Fähnlein von der Weyden feiert 25-Jähriges
Riesenkrach zum Jubiläum

Knall, Rauch und auch eine Menge Spaß: Das brachten die Feiern zum 25-Jährigen des Fähnleins von der Weyden. Die historische Truppe hatte sich dazu auch Unterstützung von befreundeten Vereinigungen geholt. Bilder: Kunz (2)

So eine knallige Feier gibt es nur selten: Beim Jubiläum des Fähnleins von der Weyden rauchte und schepperte es mordsmäßig.

Am Anfang standen eine Idee und eine Vision, betonte Bürgermeister Jens Meyer beim 25-jährigen Jubiläum der historischen Truppe. Sie war 1991 anlässlich der 750-Jahr-Feier Weidens gegründet worden. "Längst ist sie ein kultureller Bestandteil unserer Stadt." Diese sei, wie jüngste Funde bei der Sanierung von St. Michael ergaben, wohl schon weit über tausend Jahre alt.

Hauptmann Friedrich Bronsart ließ vor dem Schützenheim am Hetzenrichter Weg antreten. Am Appell beteiligten sich: Abordnungen vom Burgfähnlein Parkstein, Pressather Fähnlein, Schierlinger Gennßhenkher, historische Bürgerwehr Neustadt und Hochfürstlich Lobkowitzische Grenadiergarde der Gefürsteten Grafschaft zu Sternstein sowie die Bürgermeister Meyer und Lothar Höher. Der Kristallisationspunkt des Fähnleins sei eine Kanone gewesen, erinnerte Bronsart an die Anfänge. Nach deren Restaurierung habe man zunächst an eine Kanonenbedienungsmannschaft gedacht. Leider sei der Widerstand groß gewesen. In der Öffentlichkeit habe man die Männer der ersten Stunde als "Maschkerer" verunglimpft. Heute sei dies anders.

Bronsart dankte seinen alten Mitstreitern Manfred Köhler, Georg Gaßner, Rainer Birke und Rudi Hösch. Große Verdienste habe sich 1991 dann Fähnrich Hans-Jürgen Rudnik erworben. Denn mit seiner Hilfe existiere das Fähnlein seitdem als historischer Bestandteil der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft. Das Fähnlein sei seit Jahren fester Bestandteil des Vereins in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit und des Protokolls.

"Lebendige Geschichte"


"Wir interessieren uns für die Geschichte unseres Vaterlandes und besonders für die Zeit des 30-jährigen Krieges." Man versuche, sich an der Lebensweise der Vorfahren zu orientieren. Es gehe darum, die Zeit zu erforschen und Bekleidung, Ausrüstung und Waffen auszuprobieren. Dies sei "lebendige Geschichte".

Dabei stoße man häufig auf Werte, die inzwischen verloren gegangen seien. Der Lohn: "Magische Momente, in denen alles stimmt - ein paar Momente nur, in denen sich jedoch die Grenzen zwischen den Zeiten zu verwischen scheinen."

Bevor es so richtig knallte und die Salven krachten, taufte Schützenmeisterin Carola Girisch eine Vorderladerkanone vom System Gribauvalle (Kaliber 762 mm), geeignet für den scharfen Schuss und für Böllervorführungen nach alter Sitte, auf den Namen "Carola". Dank galt neben Chefkanonier Johannes Breyer dem Armeemuseum Dresden, das alte Pläne bereitgestellt hatte, sowie Kadir Arican. Das Rohr stamme aus einer alten Panzerkanone amerikanischer Bauart. Ferner hatte Erwin Knöbl auf eigene Kosten einen Mörser beschafft und die Lafette selbst hergestellt. Vorlagen lieferten Fotos aus dem Heeresgeschichtlichen Museum Wien. Das Feuer stieg 20 Meter hoch.
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