Feine Freunde
34-Jähriger chauffiert Drogen-Pärchen

Im Wagen selbst fanden die Polizisten nichts. Allerdings stand der Fahrer (34) unter Drogeneinfluss. Und auch seine Beifahrerin (42) hatte Rauschgift intus - aber anders, als man vermuten würde. Nun musste sich der Autobesitzer vor Gericht verantworten.

Wieder einmal hatten Bundespolizisten und Beamte der Polizeiinspektion Waldsassen den richtigen Riecher. Im Oktober stoppten sie den Fahrer eines Audi mit Neustädter Kennzeichen und durchsuchten den Wagen. Im Fahrzeug fanden sie zwar nichts Verbotenes. Jedoch stellte sich heraus, dass der Fahrer unter Drogen stand - und seine Beifahrerin 19,33 Gramm Methamphetamin vaginal abgesteckt mit sich führte. Verdächtig gemacht hatte sie sich, weil sie eine geöffnete Kondomverpackung auf dem Rücksitz liegen gelassen hatte. Im folgenden Verhör stellte sich heraus, dass der Freund der 42-Jährigen, der dritte Pkw-Insasse, das Rauschgift für 800 Euro auf dem Vietnamesenmarkt bei Eger gekauft hatte.

Eine Tour pro Monat


Nach Angaben des 33-Jährigen konsumierten die beiden Hartz-IV-Bezieher diese Menge stets in acht Wochen. Außerdem kam bei der Kripo zur Sprache, dass man zuvor schon ein Jahr lang mit dem Auto des 34-jährigen Weideners etwa einmal im Monat nach Tschechien zum Crystal-Kauf gefahren war. Dieser gab vor dem Schöffengericht am Donnerstag zu, nur "geahnt" zu haben, dass die Fahrten seiner Bekannten zur Drogenbeschaffung gedient hatten.

In einem Rechtsgespräch zwischen Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl, Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Christian Härtl sowie den Verteidigern Dr Georg Karl (Regensburg), Markus Nähr (Nürnberg) und Dr. Hans-Wolfgang Schnupfhagn wurde vereinbart, dass für die beiden Haupttäter erst ein psychiatrisches Sachverständigengutachten einzuholen sei. Heindl trennte daraufhin das Verfahren gegen die beiden vermutlich schwer Abhängigen ab. Sie werden durch Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder untersucht und kommen am 31. März erneut vor Gericht.

Der Autobesitzer, der bis vor Kurzem bei der Bundeswehr gedient hat und nun eine Weiterbildung in seinem erlernten Beruf durchläuft, bezeichnete es als seinen "größten Fehler", Drogen konsumiert und seinen Bekannten den "Freundschaftsdienst" erwiesen zu haben.

Staatsanwalt Härtl hielt dem zweimal geringfügig Vorbestraften sein Geständnis zugute und dass er nur eine untergeordnete Rolle spielte. Der Anklagevertreter forderte 21 Monate auf Bewährung, verbunden mit 1500 Euro Geldbuße. Anwalt Dr. Schnupfhagn bat um eine mildere Geldauflage. Heindl und die Schöffen erkannten auf die beantragten 21 Monate auf Bewährung sowie 1000 Euro, die der Verurteilte in Raten zahlen kann.
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