Fachärzte informieren über Harninkontinenz und Gebärmuttersenkung
Weg mit dem Tabu

Sie klären auf (von links): Dr. Cornelia Schnorrer, Dr. Albert Roßmann, Physiotherapeut Jens Hegebart, Dr. Petra Baumer, Dr. Michael Lovisek, Professor Dr. Dr. Thomas Beschleipfer und Dr. Winfried Pruy. Bild: Götz
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Weiden in der Oberpfalz
17.02.2016
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Muskeln, die im Geheimen arbeiten. Krankheiten, die aus Scham verheimlicht werden. Geheimnisse lüften und mit Tabus brechen, das wollen die Spezialisten des Beckenbodenzentrums Weiden mit ihrem Aktionstag am 25. Februar.

"Tabuthema: Blase - Beckenboden - Enddarm" lautet der Titel der Informationsveranstaltung in der Personalcafeteria des Klinikums. Beginn ist am Donnerstag, 25. Februar, um 19 Uhr. Die Fachärzte des Weidener Klinikums hoffen auf regen Zulauf. Denn dass die Themen viele Menschen betreffen, beweist die Praxis. Dabei lassen sich viele dieser Probleme heutzutage mit minimalinvasiven Eingriffen beheben. Als ein Beispiel dafür nennt Professor Dr. Dr. Thomas Bschleipfer, Chefarzt der Urologie, die Beckenbodeninsuffizienz.

Dank des im November 2014 am Weidener Klinikum eingerichteten Kontinenz- und Beckenbodenzentrums lassen sich die Krankheiten jetzt noch schonender und effektiver für die Patienten angehen. Die relativ junge Einrichtung steht übrigens kurz vor der Zertifizierung durch die Deutsche Kontinenz-Gesellschaft. Um Probleme einer Patientin an der Gebärmutter, der Blase und dem Enddarm zu beseitigen, waren kürzlich ein Gynäkologe, ein Urologe und ein Chirurg an der Operation beteiligt, berichtet Dr. Albert Roßmann, Chefarzt der Frauenklinik. Der große Vorteil: Die Eingriffe erfolgten Schlag auf Schlag. "Es war nur eine Narkose nötig, und die Erholung geht auch schneller vonstatten."

Auch Kinder betroffen


Harninkontinenz ist ein Problem, das Männer und Frauen gleichermaßen betrifft, von vielen aber schamhaft verschwiegen wird. Daneben befassen sich die Experten aber auch mit Senkungsbeschwerden, Schmerzen im Unterleib oder Problemen beim Geschlechtsverkehr. Sie sprechen ebenso die Eltern von kleinen Patienten an. "Es gibt ein breites Spektrum an kindlichen Erkrankungen", weiß Prof. Bschleipfer. "Einige sind angeboren, manche schwer zu diagnostizieren. Aber gerade in der Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen lassen sie sich gut angehen." Und: Bei vielen kindlichen Erkrankungen reichen nach seinen Erfahrungen konservative Methoden aus, um Abhilfe zu schaffen, so dass eine Operation unnötig ist.

Praktische Übungen


Experten aus der Allgemeinchirugie, Gastroenterologie, Gynäkologie, Radiologie, Urologie und Visceralchirurgie arbeiten im Beckenbodenzentrum am Weidener Klinikum eng zusammen. Nicht zu vergessen die Physiotherapie: "Es gibt viele Muskeln, die quasi im Geheimen arbeiten", sagt Jens Hegebart, Leiter der Physiotherapie. "Der Patient muss sie richtig wahrnehmen und zum Beispiel wissen, wie er sie anspannt." Wie das funktioniert, wird Jens Hegebart am Informationstag anhand einiger Übungen demonstrieren.

Vortragsreihe: Blase - Beckenboden - EnddarmDen Auftakt der Patienteninformationsveranstaltung zum "Tabuthema: Blase - Beckenboden - Enddarm" gestaltet Professor Dr. Dr. Thomas Bschleipfer. Er wird am Donnerstag, 25. Februar, ab 19 Uhr den Gästen in der Personalcafeteria des Klinikums das noch relativ junge Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Klinikum Weiden vorstellen. Die weiteren Vorträge befassen sich mit folgenden Themen:

Über "Möglichkeiten der minimalinvasiven Chirurgie zur Behebung von Senkungen" referieren Chefarzt Dr. Albert Roßmann und Oberarzt Dr. Michael Lovisek von der Frauenklinik.

"Stuhlinkontinenz. Diagnostik und Therapie" lautet das Thema von Chefarzt Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl und Oberarzt Dr. Winfried Pruy von der Klinik für Allgemein-, Thorax- und Visceralchirurgie am Klinikum Weiden.

"Harninkontinenz und Beckenbodeninsuffizienz: ambulante Diagnostik und konservative Therapie." Darüber spricht Dr. Petra Baumer von der Urologischen Gemeinschaftspraxis Weiden.

Über "Spezielle Diagnostik und operative Therapie bei Harninkontinenz und Beckenbodeninsuffizienz" informieren Chefarzt Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer und Dr. Cornelia Schnorrer von der Klinik für Urologie.

"Physiotherapie bei Harninkontinenz und Beckenbodeninsuffizienz" ist der Titel des Vortrags von Jens Hegebart, Leiter der Physiotherapie am Weidener Klinikum. (ps)
Es gibt viele Muskeln, die quasi im Geheimen arbeiten. Der Patient muss sie richtig wahrnehmen und zum Beispiel wissen, wie er sie anspannt.Jens Hegebart, Leiter der Physiotherapie
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