Forderung der Grünen im Hauptverwaltungsausschuss
Ebenerdiges Parken muss teurer werden

Durch Schrägparken rund um die Konrad-Adenauer-Anlage wollte die Bürgerliste 19 zusätzliche Stellplätze schaffen. Die Diskussion im Hauptverwaltungsausschuss nahm dann aber eine überraschende Wende. Nachdem immer wieder betont wurde, dass oberirdische Stellplätze besonders begehrt seien, zog Gisela Helgath ihre logische Konsequenz: "Ebenerdige Parkplätze sind sehr beliebt. Deshalb müssen sie teurer als in einer Tiefgarage sein. Wir müssen anders mit der Parkgebühr-Struktur umgehen." Zugleich regte Helgath aber Schrägparken in der Herrmannstraße an.

Die Stadtverwaltung nannte in ihrer Stellungsnahmen viele Gründe, die gegen den Bürgerlisten-Antrag sprechen sollten. Nicht zuletzt verwies Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann auf die Umbaukosten von 65 000 Euro sowie weitere 6000 Euro für die Anpassungen an der Beleuchtung. Auch müssten die Nachbarn an den Ausgaben beteiligt werden. "Wir hatten das schon im Stockerhutweg", erinnerte Hubmann. Die Umwandlung von Längs- in Schrägparken sei umlagepflichtig.

Kleiner Umbau


"Wir verstehen diese negativen Stellungnahmen nicht", betonte Stadtrat Philipp Beyer für die Bürgerliste. "Jeder freie Parkplatz ist ein Aushängeschild für die Einkaufsstadt Weiden." Die Stellplätze in der Ketteler-/Luitpold- und Braunmühlstraße werden gern und oft in Anspruch genommen. Warum also nicht mit einer vergleichsweise kleinen Umbaumaßnahme das Angebot erweitern? Da in der Anlage bereits parallel zu den Bürgersteigen verlaufende Gehwege vorhanden seien, ließe sich der Straßenraum für die Schräparker erweitern. Die Buchten seien breit genug, um Parkrempler zu vermeiden. Die Stadt könne für den Umbau Mittel aus den Stellplatzablösen verwenden, schlug Beyer vor.

Eine klare Ansage machte Gabriele Laurich, Sprecherin der SPD im HVA. "Wir brauchen diese Schrägparker nicht, und wir wollen sie auch nicht." Die Stadt müsse an ihre Tochtergesellschaften SGW Stadtbau und WGS denken: Deren Allee-Tiefgarage sei für viel Geld saniert worden. Dort gebe es freie Stellplätze. Die Konrad-Adenauer-Anlage wiederum sei ein grünes Kleinod - mit hohem Erholungswert für die Bürger.

Strikt dagegen, "die Anlage zurückzustutzen, die Ruhezone aufzubrechen", war Hans Blum (CSU). Die sanierte Allee-Tiefgarage sei ganz nahe. "Da fühlt sich jeder sicherer." Selbst wenn die Kosten halbiert würden, sei Schrägparken an der Anlage nicht billig. "Dort ist Scheibenparken. Wir wollen keinen abkassieren." "Die Bürger wollen keine Veränderung", sagte Hans Forster (CSU). Auf den Mehraufwand bei Beleuchtung und Winterdienst verwies Heiner Vierling (CSU).

Es gebe viele Menschen, die ungern in eine Tiefgarage fahren. Und: "Parkplätze reichen nie aus", betonte hingegen Rainer Sindersberger (Bürgerliste), der um eine Ortsbesichtigung bat, da er in der Stellungnahme der Verwaltung "Ortsunkenntnis" vermutete. "Wir wollen weder der Allee-Tiefgarage noch anderen Parkeinrichtungen Konkurrenz machen."

In Weiden gebe es keine Parkplatznot, zumal mit dem Stadtgalerie-Parkdeck über 400 Stellplätze entstünden, sagte OB Kurt Seggewiß. Gegen die beiden Stimmen der Bürgerliste wurde der Schrägparken-Antrag abgelehnt. Die Helgaths Idee "Gebührenaufschlag für ebenerdige Stellplätze" wiederholte niemand.

Ebenerdige Parkplätze sind sehr beliebt. Deshalb müssen sie teurer als in einer Tiefgarage sein.Stadträtin Gisela Helgath
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