Experte informiert Imker über Umgang mit Schwarmbildung
Verflixte Schwärmerei

Wenn Bienen schwärmen, kommen die Imker meist nicht ins Schwärmen. Guido Eich (rechts) vom Institut für Bienenkunde in Celle, gab Imkern deshalb Tipps, Schwärme zu verhindern. Kreisvorsitzender Reinhold Ziegler dankte für den Vortrag mit einem Spezialitätenkorb. Bild: Dobmeier

Einen Schwarm zu haben, klingt gut - zumindest für alle Nicht-Imker. Für die Menschen vom Fach aber braucht es zu diesem Thema einen Experten. Und so gibt Guido Eich Bienen-Züchtern Tipps zum Umgang mit Schwarmbildung.

"Warum gibt es Bienenschwärme, wenn man keine will?" So lautet die Frage bei der Kreisfrühjahrsversammlung der Imker. Vorsitzender Reinhold Ziegler begrüßt die Bienenzüchter im voll besetzten Postkellersaal. Besonders willkommen heißt er den Referenten aus Niedersachsen, Guido Eich vom Laves-Institut für Bienenkunde in Celle, der auch für die Ausbildung mit Berufsschule und Meisterprüfung von Imkern verantwortlich ist. Er nennt schwarmverhindernde Maßnahmen eine tolle Sache - wenn man sie beherrscht.

Gleich vorneweg erklärt Eich: Nicht das Alter einer Königin bedingt den Schwarmtrieb. Vielmehr steige die Wahrscheinlichkeit dafür mit dem Alter der Waben. Imker sollten sich daher nicht scheuen, Waben zu erneuern. Entweder man ließe die Waben bauen. Das koste zwar. Das Geld aber lohne sich. Oder man setze auf fleißige bauende Völker. Zudem erhöhe sich das Schwarmrisiko nach reicher Pollentracht - beispielsweise bei Palmkätzchen, Raps - und einer folgenden Schlechtwetterperiode. Was zudem den Schwarmtrieb steigern und die Leistung senken kann, seien der natürlicher Trieb des Volkes, Massenschlupf und Raummangel oder eine zu späte Erweiterung verhonigter Brutnester. "Denn wer im Mai noch nicht geschröpft hat, hat im Juni mit Schwarmtrieb zu kämpfen."

Vorsicht auch bei einer weißen Wachsbeflockung der Spielnäpfchen, warnt Eich. Das deute auf Leben (Ei, Made) hin. So werden aus Spielnäpfchen echte Schwarmzellen. Der Bautrieb erlischt dann komplett, Mittelwände und Baurahmen werden nicht mehr angenommen. Fallen bei den Kippkontrollen einzelne Näpfchen mit Larven auf, müssen das ganze Volk Wabe für Wabe kontrolliert und Zellen ausgebrochen werden. Anschließend sind laut Eich weitere schwarmverhindernde Maßnahmen erforderlich wie rechtzeitiges Schröpfen, genügend Platz im Bienenstock, Drohnenbau schneiden, weite Fluglöcher, den Bautrieb voll ausnutzen und die Beobachtung der Waben und Fluglöcher.

Beim Befall mit Faulbrut - häufig treffe es fleißige Bienenvölker - gelte: "Melden und retten." Denn nur, wenn der Imker ehrlich und offen damit umgeht, sei die Verbreitung an Nachbarvölker zu verhindern.
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