Flüchtlinge und Landfrauen kochen auf
Maria Seggewiß lädt zum „Charity Dinner“ in der Volkshochschule

Maria Seggewiß (Zweite von rechts) ist mit ihrem durchmischten Kochteam überaus zu frieden. Bild: Kunz

An den großen Flüchtlingsansturm auf Weiden erinnerte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß am Samstagabend beim "Charity Dinner" in der Volkshochschule. "Wir hatten die Mehrzweckhalle voll mit fast 500 Menschen. Jede Woche kam ein Bus. Das war eine Riesenherausforderung, die diese Stadt wunderbar gemeistert hat." Nun standen wieder Flüchtlinge im Mittelpunkt..

Seit 14 Uhr waren acht Landfrauen um Kreisbäuerin Christa Kick und die Küchenabteilung der Europaberufsschule unter Leitung von Anna Hanauer auf den Beinen, um den Gästen am Abend ein Festmenü zu kredenzen. "Das war eine echte Herausforderung", unterstrich die Kreisbäuerin. "Wir mussten sogar Pfeffer und Salz selbst mitbringen.

Junge Asylbewerber helfen


Dank der Unterstützung der sieben jugendlichen Asylbewerber, zwei hatten ihren Abschluss schon vor einem Jahr gemacht und waren für diesen Event zurückgekehrt, klappte alles wie am Schnürchen. "Das ging Hand in Hand." Alles kam frisch auf den Tisch, vom Fisch über Rinderbraten, Schopperler bis zu den Auberginen. Als Vorspeise gab es der Jahreszeit angepasst Kürbiscremesuppe.

Bedient wurden die Gäste in einem wunderschönen Ambiente von den Damen der Flosser Volkstanzgruppe in ihren feschen Dirndln. Die Idee zu diesem Event hatte Maria Seggewiß schon vor neun Monaten: "Flüchtlinge und Landbäuerinnen kochen für einen guten Zweck." Dann wurde geplant. Dass die Spenden an "Die Tafel" und die Aktion "Adventslicht Speisung für Bedürftige" gehen sollte, war damals schon eine abgemachte Sache.

Ihr damaliges Motto: "Flüchtlinge kochen für Flüchtlinge und für Stadt und Land." Die Landfrauen waren damit gesetzt. Natürlich wollte Maria Seggewiß die Europaberufsschule, wo Flüchtlinge im Kochen unterrichtet werden und dort auch ihren Quali machen können, ins Boot zu holen.

Berufswunsch Gastronome


Musikalisch umrahmt wurde das Essen von der gebürtigen Ukrainerin Marine Oganisja, die Songs in ukrainischer, englischer und deutscher Sprache vortrug.

"Inzwischen läuft vieles in geordneten Bahnen", sagte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. "Die Flüchtlinge machen ihre beruflichen Vorbereitungen, viele davon in den Kochklassen von Anna Hanauer mit Berufswunsch Gastronomie." Viele wollten mit ihrer Unterstützung aber auch nur ihr Dankeschön ausdrücken. "Ein Vergelt's Gott an Weiden und den Landkreis Neustadt, die diese Integrationsleistung so wunderbar gemeistert haben." Niemand dürfte vergessen, so Seggewiß, dass in Weiden Menschen aus 101 Nationalitäten lebten.

Weiden sei anders als Dresden. "Da bin ich als Oberbürgermeister stolz drauf." Natürlich sei dies alles andere als einfach. Die beiden Nutznießer der Aktion, Tafel und Adventslicht, sorgten seit Jahren dafür, dass niemand hungern müsse in Weiden.

"Ich verurteile religiösen Fanatismus, der in Anschlägen wie in Würzburg und Ansbach gipfelt. Wir haben heute auch Vertreter der muslimischen Gemeinde dabei, die klipp und klar sagen, dass diese Anschläge mit ihrem Glauben nichts zu tun haben", betonte der Oberbürgermeister. Er verurteile braunes Gedankengut, so Seggewiß, das schließlich dazu führe, dass Asylunterkünfte angezündet würden. "Hass erzeugt Gegenhass." In Weiden gehe man deshalb auf die Menschen zu und nehme sich ihrer Probleme an.
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