Ex-Augustinus-Gymnasiast Pater Lagleder organisiert Hilfe zur Selbsthilfe in Südafrika
Aids als größte Bedrohung der Bevölkerung

Ein Zulu-Schild "Krieger gegen die Armut" erhält Elfriede Hendl-Freis. Sie knüpfte den Kontakt zwischen der Pfarrgemeinde St. Josef und Pater Gerhard Lagleder, einem Ex-Augustinus-Gymnasiasten, der in der Mission in Südafrika gegen Aids und die Armut kämpft. Bild: Dobmeier

In Südafrika gibt es mehr Aidskranke, als Österreich Einwohner hat. Seit fast 30 Jahren hat es sich Pater Gerhard Lagleder zur Aufgabe gemacht, den Aidskranken mit Therapien, Palliativversorgung und Hospiz in Mandeni, Provinz KwaZulu-Natal mit 250 000 Einwohnern, zu helfen.

(rdo) "Es ist Hilfe zur Selbsthilfe im bettelarmen Land", sagte der Pater, der am Augustinus-Gymnasium vor 40 Jahren Abitur gemacht hat. In Regensburg empfing er von Bischof Rudolf Graber die Priesterweihe. Auf Einladung von Elfriede Hendl-Fries von der Kirchengemeinde St. Josef referierte er nun im Pfarrheimsaal.

Größtes Hospiz Südafrikas


Pater Lagleder leitet in Südafrika als Pfarrer das "Blessed Gérard's Care Centre", ein Pflege- und Sozialzentrum in einer Gruppe von Idealisten, die als Hilfsorganisation des Malteser- Ordens nach dem Leitspruch "Schutz des Glaubens und Hingabe an die Armen" lebt. Es arbeiten dort 81 hauptamtliche und über 1100 ehrenamtliche Helfer. Unter der Bruderschaft des Seligen Gérard, der Gründer des Malteserordens war, gehören dazu die Aids-Beratung und Behandlung, die häusliche Pflege, das größte Hospiz Südafrikas, Therapiebegleitung und Selbsthilfegruppen. Unterhalten wird ein Kindergarten, ein Waisenhaus für Kinder, deren Eltern oft an Aids verstorben sind und eine Klinik für unterernährte und HIV-infizierte Kinder. Ein Krankheits- und Nothilfefonds unterstützt Bedürftige und ermöglicht eine Anschubfinanzierung zur Selbstständigkeit als Landwirt oder Gemüsebauer. Stipendien helfen, die Bildung begabter Kinder zu fördern. Teure Ausbildungen für Fachkräfte und Ärzte werden finanziert. Die Arbeitslosigkeit in Südafrika beträgt 52 Prozent. Um an Geld zu kommen, verkaufen die oft alleinerziehenden Frauen ihren Körper. Die Folge: Sie infizieren sich. Auch zahlreiche Kinder sind von Geburt an krank.

Ohne Krankenversicherung


Durch eine antiretrovirale Behandlung mit der regelmäßigen Einnahme von zwei Tabletten am Tag wird das Leben um bis zu 35 Jahre verlängert. Die Ansteckungsgefahr erlischt damit auch. Die Schwierigkeit stellt das Fehlen einer Krankenversicherung für die meisten Einwohner dar. Hier braucht es Spendengelder. Die Arbeit zeige Wirkung, der Anstieg der Infizierungen sei gehemmt.

Mit "Siyakubonga" - das Wort ist der Muttersprache Zulu entlehnt - dankte der Pater für die Spenden der Gäste. Wenn weitere Kirchengemeinden das Hilfsprojekt in Afrika unterstützen wollen, kann bei der Sternsingersammlung der Verwendungszweck "W04 0151 082" angegeben werden. Das Geld geht dann direkt an das "Blessed Gérard's Care Centre" in Südafrika.
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