Folgen weiter spürbar
Katastrophe von Tschernobyl jährt sich zum 30. Mal

Am 26. April 2016 jährt sich der Supergau von Tschernobyl zum 30. Mal und die Weißrusslandhilfe Oberpfalz mit Vorsitzendem Harry Nomayo (Vierter von links) veranstaltet am 30. April in der Stadthalle Neustadt ein Benefizkonzert mit der Big-Band "Swing-a-Ling-Ding" aus dem Raum Nabburg. Bild: Dobmeier

Aus den Schlagzeilen ist die furchtbare Atomkatastrophe längst verschwunden. Doch das könnte sich im April dieses Jahres für kurze Zeit ändern. Dann jährt sich das Unglück, das untrennbar mit dem Ort "Tschernobyl" verbunden ist, zum 30. Mal. Und die Weißrusslandhilfe Oberpfalz hilft immer noch weiter, vor allem Kindern.

Bei einem Benefizkonzert mit der Big-Band "Swing-a-Ling-Ding" am 30. April in der Stadthalle Neustadt (Beginn 19 Uhr) erinnert die Weißrusslandhilfe an das Unglück der Atomkatastrophe von Tschernobyl. Am 26. April jährt sich das Schicksal des Reaktorunglücks zum 30. Mal, in der Ukraine an der Grenze zu Weißrussland (Belarus), wo ein Großteil des radioaktiven Fallouts niederging.

Noch heute leiden dort die weißrussischen Kinder unter den Spätfolgen des Super-Gaues, erläuterte der Vorsitzende der Weißrusslandhilfe Oberpfalz, Dr. Harry Nomayo, bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof Naber. Schätzungen gehen von 70 Prozent durch Strahlenbelastung hervorgerufene Krankheiten aus, angefangen bei der Schwächung des Immunsystems über Schilddrüsenerkrankungen bis hin zu Leukämie.

Nomayo erkannte, dass die Tschernobyl-Katastrophe und ihre Menschen verdrängt werden von den aktuellen Berichten aus dem Nahen Osten und Syrien und einer nie dagewesenen Flüchtlingswelle.

Kassenwart Rudolf Forster verzeichnete seit Vereinsgründung im Jahr 1996 die Summe von 819 000 Euro. Damit erfolgte die Organisation vieler Hilfstransporte nach Russland und die medizinische Versorgung von Kindern. Nur 0,12 Prozent fielen für Verwaltungs- und Kontoführungsgebühr an. Die Einnahmen aus dem Benefizkonzert am 30. April 2016 (Eintritt 10 Euro) unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Rupert Trottmann aus Neustadt fließen in das derzeit unterstützte Rehabilitationszentrum in Nadeschda, um zehn Kinder aus dem radioaktiv kontaminierten Gebieten um Wetka einen Erholungsaufenthalt zu ermöglichen.

Neuwahlen verschoben


Die humanitäre Hilfsorganisation zählt 48 Mitglieder. Eine Anpassung der Satzung erfolgte bezüglich der Abgabeordnung. Mangels Kandidaten sollen die angesetzten Neuwahlen in einer Sondersitzung im Laufe des Jahres stattfinden und die alte Vorstandschaft bleibt solange im Amt.

"Die Kinder aus den südlichen Gebieten Russlands brauchen weiterhin Hilfe, um ihr Schicksal meistern zu können", sagte Harry Nomayo. Er wäre auch über neue Mitstreiter für die gute Sache erfreut und bittet um Unterstützung. Spendenkonto: IBAN DE 20 7535 0000 0000 177 113.
Die Kinder aus den südlichen Gebieten Russlands brauchen weiterhin Hilfe, um ihr Schicksal meistern zu können.Harry Nomayo, Vorsitzender der Weißrusslandhilfe
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