Evangelische und katholische Erwachsenenbildungswerke bilden gemeinsam Kirchenführer aus
Ökumene für offene Kirchen

Bettina Hahn und Hans Bräuer präsentieren den Entwurf des Infoflyers für die gemeinsame regionale Ausbildung von Kirchenführern durch evangelische und katholische Erwachsenenbildungswerke. Bild: ui
 

Mehr als eine klassische, historische Führung sollen Besucher der Gotteshäuser in der Region erleben. Im Blick sind vor allem die Simultankirchen. Da macht es sich gut, dass auch bei der Ausbildung der Kirchenführer die Ökumene praktiziert wird.

/Neustadt. "Es geht um einen Weg, auch evangelische Kirchen offener zu machen", sagt Bettina Hahn vom Evangelischen Erwachsenenbildungswerk (EBW) im Dekanat Weiden. Anders als die katholischen Gotteshäuser sind die der Protestanten außerhalb der Gottesdienste und anderer Veranstaltungen oft verschlossen. Doch für Hahn geht es bei dem Projekt um mehr. "Wir wollen die Kirchen tatsächlich öffnen und für Besucher inhaltliche Zugänge auftun."

Dazu haben die EBWs der Dekanate Weiden und Sulzbach-Rosenberg zusammen mit den Katholischen Erwachsenenbildungswerken (KEB) Weiden, Amberg-Sulzbach und Tirschenreuth ein Ausbildungskonzept für Kirchenführer erarbeitet. "Wir haben einen Kurs ausgeschrieben mit Schwerpunkt Simultankirchen, der sich aber auch an die richtet, die in anderen Gotteshäusern etwas machen wollen", beschreibt Hahn das Angebot. Es wird am Dienstag 1. März, in Weiden und zwei Tage später in Amberg bei einer Infoveranstaltung vorgestellt.

Sechs Seminartage


Eine ähnliche Ausbildung laufe auf katholischer Seite bereits im Raum Cham und Schwandorf, berichtet Hans Bräuer von der KEB Neustadt-Weiden. In den sechs Tagesseminaren von April bis Oktober samt einer Präsentation geht es um mehr als Geschichte. Hahn: "Man entdeckt theologische Zusammenhänge und bekommt eine kirchenpädagogische Methodensammlung."

Bräuer verweist auf weitere Elemente wie die Arbeit mit der eigenen Biografie. "Wie wirken die Fenster auf mich? Kommt durch sie Licht herein? Sind sie Ausdruck des Glaubens?", seien Beispiele für Fragen, mit denen man sich ebenso beschäftigen könne wie damit, was speziell in einer Simultankirche mehr das Evangelische oder das Katholische betone. So könne man erkunden, welche Bedeutung die Kanzel oder der Tabernakel für die andere Konfession habe, meint Hahn. "Uns ist es verlorengegangen, die Symbolik und die Sprache von Kirchenräumen zu verstehen."

Schulung vor Ort


Die Ausbildung erfolgt an wechselnden Orten und deren Kirchen mit unterschiedlichsten Baustilen bis hin zur modernen Zeltform in der Region von Illschwang über Rothenstadt und Schwandorf bis Flossenbürg, Kümmersbruck und Oberviechtach. "Ziel ist es, einen festen Stamm an Leuten zu finden, die ihr Gotteshaus vorstellen, sich individuell beispielsweise von Radlergruppen anfragen lassen und auch eigene Angebote wie Nachtführungen machen", sagt Hahn.

Ökumenisch RadelnZu einer 33 Kilometer langen Tagestour auf dem Simultankirchenradweg von Püchersreuth über Schönkirch und Floß nach Wilchenreuth laden EBW und KEB zusammen mit der Concordia Windischeschenbach am Samstag, 4. Juni, ein.

Vielleicht kommt bei dieser Tour schon der ein oder andere angehende Kirchenführer zum Einsatz. Die Veranstalter versprechen den maximal 35 Teilnehmern - zum Teil auch kuriose - Geschichten zu den fünf Simultankirchen am Weg, auf dem einige Steigungen zu bewältigen sind. (ui)

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Weitere Informationen:

www.simultankirchenradweg.de


AnmeldungEBW Weiden, Telefon 0160/91718282, Bettina.Hahn@elkb.de

KEB Neustadt-Weiden Telefon 0961/634964-1 info@keb-neustadt-weiden.de
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