Fest zum 50-jährigen Bestehen des Zentraljustizgebäudes in Weiden
Immer auf der Höhe der Zeit

Mancher träumt in Bayern von einem "Rechtspflegeministerium". In Weiden sei dies - im Kleinen - schon seit 50 Jahren verwirklicht: im Zentraljustizgebäude, betont Landgerichtspräsident Walter Leupold. Dort sind nämlich auch Sozial- und Arbeitsgericht untergebracht. Zum Jubiläum setzt die Weidener Justiz aber einen neuen Schwerpunkt

Sogar Justiz-Staatsminister Winfried Bausback zeigte sich vom Gebäude begeistert, das schon vor 50 Jahren - allerdings auch in einer überlangen Bauzeit von 48 Monaten - "äußerst nachhaltig" errichtet wurde. Eines der Kennzeichen: Es ist barrierefrei. Und deshalb überreichte der Minister an Walter Leupold das Signet "Bayern barrierefrei". "Vielleicht bringen Sie es am Eingang an", empfahl der Minister. Die Barrierefreiheit sei eine Voraussetzung, dass alle Menschen am öffentlichen Leben teilnehmen könnten. Das Justizgebäude, 62 mal 47 Meter groß, grundsolide mit Ziegeln gemauert, sei heute noch bestens für den Justizbetrieb geeignet. "Es ist immer noch auf der Höhe der Zeit."

Wenngleich der Bau mit sehr viel Ärger und Kritik begleitet wurde, so könne die Weidener Justiz glücklich sein, dass das Haus noch Mitte der 60er Jahre entstanden sei und die damalige Unterbringung im Waldsassener Kasten (keine Zentralheizung) beendete. Gerade rechtzeitig: In den 70er Jahren habe die Beton-Systembauweise Einzug gehalten. Es gebe Beispiele, dass Verwaltungsbauten aus dieser Zeit inzwischen nicht mehr nutzbar seien.

Täglicher Motivationsschub


"Unser Haus erinnert in den letzten Jahren an den Kölner Dom: Irgendwo ist immer Baustelle", scherzte Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer. Seit zwölf Jahren genieße er die Vorzüge des Gebäudes, das kompakt gebaut sei und damit ganz kurze Wege biete. Eine Besonderheit sei, dass niemand am Ende eines Ganges, sondern jeder mittendrin sitze und arbeite. Das Haus vermittle sogar Geborgenheit. "Es gibt jeden Tag einen richtigen Motivationsschub."

Auch dafür, dass das Haus immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werde, dankte Landgerichtspräsident Leupold allen vorgesetzten Dienststellen, besonders jenen aus den Bau- und Haushaltsabteilungen. "Wir werden bestens bedient." Unter den Festgästen begrüßte er viele ehemalige Landgerichtspräsidenten, -vizepräsidenten, Leitende Oberstaatsanwälte, Amts- und Arbeitsgerichtsdirektoren, Generalstaatsanwalt Hasso Nerlich sowie Dr. Christoph Strötz, den Präsidenten des Oberlandesgerichtes Nürnberg, Personalchefs, Referenten, dazu die Vertreter von Polizei, Zoll, Justizvollzugsanstalten, der Anwälte-, Notare und Rechtspfleger. Die Politik vertraten die Landtagsabgeordneten Petra Dettenhöfer, Tobias Reiß, Annette Karl sowie Oberbürgermeister Kurt Seggewiß.

Zusammenarbeit mit Pilsen


Bausback rühmte die Zusammenarbeit von Justiz und Polizei "über die Grenze hinweg" zwischen Weiden und Pilsen. Gerade die Weidener Justiz habe aufgrund ihrer Grenznähe besondere überregionale Bedeutung. "Ich bin froh, dass diese Zusammenarbeit so hervorragend funktioniert. Wir alle wissen, die Kriminalität stoppt nicht an der Grenze, darum darf auch die Strafverfolgung nicht an der Grenze enden." Für eine effektive Strafverfolgung sei eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit notwendig. "Das wird zwischen Weiden und Pilsen in großartiger Weise praktiziert."

Höhepunkt der Geburtstagsfeier war dann auch die Unterzeichnung und der Austausch von Urkunden, in denen eine noch engere Zusammenarbeit mit dem Bezirksgericht und der Bezirksstaatsanwaltschaft Pilsen vereinbart wurde. Die Dokumente unterzeichneten Walter Leupold, Gerd Schäfer sowie Bezirksgerichtspräsident Miloslav Sedlacek und Dr. Anna Marikova. (Seite 5)
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