Filmgespräche diskutieren Dokumentation von Valentin Thurn
10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?

Ein globales Thema in kleinem Kreis diskutiert: der Vorsitzende der Katholischen Erwachsenenbildung Peter Schönberger, Pfarrer Günter Vogl, geschäftsführender Bildungsreferent Hans Bräuer und Vorstandsmitglied Manfred Kellner. Bild: Kunz

"10 Milliarden - Wie werden wir alle satt?" So lautet der Titel einer Dokumentation von Regisseur, Bestsellerautor und Food-Fighter Valentin Thurn. Diese war Grundlage der "Weidener Filmgespräche" am Mittwoch im "Neue Welt"-Kino.

Zehn Milliarden Menschen - so viele sollen es nach Schätzungen im Jahr 2050 sein. Wo soll die Nahrung dann herkommen? Kann man Fleisch auch künstlich herstellen? Wären Insekten als neue Proteinquelle denkbar? Oder sollte jeder seine Nahrung künftig wieder selber anbauen? Fragen über Fragen, die der Filmemacher aufwarf. Pfarrer Günter Vogl moderierte für die Katholische Erwachsenenbildung den Abend.

Thurn war für seinen Film weltweit auf die Suche gegangen. Er forschte nach, inwieweit sich die Menschheit durch Ausbeutung der Natur ihre Lebensgrundlagen selber entzieht und er erkundete die Grundlage der Lebensmittelproduktion. Angesprochen fühlten sich im Publikum vor allem Interessenten aus dem landwirtschaftlichen Bereich. "Politik und Menschen verdrängen das Problem, weil wir eine heile Welt vorfinden wollen", hieß es. Jeder Einzelne könne seinen Beitrag leisten. Seit 40 Jahren werde die Landwirtschaft konventionell betrieben und gejammert. "Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die ökologische Landwirtschaft wirtschaftlich erfolgreicher ist."

Pfarrer Vogl machte das Problem an der politischen Logistik fest. Landtags- und Bundestagswahlen sollten zeitlich zusammengefasst werden, meinte er. "Dann könnte dreieinhalb Jahre richtig regiert werden, ohne Rücksicht auf irgendwelche Landtagswahlen." Und kostengünstiger wäre das auch. "Gehen Sie Ihren lokalen Politikern auf den Geist, löchern Sie sie."

Eine Besucherin forderte ein rigides Umdenken in der Ernährung. "Einmal Fleisch in der Woche muss reichen. Wir sind alle wohlgenährt." An anderer Stelle wurde die Strategie eines Restaurants begrüßt, wonach jeder Gast für zurückgegebenes Essen zu zahlen habe. Der industrialisierten Landwirtschaft mit Kali- und Phosphordüngern wurde keine Zukunft eingeräumt. "Die führt auch nicht zum Ziel."

Am besten regional


Natürlich müsse man schon unterscheiden, wie viel Geld man monatlich im Portemonnaie habe. Bei geringen Einkommen sei der Gang zum Discounter unausweichlich. Wer es sich aber leisten könne, der sollte gesund einkaufen. Am besten beim Bauern vor Ort. "Regional einkaufen, da weiß man, was man hat." Bedauert wurde, dass auf dem Gebiet der ökologischen Landwirtschaft zu wenig geforscht werde. Global betrachtet, werde die arme Welt immer ärmer. Und zwar auf Kosten der reichen Länder, weil die ihre Lebensstandards halten wollten.

Wenn der Verbrauch weltweit angeglichen werde, dann könne die Erde nach Expertenmeinung rund 14 Milliarden Menschen vertragen. Kritisiert wurde auch, dass den Bauern in den afrikanischen Ländern aufgrund billiger Lebensmittellieferungen die Existenz entzogen werde. "Das wird noch ein Riesenproblem - und gewiss auch Auslöser für weitere Fluchtbewegungen."
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