Flüchtlinge: Deutsch-tschechischer Fonds fördert Projekte
Positivbeispiel Weiden

Die hohe Zahl von Flüchtlingen verunsichert viele Europäer. Dem will der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds (ZF) durch eine Stärkung der Zivilgesellschaft entgegenwirken. Deshalb fördert er im nächsten Jahr insbesondere Projekte, bei denen Bürger beider Länder gemeinsam gegen Fremdenfeindlichkeit und für eine offene Gesellschaft eintreten.

/Prag. Zuschüsse können einen Anteil von bis zu 70 Prozent der Projektgesamtkosten ausmachen. Bei einer Diskussion stellten Vertreter des ZF die Ideen dahinter vor. Mit auf dem Podium saß Weidens OB Kurt Seggewiß.

"In einer Situation, in der die unterschiedliche Haltung unserer beiden Länder in der Migrationskrise viel gegenseitiges Unverständnis hervorruft, ist der persönliche Austausch zwischen tschechischen und deutschen Bürgern umso mehr gefragt", sagte ZF-Geschäftsführer Tomás Jelínek. So ergab eine Umfrage für den ZF, dass 80 Prozent der Tschechen die deutsche Flüchtlingspolitik nicht verstehen, gleichzeitig aber auch mehr Informationen über die Situation jenseits der Grenze wünschen. Als Inspiration könnte tschechischen Gemeinden Weiden dienen.

Die wohlwollende Haltung der Weidener gegenüber Flüchtlingen komme nicht zuletzt von der langjährigen positiven Erfahrung mit Einwanderern, so Seggewiß. Für die Integration weiterer Flüchtlinge sei es ausschlaggebend, auch die Ängste der Bevölkerung ernst zu nehmen. Nicht überall in Deutschland ist die Bevölkerung Zuwanderern gegenüber so aufgeschlossen wie in Weiden. Auch in Tschechien fürchten laut der Umfrage für den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds zwei Drittel der Befragten eine Radikalisierung und den Aufstieg nationalistischer Parteien. Ein wichtiges Instrument zur Prävention sieht der ZF daher in der Förderung politischer und interkultureller Bildung.

Der ZF wurde 1997 ins Leben gerufen. Ziel ist Projekte zu unterstützen, die Menschen beider Länder zusammenführen. Infos auf www.fondbudoucnosti.cz/de
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