Fischsterben in oberfränkischen Baggerseen
Weihern geht die Luft aus

Das Foto zeigt tote Fische im Westsee bei Bad Staffelstein. Bild: dpa

Weiden/Amberg/Bad Staffelstein. (esa/dpa) Ein Fischsterben droht in Baggerseen in Oberfranken. Aufgrund der warmen Temperaturen in den vergangenen Wochen sind in den Gewässern viele Algen gewachsen und abgestorben. Dadurch verringert sich der Sauerstoffgehalt im Wasser deutlich, was schlecht für die Fische ist - viele sterben.

Auch in der Oberpfalz sind Kiesweiher betroffen. "Mir sind vier Baggerseen in der Oberpfalz bekannt, in denen es Fischsterben gab", sagt Thomas Ring, Fachberater für Fischerei beim Bezirk Oberpfalz. Zwei befinden sich im Raum Schwandorf, zwei in der Nähe von Regensburg. "Bei dreien war's Sauerstoffmangel, beim vierten weiß man es nicht genau", fährt er fort. Ein betroffener Verein habe das Technische Hilfswerk zu Hilfe gerufen, die mit einer Pumpe das Wasser aufgewirbelt und dadurch neuen Sauerstoff in das Gewässer gebracht hat. "Sind Blaualgen drin, wird's gefährlich", erklärt Ring. Diese können sich je nach Sonneneinstrahlung extrem schnell vermehren. Sie betreiben zwar Photosynthese und erzeugen damit Sauerstoff, den sie jedoch nachts selbst verbrauchen. Dadurch können Fische sterben. Außerdem ist in wärmeren Gewässern stets der Sauerstoffgehalt geringer. "In Fließgewässern gab und gibt es kein Problem", meint der Fachberater.

Hans-Hermann Lier, Vorsitzender des Fischereivereins Amberg berichtet, dass sie "derzeit keine Probleme" mit dem Sauerstoffgehalt haben. Es gab genügend Niederschläge, "aber wir haben noch nicht das aufgeholt, was uns vergangenes Jahr gefehlt hat", erläutert Lier. 2015 habe es die Fischer in Amberg schlimmer getroffen: Wegen der Hitze war der Wasserstand und deshalb auch der Sauerstoffgehalt in Teichen und Seen niedriger. Damals organisierten die Vereinsmitglieder an einigen Gewässern sogenannte Notabfischungen. Ähnlich gut geht es den Fischen im Moment in Weiden. Auch hier gebe es noch keine Probleme mit dem Sauerstoffgehalt, sagt Thomas Albert, Vorsitzender des Fischereivereins: "In der Karpfenteichwirtschaft habe ich kein Problem." Schwieriger sei es bei Forellen und Saiblingen, weil sie mehr Sauerstoff im Wasser benötigten als Karpfen, erklärt er.

In Oberfranken sind in einigen Baggerseen viele Fische verendet. Besonders massiv war das Fischsterben im Westsee bei Bad Staffelstein. Die Feuerwehr hat aus dem Main frisches Wasser in den See gepumpt. Laut Polizei sei die Lage trotzdem "immer noch sehr kritisch." Durch die starke Vermehrung und das Absterben von Algen wird den Gewässern Sauerstoff entzogen. Durch Bewegung im Wasser findet ein Austausch mit der Luft statt und Sauerstoff gelangt wieder in das Gewässer.
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