Film- und Diskussionsabend über alleinerziehende Väter
Szenen einer Kindheit

Sie nahmen Platz zu einem beeindruckenden Kinoabend: Die Veranstalter vom Bündnis für Familie Weiden-Neustadt/WN mit Moderator Rudolf Schieder (hinten, links). Bild: Bühner

Alleinerziehende Mütter? Keine Besonderheit. Seltener finden sich Männer in dieser Rolle wieder. Ein Filmdrama macht erstmal sprachlos - und liefert dann jede Menge Diskussionsstoff.

Die dritte Veranstaltung des Bündnisses für Familie in der Reihe "Papa & ich - ein Superteam" ging diesmal im Neue-Welt-Kinocenter über die Bühne. Als das Filmdrama "Väter und Töchter - ein ganzes Leben" mit Russell Crowe, Kylie Rogers und Amanda Seyfried in den Hauptrollen zu Ende war, sollte eigentlich sofort eine Diskussion beginnen. Moderator Rudolf Schieder forderte jedenfalls dazu auf. Doch im Zuschauerraum herrschte zuerst einmal absolute Stille.

Niemand rührte sich. Zu stark waren die Besucher des Filmabends von dem dramatischen Geschehen noch beeindruckt. Was sie beschäftigte, waren herzergreifende Szenen. Allmählich gelang es dem Moderator jedoch durch geduldig gestellte Fragen, den einen oder anderen aus der Filmwelt zu locken. Schieder fragte erst einmal nach Eindrücken und Schlussfolgerungen aus dem Filmgeschehen. Die Antworten zeigten, wie sehr der Inhalt berührt hat. Es waren zunächst die vielen Szenen, in denen einerseits Trauer und Leid des achtjährigen Mädchens Kati zum Ausdruck kam. Sie reichten vom Tod der Mutter und der Sehnsucht nach ihr über die zeitweise Trennung vom Vater bis hin zu dessen tragischen Tod. Tief berührt hat aber auch der Kampf des kranken Vaters gegen die Adoptionsversuche von Tante und Onkel sowie die tiefe Zuneigung von Vater und Tochter. Auch der Konflikt zwischen Beruf ("Bestsellerautor") und der Vaterrolle zählt dazu.

Der Film wechselte immer wieder zwischen Szenen mit Hauptakteurin Kati als 8- und als 33-jährige. Er zeigte, was aus einem Kind geworden ist, das alleine vom Vater erzogen wird, der dann auch noch in ihrer Kindheit verstirbt. Jahrelang war die erwachsene Kati zu keiner tiefgehenden Beziehung fähig und suchte nur kurze sexuelle Erlebnisse.

"Erziehung durch Väter" war dann auch das tatsächlich das Stichwort für die Diskussion. Wortmeldungen kamen immer wieder aus dem Dunkel des Zuschauerraums. Da war zu hören: "Kati hat als Erwachsene trotz Erziehung durch den Vater ihre Kindheit als Waisenkind nacherlebt." Jemand anders sagte: "Es war ein Fehler, dass Vater Jake der Tochter versprochen hatte, alt zu werden." Und: "Wichtig ist, dass Kinder sich eigenständig entwickeln können." "Der Vater hat die Tochter nicht zu einer kleinen Erwachsenen gemacht", meinte ein weiterer Besucher.

Gefragt wurde auch: "Was wäre aus Kati geworden, hätte sie zwei Elternteile gehabt?" Dann entfernte sich die Diskussion etwas vom Filmgeschehen. "Auch heute wird man als Mann noch belächelt, wenn man drei Jahre zu Hause bleibt", hieß es Mehrere Diskussionsteilnehmer betonten, dass es für beide Elternteile sehr wichtig sei, eine enge Beziehung zum Kind aufzubauen. Dazu empfahl Sozialpädagoge Schieder, dass Kinder immer wieder diese vier Sätze hören: "Ich liebe dich, ich bin stolz auf dich, erzähle mir von dir, ich helfe dir."

Ich liebe dich, ich bin stolz auf dich, erzähle mir von dir, ich helfe dir.Diese Sätze sollten Kinder laut Sozialpädagoge Rudolf Schieder immer wieder von den Eltern hören.
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