Flüchtlinge zeigen Gesicht
"Hoffnung auf ein besseres Leben": Ausstellung in der Volkshochschule

In Bildern und Zitaten stellen junge Asylbewerber ihre Schicksale, ihre Hoffnungen und Träume dar. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Juni in der VHS-Aula zu sehen. Der syrische Musiker Pacohallak (sitzend) spielte zur Vernissage. Bild: Kunz

In Weiden leben 8500 Menschen, die nicht in Deutschland geboren sind. "Weiden hat schon immer von Zuwanderung gelebt", erklärt der Bürgermeister. Und er eröffnet eine Ausstellung, die Flüchtlingen ein Gesicht geben will.

Jeder fünfte Weidener sei ein Einwanderer, rechnete Bürgermeister Lothar Höher bei der Ausstellungseröffnung "Borders of Compassion" - "Hoffnung auf ein besseres Leben" in der Volkshochschule vor. "Wären Sie nicht hier, wäre unsere Stadt klein und nicht so bedeutend." Die Ausstellung "möchte Flüchtlingen ein Gesicht geben", betonte VHS-Geschäftsführer Stefan Frischholz, der auch die Mitveranstalter Herbert Schmid und Ruth Jachertz von Arbeit und Leben Bayern sowie Antonia Smokova, Kulturwirtin aus Bulgarien, willkommen hieß. Das Zentrum für regionale Bildung, eine Tochtergesellschaft der Volkshochschule, habe sich der Flüchtlingsthematik angenommen.

Freiwillige Ferienaktion


Sicherung und Schließung der Außengrenzen, das bisher vergebliche Ringen um eine gemeinsame europäische Asylpolitik, Obergrenzen und Verteilungsschlüssel gingen auch an Weiden nicht spurlos vorüber. Für die Darstellung von Einzelschicksalen bleibe da wenig Platz. In einer freiwilligen Ferienaktion hätten die vom Zentrum betreuten Schüler der Berufsintegrationsklassen Neustadt und Weiden eine Ausstellung erarbeitet, die ihrer Hoffnung auf ein besseres Leben hier in Weiden Ausdruck verleihen solle. Dies sei unter der engagierten Anleitung der pädagogischen Fachkräfte, Barbara Nickl und Kim Köstler, geschehen.

In den von den Asylbewerbern gestalteten Porträts wollten sich die Jugendlichen mit ihrer neuen Heimat, ihren Wünschen und Zukunftsplänen auseinandersetzen. In einer weiteren Ausstellung in Kooperation mit Arbeit und Leben Bayern werde eine Auswahl von Bildern und Interviews mit Geflüchteten aus Bulgarien vorgestellt.

Kim Köstler und Barbara Nickl beschrieben die Arbeit mit den Flüchtlingen. "Kopf kaputt!" sei eine Aussage, die jeder, der mit Asylbewerbern arbeite, fast täglich zu hören bekomme. "Ich kann die ganze Nacht nicht schlafen, weil viele denken ..." und "so viele Kopfschmerzen". Was viele als Phrasen abtäten, beschreibe einen Dauerzustand, in dem sich die meisten Kriegsflüchtlinge im Exil befänden. Ihre Nähe zu den jugendlichen Flüchtlingen und viele Einzelgespräche ermögliche den Betreuerinnen einen tieferen Einblick in die Aussagen. Und die stünden im Gegensatz zu Stammtischparolen, in denen Flüchtlinge als Sozialschmarotzer und Kriminelle dargestellt würden.

Ganz normale Jugendliche


Im persönlichen Gespräch und im Schulalltag werde klar, dass die jungen Flüchtlinge ganz normale Jugendliche mit Wünschen, Träumen und Ängsten seien. Die Hoffnung auf ein bessere Leben, einen guten Job, Familie, glücklich sein, Frieden und Sicherheit, stünden im Vordergrund
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