Luft ist träge und schwer, sinkt demnach gerne nach unten in Senken und Täler. Mit Wind würde dies nicht so gut funktionieren, weil dieser die Luft in Bewegung hält. Deswegen ist eine windruhige Nacht eine ebenso wichtige Voraussetzung. All dies war Freitagfrüh der Fall. Aufgrund der hohen Dichte von Kaltluft werden an solchen Tagen die tiefsten Temperaturen also eher in Senken und Mulden gemessen, und wenn da dann eben eine Wetterstation steht, dann klappt's auch mit den Rekorden. Noch besser geklappt hat das übrigens in Sachsen, in einem hochliegenden Tal des Erzgebirges, wo in Marienberg-Kühnhaide knackige minus 31 Grad gemessen wurden. Normal werden die offiziellen Temperaturen in zwei Metern Höhe registriert, was die erwähnten Temperaturen wiedergibt.

Begibt man sich nun direkt an die Schneedeckenoberfläche (also "Knöchelhöhe"), so kann es dort noch empfindlich kälter sein. Auch hier wurde in der Nordoberpfalz nachgemessen: minus 29 Grad in Mähring und Tirschenreuth, minus 25 in Neustadt am Kulm, minus 24 in Weiden. Das ist allerdings eben nicht die Kälte, die wir im Gesicht empfinden, außer man spielt gerade "Schneeengel".

Regen und Sturm


Das große Zittern ist jetzt aber erst einmal vorbei. Aus dem Schnee am Samstag wird immer mehr Schneeregen und Nieseln samt Blitzeisgefahr. Und während es am überwiegend trüben Wochenende mit null bis vier Grad vorerst nur nasskalt wird, steigen in der kommenden Woche die Temperaturen allmählich weiter. Vor allem in der zweiten Wochenhälfte werden Regen und Sturm immer mehr zunehmen, dazu sind dann auch wieder Temperaturen von drei bis sieben, später an der Naab sogar zehn Grad möglich.
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