Fabian Eller glänzt in hitzigen Diskussionen
Physik-Weltcup 3. Wettkampftag

Bilder: hfz

Weiden/Jekaterinburg: Hoch motiviert strömten die 29 Schülerteams durch die verschlungenen Gänge und Treppenhäuser der Föderalen Universität Ural in Jekaterinburg zu ihren Seminarräumen. In der vierten Wettkampfrunde sollten sich die Favoriten für den Physik-Weltcup IYPT 2016 klar heraus kristallisieren.

Von Jan Oliver Löfken

So setzte sich eine kleine Spitzengruppe deutlich vom Hauptfeld der Teams ab. Mit dabei die deutschen Schüler Jonas Landgraf (18) und Fabian Eller (18) aus Weiden, Carina Kanitz (18) aus Erlangen, Sören Selbach (18) aus Koblenz und Ann-Kathrin Raab (18) aus Rosenheim. „Die Stimmung im Team wird von Tag zu Tag besser“, sagt Jonas. „Trotz oder vielleicht auch wegen der Anstrengung.“

Die Teams aus Tschechien und Pakistan, ein Newcomer im IYPT-Wettbewerb, forderten die deutsche Fünf heraus. Bei den Diskussionen um eine heiße Wasserfontäne, die aus einer Pipette sprudelte und um ein komplexes Wabenmuster in einer mit Öl gefüllten Schale wurde das Team um Kapitän Jonas seiner Favoritenrolle gerecht. „Pakistan war aggressiv“, sagt Jonas. „Aber der Vortrag war für einen Newcomer beachtlich und unerwartet gut.“

Danach präsentierte Fabian seine Lösung, warum ein Rollkoffer so leicht wackelt und aus dem Gleichgewicht gerät. Doch sowohl die Pakistaner als auch die Tschechen ließen sich von seiner Interpretation, entwickelt nach wochenlangen Versuchen mit einem eigenen pfiffigen Experiment, nicht wirklich überzeugen. „Aber mit solchem Druck komme ich richtig gut zurecht“, sagt Fabian. Und nach einer hitzigen Debatte erkannte die Jury Fabians Leistung und bewertete diese hoch. „Nun haben wir unsere Verfolger weiter abgehängt“, resümiert Fabian.

Deutsches Schülerteam setzt sich in Spitzengruppe ab


So behaupteten die fünf Achtzehnjährigen souverän ihren 2. Platz in der Gesamtwertung. Nur etwa ein Punkt trennt sie von den Mitfavoriten in der Spitzengruppe, Singapur auf Platz 1 und die Schweiz auf Platz 3. Der Abstand zum Nächstplatzierten Taiwan ist dagegen schon mit zwölf Punkten komfortabel. „Der Finalplatz ist uns jetzt schon so gut wie sicher“, sagt Kapitän Jonas. „Da müsste jetzt schon richtig viel schiefgehen im letzten Kampf der Vorrunde“, ergänzt Held des Tages Fabian.

International Young Physicists' TournamentBeim IYPT tragen die einzelnen Teams die zu Hause erarbeiteten Lösungsvorschläge in sogenannten Fights vor, wobei die gegnerische Mannschaft bestimmt, welches Problem vorgetragen wird. Während die Gegner in einer anschließenden wissenschaftlichen Diskussion versuchen, Schwachstellen in der Argumentation der vortragenden Mannschaft aufzudecken, beurteilt ein drittes Team sowohl Reporter als auch Opponent. Eine Jury aus Lehrern und Wissenschaftlern bewertet schließlich alle drei Teams. Damit kommt es nicht nur auf physikalisches Fachwissen an, sondern auch auf die Fähigkeit, in englischer Sprache zu kommunizieren sowie Fairness.
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